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RPS: Anpassungsdruck

Vielen Menschen ist eigen, dass sie sich in der Welt wiederfinden wollen in der sie leben. Doch um sich in der Welt wiederzufinden, muss in ihr gelebt werden und die Welt muss so eingerichtet sein und werden, dass alle Menschen, die sich wiederfinden wollen, in ihr leben können. Für Neurotypische mit Right Planet Syndrome (RPS) ist dies besonders schwer, denn sie justieren nicht die Welt zu ihren Gunsten, sondern sich zugunsten der vorgefundenen Welt. Damit können sie sich jedoch nicht in der Welt wiederfinden, da sie nur ihr justiertes Selbst in die Welt einbringen. Die Folge sind Unzufriedenheit, Stress, häufig Depressionen und scheinbar mangelnde Empathie mit Mitmenschen, seien sie neurotypisch oder –divers. Das Right Planet Syndrome (RPS) führt zudem dazu, dass sie diesen Weg als den einzig richtigen empfinden und so die damit einhergehenden Probleme nicht auf die Ursache zurückführen können: Den Anpassungsdruck.

Neurotypische mit Right Planet Syndrome bestärken sich zunächst gegenseitig in ihrer Weltsicht und erzeugen so einen Anpassungsdruck an die vorgefundene Welt. Der Austausch zeigt, dass sie alle mit der Anpassung die gleichen Probleme erleben, die sie damit als „normal“ und unveränderlich verstehen. In einem nächsten Schritt tragen sie diese gemeinsame „Erkenntnis“ nach außen und geben so den Anpassungsdruck an all‘ ihre Mitmenschen weiter. Dies mag auf Menschen ohne Right Planet Syndrome herzlos (RW), gefühlskalt oder wenig empathisch wirken, da diese versuchen diesen Lebensweg ihren Mitmenschen aufzuzwingen´, obwohl sie um die damit zusammenhängenden Probleme wissen.

Doch sind sie nicht gefühlskalt, sie sehen nur keinen anderen Weg. Sie brauchen unsere liebevolle Unterstützung, um selbst zu erkennen, dass ein anderer Weg möglich ist und sie es verdient haben, ihre unjustierte Persönlichkeit in der Welt wiederzufinden.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2012/05/rps-anpassungsdruck/

3 Kommentare

2 Pings

  1. 1
    kiturak

    Hm? Neurotypische Menschen sind an ihren Depressionen selbst schuld, wenn sozialer Anpassungsdruck den Mist mit verursacht/schlimmer macht? Weil sie nur erkennen müssen, dass ein “anderer Weg möglich” ist, und dann wäre alles garnicht mehr so schlimm? Müsste ich einfach nur richtig reagieren auf den “Du bist scheisse”-Druck der anderen? Z.B. mit – hm, “IST MIR DOCH EGAL ICH LASSE MICH NICHT BEEINFLUSSEN VON IRGENDWELCHEN ANDEREN MENSCHEN UND IHREN AGGRESSIONEN ICH BIN SOZIAL UNABHÄNGIG” … nee, ne – oder vielleicht “Leute sollten mein unjustiertes Selbst gefälligst einfach akzeptieren, also … ist es schon so, MAGIE! und mein Problem ist weg”?
    Hilfe – für eine Ratgeber_innenspalte wirkt mir das reichlich wie victim blaming, aber vielleicht versteh ich auch etwas einfach nicht.

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    1. 1.1
      Dr. autistic Summer

      Vielen Dank für den Kommentar, mir war vorher nicht bewusst, dass der Artikel so verstanden werden kann. Die Ursache dieses spezifischen Typs von Depressionen ist der Anpassungsdruck, der internalisiert werden kann, aber auch in der internalisierten Form nur etwa 10% des Gesamtanpassungsdruck ausmacht – und ein Abbau der 10% kann die restlichen 90% äußeren Anpassungsdruck nicht ausgleichen. Somit ist die “MAGIE!” so nicht machbar, zudem die 90% Anpassungsdruck von außen, einen eventuell geplanten Abbau des 10% internalisierten Anpassungsdruck, ständig attackieren. Es wäre daher effektiver (wenn nicht allein so machbar), die 90% äußeren Anpassungsdruck gemeinschaftlich abzubauen, um gegen Depressionen aufgrund des Anpassungsdrucks vorzugehen.

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  2. 2
    kiturak

    ah! Danke für die Klärung. Ok, ich hefte das unter “Selbsthilfe durch Revolution” ab. Da waren die Depressionen ohnehin schon.

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