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BERLIN!!!111einself!!11

Deutschland hat knapp 82 Millionen Einwohner_innen, etwa 3,5 Millionen davon wohnen in Berlin. Trotzdem erscheint Berlin unfassbar, unglaublich und endlos wichtig zu sein. So wichtig, dass ich regelmäßig Einladungen zu Veranstaltungen über Facebook bekomme, die nicht mal den Ort angeben. Warum auch? BERLIN!

Ich habe spaßeshalber mal bei der Mädchenmannschaft die letzten 10 „Kurz notiert“s nach den Terminen ausgewertet: 18 x Berlin, 22 x Rest Deutschland, 3 x außerhalb Deutschlands. Das ist beim besten Willen kein Mädchenmannschaft-spezifisches Verhältnis, sondern vielmehr eine Verkettung von Umständen: Berlin ist Bundeshauptstadt und allein schon deswegen Veranstaltungsmagnet. Die anderen Orte fühlen sich „nicht ganz so wichtig“ und reichen wahrscheinlich auch seltener Veranstaltungen ein. Das nächste Veranstaltungs-Orgateam legt die Veranstaltung nach BERLIN. Und so weiter.

Doch es gibt mehrere eventuell erstaunliche Nachteile an BERLIN: Es liegt nicht gerade zentral und, was noch wichtiger ist: WIE SOLLEN DIE ANDEREN ORTE COOLER WERDEN? Insbesondere wenn alle(s) nach BERLIN wandern/t. Mhh?

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17 Kommentare

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  1. 1
    kiturak

    Haha, als ich dort noch gelesen hab, hab ich die kurz notierts immer übersprungen. Zwei-, dreimal Mund wässrig gemacht bekommen – achso klar, Berlin – irgendwann einfach die Rubrik ausgelassen.

    Aber ja, das istn allgemeines Ding.

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  2. 2
    Bäumchen

    Woanders finden zum Glück tatsächlich viele Ereignisse statt; ich würde mir da eher bessere Recherche wünschen und Berliner Zentralismus vermeiden. Mich nervts auch immer. Gleich nach Berlin kommt Wieeeeeeeeeeeeeeeeennnnnn!!!!!1!1einself11111 und die zwei wechseln sich immer ab in der deutschsprachigen Blogosphäre, was die Erwähnbarkeit wegen feministischen Veranstaltungen betrifft.
    Man könnte meinen, deutschsprachiger Feminismus, das ist Wien und Berlin und dazwischen ist Mittelalter … :-)

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    1. 2.1
      kiturak

      AusDerBaum:
      Man könnte meinen, deutschsprachiger Feminismus, das ist Wien und Berlin und dazwischen ist Mittelalter …

      … und das ist auch genau die Botschaft, die sowas vermittelt.

      wow, hab grad n Roman-Kommentar mit ca. 70 links geschrieben, bitte extra sagen, falls gewünscht, auch einfach per Mail. “Du weißt, dass Du was falsch machst, wenn Dein Kommentar länger ist als der Post” ;)

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      1. Stephanie

        kiturak » hab den erwähnten Kommentar im Backend gelesen und bin dafür, daraus ein eigenes Thema zu machen.

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  3. 3
    Wintermute

    wobei die bevölkerungszahl nicht so viel aussagt. was die nicht parteigebundene linke in deutschland angeht, hat die ihren bevölkerungsschwerpunkt noch wegen der nachwirkungen der nicht-bundeswehrdienstpflicht im westsektor berlins im kalten krieg und der hipness nach ’89 ja wirklich dort. und es gibt ne riesenszene, infrastruktur usw. ich denke, viele der angesprochenen veranstaltungen werden einfach von bereits dort wohnenden schlicht an ihrem wohnort organisiert, und jetzt nicht bewußt dahin gelegt

    du hast aber völlig recht, wenn es um bundesweit relevante treffen usw geht, dass es nervt, die ständig an die geographische peripherie zu legen. da sind göttingen, kassel, frankfurt usw. schon schlauere wahl

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    1. 3.1
      Stephanie

      Wintermute » Ja, das sehe ich auch (als Problem). Ich wollte dazu irgendwann mal einen eigenen Text schreiben, was eigentlich passiert, wenn sich zuviele coole Leute (das ist jetzt nicht unbedingt auf die “nicht parteigebundene linke” bezogen) an einem Ort sammeln. Ich kann das schon verstehen, wenn es Menschen in die Großstädte zieht, aber ich hab immer so den Eindruck, dass die sich gegenseitig auf den Füßen stehen :-) .

      (Edit: Achso, Wintermute. E-Mailadressen werden nicht veröffentlicht und sind aber relevant für eventuelle Nachfragen/Rücksendungen usw. von Kommentaren. Zudem wirkt eine richtige E-Mailadresse (z.b. nick@provider.endung) vertrauenserweckend – u.a. weil Du auch uns vertraust.)

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  4. 4
    Mrsnextmatch

    Für Treffen: Berlin ist unmittelbar safer* für PoC als fast alle anderen BRD Orte, Hamburg vielleicht ausgenommen jedoch meist noch weiter weg. Und fördert aus vielen anderen gründen auch noch, dass proportional viel viel mehr PoC teilnehmen.Daher verlege ich alles ***Initiale*** aus Höflichkeit nach Berlin.

    *meint auch Ankündigungssubtexte, Empfinden und Erfahrung. Nicht Kriminalstatistik.

    “Wir laden a l l e ein nach Erding/Mügeln” liest sich einfach höhnisch (für mich und andere PoC).

    Vom Regionalexpressfahrten für PoC außerhalb des Ruhrgebietes fang ich mal gar nicht an.

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    1. 4.1
      Stephanie

      Mrsnextmatch » Ja, hmm, das ist aber vermutlich auch für PoC eine Abwägungsfrage zwischen Anfahrtskosten, -zeit, -etc. und safety, oder? Ich find’s auf jeden Fall einen wichtigen Punkt für meinen “Barrierefreiheit im weitesten Sinn”-Artikel.

      Wie ist das denn für PoC aus drumherum (also alles außer Berlin und evtl. Hamburg)? Gibt ja z.B. mehr Städte mit ICE-Bahnhof, um das nur angeschnittene Thema aufzugreifen?

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  5. 5
    grizzlyy

    Diese Berlinlastigkeit kenne ich leider auch aus der politischen Arbeit. Was ich mich dabei frage ist in wiefern Berlin da einfach isoliert ist(nicht rein geografisch) wegen der zahlreichen Infrastruktur Ideen, Projekte, Herangehensweisen entwickelt werden, mit denen im Rest der BRD leider nichts anzufangen ist und dadurch Arbeit auch einfach wieder “verpufft”.

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    1. 5.1
      Stephanie

      grizzlyy » Meinst Du damit, dass Ideen etc. entwickelt werde, die zwar für die gesamte BRD gedacht waren, allerdings eigentlich nur in Berlin funktionieren und dann aufgrund der falschen Zielgruppe und Justierung scheitern? (obwohl sie eventuell gleich mit “Idee für Berlin” als Berlin-Projekt erfolgreich wären?)

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  6. 6
    Samia

    Mrsnextmatch,

    Wichtiger Einwand, danke! Dennoch leben PoC natürlich in ganz Deutschland und werden durch sone Berlin only Politik mehrheitlich ausgeschlossen (über die ganzen Faktoren, die in dem Barrierefreiheit-Artikel stehen).

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  7. 7
    magda

    ach statistiken – je nach methode können da schon mal unterschiedliche ergebnisse rauskommen!

    ein sehr spannendes thema, gerade für mich, weil ich groesstenteils für die termine auf der mädchenmannschaft verantwortlich bin.

    vielleicht wuerden andere ergebnisse rauskommen als oben, wenn mensch nach den termin-relevanten kategorien untersucht:

    http://maedchenmannschaft.net/tag/veranstaltungshinweis/

    http://maedchenmannschaft.net/rubrik/terminkalender/

    bis april hatte ich auch jeden monat ein posting mit terminen in deutschland, österreich & schweiz, was einfach zu arbeitsaufwendig wurde (z.B. hier: http://maedchenmannschaft.net/feministisch-tanzen-diskutieren-und-stricken-veranstaltungstipps-fur-april/)

    anyways, der berlin-fokus und die zentriertheit sind nicht wegzureden, haben aber keinesfalls (nur) etwas damit zu tun, dass “Die anderen Orte sich „nicht ganz so wichtig“ fuehlen und wahrscheinlich auch seltener Veranstaltungen einreichen.” <– meiner erfahrung nach ist das auch nicht der fall. wir bekommen 'ne menge terminhinweise aus ganz deutschland und oesterreich, ganz, ganz selten aus berlin, aber trotzdem ist das zahlenverhaeltnis einfach nicht ausgeglichen.

    warum? stichworte: infrastruktur, erkaempfte raeume, urbaner raum als "saferer" space fuer marginalisierte etc.

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    1. 7.1
      Stephanie

      magda » Statistik würde ich das auch nur als Schlagwort nennen ;-) . Ich hab echt nur in meinem Hirn nach einer redaktionell gepflegten Veranstaltungsrubrik gesucht und dann gezählt. Habe nicht mal Korrektur-Gezählt ;-) .

      Was das “wichtig fühlen anderer Orte” betrifft, kann ich das schlicht bestätigen – als Organisatorin außerhalb Berlins. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mich mit Anderen schon darüber unterhalten habe, dass es doch einen Versuch wert wäre, eine Veranstaltung z.B. bei Euch einzureichen.

      Frigga Haug hat mal auf einer Veranstaltung in Frankfurt gesagt, dass ja kaum noch Infrastruktur und Feminist_innen vorhanden seien. Als ich sie nach der Veranstaltung ansprach, woher denn die über 60 Teilnehmer*innen ihres Erachtens kämen, wurde sie grübelig.

      Ich kenne diese “Infrastruktur, erkämpfte Räume”-Geschichte meist nur aus “urbaner” Perspektive mit einem belitteln von Städten unterhalb der Millionengrenze. Daher ist meine Interpretation dieser beider Deiner Stichworte, dass halt die restlichen 78,5 Millionen Menschen eben nicht so viel organisieren. Das stimmt nicht.

      Was das Thema “urbaner raum als ‘saferer’ space für marginalisierte” betrifft: Ist dem urbanen Raum wirklich daran gelegen, dass das so bleibt? Aber das ist ein größeres Thema, zu dem ich (wie schon erwähnt) mal was Längeres plane.

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  8. 8
    magda

    du schreibst:

    “Was das “wichtig fühlen anderer Orte” betrifft, kann ich das schlicht bestätigen – als Organisatorin außerhalb Berlins. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mich mit Anderen schon darüber unterhalten habe, dass es doch einen Versuch wert wäre, eine Veranstaltung z.B. bei Euch einzureichen.”

    ich bin hier etwas irritiert. es gibt ja nun eine menge kanäle, auf denen die MM (sogar anonymisiert) angeschrieben werden kann. twitter, facebook, e-mail, DMs, blogkommentar. deshalb fällt es mir etwas schwer, das nachzuvollziehen. wir verlinken eigentlich alle veranstaltungshinweise, die wir bekommen, die irgendetwas mit bekämpfung von -ismen zu tun haben. auch einige von dir organisierten veranstaltungen habe ich beworben, ohne dass du mich darauf hingewiesen hast.

    ich bin selbst veranstalterin und veranstalterinnen sind erst mal dafür verantwortlich, ihre projekte, diskussionen, ausstellungen, konzerte etc. zu bewerben und wenn es heisst, eine kurze e-mail / DM auf twitter etc. zu schreiben. das gehört zum organisieren einfach dazu.

    du schreibst

    “Ich kenne diese “Infrastruktur, erkämpfte Räume”-Geschichte meist nur aus “urbaner” Perspektive mit einem belitteln von Städten unterhalb der Millionengrenze. Daher ist meine Interpretation dieser beider Deiner Stichworte, dass halt die restlichen 78,5 Millionen Menschen eben nicht so viel organisieren. Das stimmt nicht.”

    ich kenne diese “erkaempfte raeume” argument *insbesondere* aus nicht-urbanen raeumen bzw. kleineren staedten, da es da besonders schwer ist, solche raeume zu erhalten / kreieren. ich nutzte das argument fuer berlin trotzdem, um zu verdeutlichen, dass mit der vielzahl an erkaempften (und zur zeit extrem umkaempften!!!) raeumen in berlin auch die vielzahl an veranstaltungen zusammenkommen. es geht nicht darum, dass veranstalter_innen ausserhalb berlins weniger arbeit in feministische projekte stecken (haeufig muessen die auf grund wenig interesse / infrastruktur – –> und damit meine ich nur nicht nur menschen, sondern zentren, raeume, bibs… – sogar extrem um ihre raeume kaempfen), sondern darum, dass allein, weil in berlin so viele menschen wohnen *und* (eine stets umkaempfte) infrastruktur vorhanden ist *und* viele menschen berlin als ‘safer space’ sehen, auch zahlenmaessig mehr veranstaltungen sind.

    du schreibst:

    “Was das Thema “urbaner raum als ‘saferer’ space für marginalisierte” betrifft: Ist dem urbanen Raum wirklich daran gelegen, dass das so bleibt?”

    “der urbane raum” lebt von den dort lebenden menschen und politischen strukturen, die wiederrum in subkulturen agieren (“der urbane raum” existiert als monolith einfach mal nicht). wie bereits gesagt: diese raeume sind heiss umkaempft, aber (zu teilen) einfach noch da. teils durch lange kaempfe und in wenigen stuecken institutionalisiert durch uni / zentren (dementsprechend nicht autonom).

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    1. 8.1
      Stephanie

      magda » Hey Magda. ich wäre Dir dankbar, wenn Du das nicht zu einem MM-Thema machen würdest, denn das ist es für mich nicht. Ebenso geht es weniger darum, ob irgendeine Website kontaktierbar ist, sondern um die Frage, ob sie kontaktiert wird. Zum Beispiel aus dem eigenen Einschätzung der Wichtigkeit. Diese Einschätzung ist meines Erachtens auch davon bedingt, wie über Orte gepsrochen wird und wie Orte transportiert werden, aber es ist eben kein “Website/Blog XY muss “besser” werden”-Ding.

      Was ich also mit dem von Dir als erstes zitierter Aussage meinte, ist, dass meine Erfahrung diesen Punkt bestätigt und nicht einfach weggewischt werden kann, mit einer Form von “glaub ich nicht”. Die Erfahrung ist da, selbst wenn ich die EINZIGE bin. ;-)

      Ich bestreite überhaupt nicht, dass Berlin überdurchschnittlich viele Veranstaltungen beherbergt, vllt. sogar aus den Bewohner_innen heraus organisert.

      Das letzte Thema macht für mich so keinen Sinn. Ich könnte jetzt entweder einen kilometerlangen Kommentar dazu schreiben oder ich mach daraus bei Gelegenheit eine Artikel Ich entscheide mich für Letzteres, sorry.

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  9. 9
    magda

    ich soll hier nichts zu einem MM thema machen, nachdem du und einige deiner mitblogger_innen die MM stets als referenzpunkt und_oder beispiel fuer irgendwelche debatten nehmen? aha.

    und ich darf also nicht von *meinen* erfahrungen erzaehlen (die nun einmal mit der MM verknuepft sind), weil…?

    sorry, aber ich dachte, dass dies ein diskussionsangebot sei. dem ist anscheinend nicht so. bis dann.

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    1. 9.1
      Stephanie

      magda » Irgendwie dachte ich, dass ich etwas anderes kommuniziert hätte. Hmm, also, mir war daran gelegen, zu diskutieren, welchen Stellenwert Berlin in der Selbst- und Fremdeinschätzung sowie welche Auswirkungen welches Orst-(Selbst-)-Verständnis bewirkt.

      Mir ist aus verschiedenen Gründen nicht daran gelegen, dass zum “Ist die Mädchenmannschaft erreichbar?”-Themen zu machen, weil ich schon glaube, dass dem so ist. Deine Erfahrungen als Berlinerin, Bloggerin, Veranstaltungspublizistin etc. interessieren mich durchaus.

      Ich habe, dachte ich, mehr als deutlich gemacht, dass das Beispiel im Artikel willkürlich war und nicht mal ordentlich recherchiert. Ich dachte das reicht, um einen eventuellen Diskreditierungsverdacht ad Acta zu legen.
      Mir ist hier in diesem Post nicht daran gelegen, generell über meine und die Anderer Einstellungen/Beobachtungen/Zweifel/Bewunderungen zu diksutieren, da es am Thema des Artikels vorbei geht.

      Ich würde mich freuen, wenn wir eine gemeinsame Diskussionsgrundlage haben und bin durchaus bereit zu diskutieren, inwiefern das schwierig ist.

      Bis bald?

        Zitieren  Antworten

  1. 10

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