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Aus der Reihe “betrunkene Blogposts”: Liebe Heten

Liebe Heten*,

ich bin unbestritten froh, dass ich Eure „Entscheidung“ nicht treffen muss. Aber mal ehrlich: Ist es der Sex allein wirklich wert? Nix für ungut.

Wenn ich aber Euer Leid durchaus erahnen kann und mich gerne allzeit mitfühlend zeige, könntet ihr trotzdem aufhören, dieses als allumfassend und normgebend zu *tadaa* inszenieren.

kiturak (vorher: monosexistischer Begriff) beschwert sich, na gut schreibe ich es anders.

Worauf wir uns ja schon mal einigen können, ist, dass es eine richtige und mindestens eine falsche Inszenierung gibt. Kommen wir also gleich zur Richtigen. So hört mich an, oh meine Knapp_innen:

Den Heten ist ab nun verboten, zu knutschen, ohne sich der Umgebung bewusst zu sein.
Befehl ist auch, das gilt ab nun, zu knutschen, wenn Homo*s in einem Umkreis von 200m knutschen.

So, macht das Radio etwas leiser, ich will jetzt schlafen, Eure Kaiserin.

Seltsame Passagen diesem Nonsens-Gedicht.

Echt mal, kiturak hat den Text im nüchterneren Zustand durchgewunken.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2012/06/aus-der-reihe-betrunkene-blogposts-liebe-heten/

9 Kommentare

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  1. 1
    kiturak

    Sorry an alle bi/pan/queeren Leser_innen für die monosexistische Beleidigung im Text!

    [edit - Warnung: monosexistische/sexuell übergriffige Redewendung]

    Ich hab eine entsetzliche Schwäche für sowas, ich muss auch bei “Heten knacken” immer kichern. Ist n persönliches Stephanie-kiturak-Ding.
    Die andern Schwulen/Lesben/Heten hier: DAS HEIßT NICHT, DASS IHR DAS VERWENDEN DÜRFT! RAUS! ICH BIN NICHT EURE BI-FREUNDIN*, DIE DAS OK FINDET!
    Wenn ne Freundin fragt, ob den freitext überhaupt außerhalb von Berlin jemand bekommen müsse, find ich das leider auch lustig. Euch andere Kack-Berliner_innen werd ich dafür trotzdem anmotzen!

    [editiert: kiturak]

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  2. 2
    Stephanie

    So, jetzt im nüchterneren Zustand, finde ich, dass ein paar Worte angemessen wären, wie dieser Text entstand: Also kiturak und ich saßen bei Alkohol beisammen und erörterten die Frage, wie Heten anders mit ihren Privilegien umgehen könnten. Es ging dabei sowohl um beziehungsbehafteten Körperkontakt, als auch um Beziehungen mit Kindern. Der Teil, der mit „schreibe ich es anders“ entfernt wurde, ging zu der Kinder-Frage, da er uns bei näherer Betrachtung mehr als einen betrunkenen Blogpost wert war bzw. zu brenzlig aus Adultismus-Gründen war.

    Was den beziehungsbehafteten Körperkontakt, wie Händchen halten oder Knutschen, anbetrifft, war die Fragestellung, wie Heten sich in Bezug zu Nicht-Heten setzen könnten und darauf aufbauend, ein wenig weniger privilegiert handeln könnten. Mir waren besonders zwei Punkte wichtig: Das Privileg eine Beziehungsinszenierung über Körperkontakt ohne „komisches Gefühl“, Umgebungsscan usw. auszuüben und das Privileg, nicht zu wissen, wie es ist, Körperkontakt als politisches Instrument zu nutzen.
    Dementsprechend dienen die beiden Regeln Folgendem:

    Ein „nervöser“ Umgebungscheck vor jeglicher Beziehungsinszenierung über Körperkontakt dient nicht dazu, dass tatsächlich ein „Problem“ entdeckt wird, sondern nur der andauernden Reflexion, dass dies eben ein Privileg ist.
    Die Knutsch-Pflicht dient nicht der Solidarisierung, sondern vor allem, Körperkontakt als politisches Instrument zu begreifen, der eben auch unabhängig von akuten Bedürfnissen ist.

    Natürlich ist vor allem die zweite Regel problematisch und darf gerne von denjenigen nicht berherzigt werden, für die Körperkontakt häufig schwierig ist.

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  3. 3
    elisa

    [edit - Warnung: monosexistischer Begriff aus dem ursprünglichen Artikel zitiert]

    “Baby Halb-Lesbe” also, hm? Und das soll ich mir als bi lebende Frau auf dem neuen selbsternannten Ober-Intersektionalitäts-Blog reinziehen? Weil ich noch nicht genug bi-bashing in der Realwelt abbekomme? Nett. Und das ist ok, weil…. ahhhh ja….. kiturak das lustig findet und das so ein “persönliches Stephanie-kiturak-Ding ” ist. Aber es steht hier. Veröffentlicht. Und ich muss es erstmal lesen, ausgerechnet an einem Ort, der sich selber als total aware und safe und so begreift…. Ich finde das ehrlich gesagt ein wenig bigott.
    Aber ehrlich gesagt: überraschen tut mich das nicht, da das alles hier ein wenig wirkt wie so ein “persönliches Stephanie-kiturak-Ding”, insbesondere diese für mich als Mitleserin verschiedener feministischer Blogs merkwürdige Allianz vs. Mädchenmannschaft aus Euren alten Blogs wird hier ja sehr schön fortgeschrieben. Hab hier eine Weile mitgelesen, wurde bei Eurem Umgang mit der Berlin-einself- und der Gender-Camp-Diskussion zunehmend skeptisch, und bin jetzt endgültig wieder raus hier.

    [Freigeschaltet von Zweisatz]
    [editiert von kiturak]

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    1. 3.1
      Stephanie

      elisa » Hallo elisa,

      Recht hast Du, entschuldigung, der Begriff wurde entfernt. Sollen wir das auch aus Deinem Kommentar entfernen?

      “Ober-Intersektionalitäts-Blog”: hmm, also, ich glaub, so weit sind wir noch nicht ;-) . Aber wir arbeiten dran und /witzoff sind für Kritik dankbar. Das Intersektionalitäts-Ding ist tatsächlich eine Gemeinsamkeit der Menschen, die hier mitbloggen. Auf mehr konnten wir uns noch nicht so richtig einigen. Aber ich denke es widerspricht zumindest unserer Auffassung von Intersektionalität, dass daraus eine “selbsterklärte Elite” wird, was ja meines Erachtens in Deiner Formulierung drin steckt. Doch womit Du Recht hast, wenn der Eindruck entsteht, haben wir was nicht vollständig/anständig kommuniziert.

      kiturak und ich verbringen echt viel Zeit miteinander, was unter anderem daran liegt, dass wir uns in bestimmten Dingen einig sind/werden. Somit ist es kein Wunder, wenn eine “merkwürdige Allianz” entsteht. Ich vermute die Merkwürdigkeit liegt daran, dass wir nicht immer die gleichen Schwerpunkte/Gedanken/Fallanalaysen/etc. haben und trotzdem gemeinsam vorgehen. Ich glaube diese Merkwürdigkeit ist auch dem Gruppenblog eigen. Ich werde darauf im nächsten Hinterzimmerbericht (falls ich ihn schreibe) nochmal genauer eingehen.

      Was die “vs. Mädchenmannschaft” Geschichte angeht, ist es zumindest für mich so, dass ich mich nicht an ihr “abarbeiten” würde, wenn ich sie nicht grundlegend für eine gute Idee halten würde. So, im Gegensatz zur “Welt” oder “Bild”. Es ist für mich also weniger eine Gegnerinnenschaft als ein unbestritten ungewollter Support.

      Mhh, ich weiß nicht, ob Du das hier noch lesen wirst, aber falls ja, ich freue mich über Deine kritische Begleitung.

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    2. 3.2
      kiturak

      @elisa: Auch von mir sorry, Elisa, falls Du das noch liest – und andere nicht monosexuelle/monosexuell lebende Menschen. Elisa hat komplett recht, dass das in der Form nie an ne öffentliche Stelle hingehört hätte.
      Ich find’s sehr wichtig, dass sich jeweils Privilegierte dran gewöhnen, dass bestimmte Begriffe *für sie* off limits sind, während jeweils Marginalisierte ihren eigenen Umgang damit haben können (oder gezwungen sind zu finden), der empowernd und gut ist. Deshalb hatte ich das “durchgewunken” und den entsprechenden Kommentar geschrieben. Es bewirkt aber natürlich exakt das Gegenteil von Empowerment, anderen sowas aufzudrücken, und hätte in einen eigenen Artikel mit ner entsprechenden Warnung vor dem Inhalt gehört. Es tut mir leid, dass Du/Ihr den Begriff hier lesen musstest/musstet. Ich tu’s nicht wieder. Wenn jemand irgendwas einfällt, was die Sache besser macht, bin ich dankbar.

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  4. 4
    Zweisatz

    elisa, ich finde es ehrlich gesagt ziemlich unhöflich, dass du alle mitschreibenden Autor*innen als Anhängsel von kiturak und Stephanie begreifst, so wie ich das verstanden habe. Weder ist das hier in der Form “ihre Sache”, noch lässt unsere Entscheidungsfindung Demokratie vermissen.
    Auch ist Kritik an der MM, wenn sie denn geäußert wird, kein Mittel zum Zweck (in unserem “Kampf mit ihr”??), sondern genau das: Kritik, die sich auf einen ganz bestimmten Punkt bezieht, weil es in einem spezifischen Kontext der_m Autor*in wichtig erschien.

    (Dies bezieht sich übrigens nur auf den zweiten Teil deines Kommentars, mit dem ersten gehe ich konform.)

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  5. 5
    Samia

    @Elisa Falls du das noch liest: Ich, ebenfalls bi, bin beim Lesen auch über die Stelle gestolpert, hielt sie dann aber für ok, weil durch kiturak “abgenommen”. Aber jetzt fällt mir auf, dass du selbstverständlich völlig recht hast, danke für den Hinweis. Stephanie, ich fänds wirklich gut, wenn du die Stelle editieren könntest.

    Zu deiner Einschätzung dieses Blogs: Die ist nicht ganz falsch. Die beiden sind die Haupt-Initiatorinnen*, und manche (!) von uns teilen gewisse Kritikpunkte an der Mädchenmannschaft. Ein Stephanie-und-kiturak-Club ist das hier aber nicht und kann es auch nicht sein, da wir nach dem Konsens/Veto-Prinzip arbeiten. 

    [derail]Mein persönliches (politisches!) Hauptproblem mit der MM ist, dass dort früher meine Kommentare immer erst freigeschaltet werden mussten, ich also offensichtlich auf der Trollliste war, und dass manche meiner antirassistischen Interventionen auch nicht freigeschaltet wurden. Vermutlich wegen ihres Tons, wurde mir aber nie erklärt. Ich kann mir auch vorstellen – Achtung, Spekulation – dass dort ein Kommentar wie deiner hier nicht durchgekommen wäre. Bez. *ismen war mir die Moderation wiederum zu lax, ich habe aber den Eindruck, dass sich da mittlerweile was getan hat. So oder so: Ein politischer Streit ist keine alberne Privatfehde.[/derail]

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    1. 5.1
      Stephanie

      Samia » Meinst Du in elisas Kommentar? Sollten wir das nicht elisa überlassen, ob sie die kritisierte Stelle wenigstens irgendwo noch nachvollziehbar hält?

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  6. 6
    Samia

    @Stephanie Nee, ich war nur mal wieder zu langsam.

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