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Gendercamp ’12 die Zweite, (auch) für Nicht-Camper_innen

Voilà die neue allgemeine queerbeet-Diskussion zum Gendercamp 2012!

Zur bisherigen, und immer noch aktuellen, Diskussion zu Adultismus
hier entlang.
(Wir setzen uns unter anderem damit auseinander, ob oder warum manche Einstellungen adultistisch sind, entsprechende Warnung vor den Kommentaren!)

In Absprache mit einer Kommentatorin hatten wir uns entschlossen, eine eigene Diskussion zum diesjährigen Gendercamp zu machen – oder auch nur die Plattform dafür zur Verfügung zu stellen für die, die es interessiert. Diskutiert werden kann nun an diesem neuen Ort über alles rund um das Gendercamp 2012 und die Berichterstattung/Blogposts, die es dazu bisher schon gibt. Diskutieren können die, die teilgenommen haben, genauso wie die, die nicht da waren und sich aus anderen Gründen dafür interessieren.

Kommentare oder Teile davon aus der ursprünglichen Diskussion, die sich allgemeiner mit dem Gendercamp befassen, beziehungsweise nicht spezifisch mit dem Kinder-/Kinderbetreuungs-/Adultismus-Thema, werden hierher verschoben.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2012/06/gendercamp-die-zweite/

8 Kommentare

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  1. 1
    lantzschi

    [...]

    Zum Text: Mich würde interessieren, warum du über das Gendercamp diskutieren willst, mich würde auch interessieren, warum du dieses Jahr nicht teilgenommen hast. Gab es Ausschlusskriterien, die dich daran gehindert haben? Weißt du von anderen, die aus Gründen nicht hingefahren sind, obwohl das Gendercamp generell für sie von Interesse ist?

    [...]
    [Auszug. Original-Kommentar hier. kiturak]

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    1. 1.1
      Stephanie

      [...]

      Ich persönlich weiß von vielen, dass sie nicht zum Gendercamp gefahren sind und auch warum. Spannend ist die Frage, warum andere Menschen, die z.B. da waren, das nicht wissen. Ich neige zu der These, dass gerade solche unvermittelten Fragen (denn die Disk. geht um die Adultismus-Diskussion rund um’s Gendercamp) dazu beiitragen, dass z.B. auch ich mich nicht dazu bereit fühle, diese zu beantworten.

      [...]
      [Auszug. Originalkommentar hier. kiturak]

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    2. 1.2
      kiturak

      @lantzschi:

      Zum Text: Mich würde interessieren, warum du über das Gendercamp diskutieren willst,

      Na ja, aus der Einleitung geht ja schon hervor, dass ausschlaggebend für die Diskussion hier im Blog accalmies Kommentar war – ich persönlich finde es schön, Gelegenheit zu bekommen, solchen Diskussionen einen Raum zu geben, gerade wenn Menschen sich offensichtlich hier wohl damit fühlen. Das freut mich ja auch.
      Abgesehen davon will ich durchaus selbst gern mitdiskuterien – unter anderem habe ich das “natürlich” auch schon ausführlich offline im kleinen Kreis getan – es ist ja nicht so, als gäbe es nicht schon eine öffentliche Diskussion. Ich war letztes Jahr selbst dort, wie schon im anderen Artikel geschrieben, hab auch viel Energie (im positiven Sinn) reingesteckt, und bin aus Gründen ™ ;) (siehe unten) dieses Jahr nicht gekommen. Interessieren tut’s mich deshalb aber immer noch. Im Einzelnen hab’ ich (auch Eigen-)Interesse an ner Diversifizierung der ganzen Sache/am Abbau von sozialen Barrieren, wie sie Stephanie schon in ihrem Artikel grob umrissen hat.

      mich würde auch interessieren, warum du dieses Jahr nicht teilgenommen hast. Gab es Ausschlusskriterien, die dich daran gehindert haben?

      Danke, dass du fragst. Einige Gründe sind Dir ja längst bekannt – ich gehe deshalb davon aus, dass Du sie einfach nochmal dokumentiert bekommen wolltest, um ev. hier sinnvoll diskutieren/ woanders oder in Zukunft bei ner Orga darauf verweisen zu können?

      Im Einzelnen:

      - Allein schon ausschlaggebend für mich war, wie schon im letzten Jahr bei der Abschluss-Feedback-Runde (oder wie sich das nannte) angekündigt, die weite Anreise. Ich kanns mir halt nicht leisten, bzw. nur dadurch, dass ich auf andere Dinge verzichte, die für mich essentiell sind. Letztes Jahr war’s mir durch Unterstützung möglich zu kommen. (Erzwungene Outings wie dieses sind n netter Service an die Orga und ne unangenehme Bloßstellung für Betroffene. Unnötig zu sagen, dass das nicht gerade so aufgefasst wurde, wie du dich vermutlich erinnerst.) In diesem Sinn kann ich der Orga dazu raten, den oben verlinkten Artikel von Stephanie gründlich durchzuarbeiten.

      - Mir wurde zudem im letzten Jahr deutlich klargemacht (durch die Ansage, der Ort werde sicher nicht wechseln, für “die Community” sei der gut so, “wir” könnten ja ein eigenes Camp im Süden selbst organisieren, und die generelle Feindlichkeit der Reaktion auf mein Anliegen), dass für das Gendercamp schlicht nicht erwünschte Zielgruppe bin, sondern eben als “nebenher mitlaufend” geduldet.

      - Ich will meine Teilnahme an weiß dominierten/generell tendenziell, hm, überprivilegierten, Veranstaltungen einschränken – oder mich selbst daran beteiligen, sie umzukrempeln. Letzteres hab ich im letzten Jahr gemacht (links zu den allein 3 Dingern, die ich eher spontan geleitet hab, stehen drüben unter meinem anderen Artikel – “Diversität” und “Barrierefreie Internetseiten” waren dabei). Diesmal hab ich zusammen mit anderen tollen Menschen einen intersektionellen Gruppenblog auf die Beine gestellt – das schien mir aussichtsreicher und war mir wichtiger.

      - Ganz banal (auch wiederum in meiner “Diversitäts”-Session schon dokumentiert, diesmal noch extremer): das Ding war innerhalb von – wo stand das noch – ein paar Stunden (ich rate mal: wieder nach der Bekanntgabe über twitter) voll? – ich meine: ganz ehrlich?

      - Eins der wenigen Dinge, die in Stephanies Artikel nicht (explizit) vorkommen (vom Rest trifft auch noch einiges zu) ist eine ableistische Barriere: Ich kann nicht (immer) 3 Tage lang 24 Stunden am Tag mit anderen Menschen in so einem Rahmen zusammen sein. Letztes Jahr hatten wir extern gewohnt. Das ging gut, aber es war trotzdem beanspruchend. Dieses Jahr hätte ich diese Möglichkeit nicht gehabt, schon (wiederum) aus finanziellen Gründen.

      Hier sind immer noch Dinge nicht genannt, aber das ist ja auch schon erstmal reichlich. ;)

      Weißt du von anderen, die aus Gründen nicht hingefahren sind, obwohl das Gendercamp generell für sie von Interesse ist?

      Ja.

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  2. 2
    lantzschi

    [...]

    Weiterhin habe ich die Frage nach Ausschlusskriterien des Gendercamps nicht gestellt, um mein Unwissen zu thematisieren, sondern aus Interesse, welche Ausschlusskriterien anderen _besonders_ negativ aufstoßen. Mein Eindruck vom Camp als Teilnehmende war, dass durchaus den meisten dort bewusst war, welche ausschließenden Strukturen sich auch durch das Gendercamp ziehen oder durch die Teilnehmenden dort hergestellt wurden, es ging mir bei der Frage darum, noch einmal andere Perspektiven als die, die ich selbst anlege oder die andere anlegten, zu erfahren.

    [...]
    [Auszug. Originalkommentar hier. kiturak]

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  3. 3
    Samia

    [...]

    Zu deiner Nachfrage, warum denn da Leute nicht hinkommen würden: accalmie z.B. hat bei euch aufm Blog ziemlich genau beschrieben, warum sie nicht hinwollte, und da hat dann auch keine_r von euch drauf reagiert. Das fand ich auch ein bisschen krass.

    [...]
    [Auszug. Originalkommentar hier. kiturak]

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  4. 4
    accalmie

    hallo alle, leider ist heute ein etwas absurder tag, daher hier nur ein vorläufiger kommentar:

    erstmal, nur FYI, nadine hat durchaus auf meine fragen beim mädchenmannschafts-blog zum gendercamp reagiert, das geht nur aus den antworten nicht so hervor. ich wollte mit meinen fragen dort auch nicht suggerieren, dass ich die mädchenmannschaft per se und allein in der verantwortung sehe, stellung zu nehmen; laufmoos und throy haben dann ja auch noch was geschrieben.

    was ich an der debatte zum gendercamp spannend und fortführungswert finde, sind ganz einfach basic-fragen: was ist eigentlich das ziel des gendercamps? wer wird angesprochen und warum? wie ich es verstanden habe, geht es primär schon um netzfeminismus (was vielleicht einfach daran liegt, dass die teilnehmer_innen diejenigen sind, die überhaupt vom gendercamp erfahren aufgrund ihres “netzaktivismus”), um “empowerment” im gewissen sinne, und um networking und feedback sowohl im sozialen als auch “professionellen” sinn…? natürlich gibt’s das gendercamp noch nicht lange und gewisse sachen sind eben learning by doing, aber den bitteren nachgeschmack, mit dem ganz bestimmte teilnehmer_innen wieder nach hause fahren mussten, finde ich zugleich bedenklich und diskussionswürdig.

    für mich war das primär die frage nach white privilege, weil ich genau sowas einfach aus xyz-tagungen und workshops kenne (egal, wie “progressiv” die teilnehmenden sein wollen), nadine hat u.a. über heteronormativität beim gendercamp geschrieben. während bis auf einige wenige die frage nach white privilege oder gar rassismus nicht beantwortet werden konnte oder wollte (oder leute mehr reflektionszeit brauchen, so lange ist das ganze ja auch noch nicht her, wenngleich sich dinge offenbar wiederholen im vergleich zu vorhergehenden camps), fand ich die debatte zu heteronormativität, teilnahme von kindern und konkreter kinderbetreuungsarbeit schon ziemlich heftig und irritierend.

    der sinn einer weitergehenden diskussion läge für mich natürlich konkret darin, wie man gendercamps attraktiver und (relativ) sicher für nicht-weiße, nicht-heterosexuelle, nicht-cis, nicht-abledbodied, etc. menschen machen könnte, und ob die momentane struktur dagegen spricht.

    der debattenpunkt “kinder auf dem gendercamp”, wie kinder einbinden, wie mit kindern umgehen, wie kinder betreuen, wie sich als familie verhalten, etc. scheint ja einen ganz schönen nerv getroffen zu haben; und ich wurde einfach anhand der diskussion den eindruck nicht los, dass hier zum einen genau die heteronormativität, die nadine anklagte, als auch ein vages, sexistisches weltbild von qua “natur” kinderfreundlich zu seienden frauen* die debatte strukturiert hat. es wäre doch aber, finde ich, weitere überlegungen wert, wie man das künftig vermeiden oder zumindest mildern könnte; d.h., weder in adultismus zu verfallen noch andere menschen dazu zu zwingen, sich dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie nicht schon wieder einer heterosexuellen kleinfamilie beim frühstücken zuwinken möchten.

    zusammengefasst finde ich die die gendercamp-debatte auch von nicht-teilnehmenden also sinnvoll, weil durch die offenlegung der gründe, warum leute nicht teilgenommen haben oder diejenigen, die es taten, sich das camp anders vorgestellt hatten, und eine diskussion dessen künftige gendercamps weniger anstrengend werden könnten für leute. und, im großen und ganzen, weil das gendercamp für mich auch nur die reflektion von deutschem, feministischen netzaktivismus ist, und dort eben die strukturen reproduziert werden, mit denen manche leute sowieso schon kämpfen müssen.

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  5. 5
    lantzschi

    @Samia

    [...]

    Genau, ich habe accalmie natürlich nicht geantwortet, weil ich so privilegiert bin, dass ich mich mit ihr nicht auseinandersetzen muss, ich weiße Feministin, ich. Geht’s noch anmaßender und verdrehter? Vielleicht mal fragen oder so? Zur Transparenz. Joke war da schneller als ich (ich wollte also nicht nochmal wiederholen, was er bereits treffend formuliert hat) und ich habe mit accalmie persönlichen Mailverkehr gehabt, sowie eigene Artikel zu Ausschlussmechanismen und zu den von accalmie kritisierten Punkte geschrieben, aber naja, einfach mal annehmen und auf Durchzug schalten und sich alles so schön hindrehen, Punkte weglassen und Kommentare nicht freischalten, damit es hier ja so ausschaut, als würden sich die vor Abwehrmechanismen triefenden weißen [weiblichen* Personen]¹ mal wieder mit nix beschäftigen wollen.

    [...]
    1 Editiert von Zweisatz, 01.06.2012 22:32
    [Auszug. Originalkommentar hier. kiturak]

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  6. 6
    Samia

    @lantzschi Ich komme gerade von der Arbeit, was die anderen machen, weiß ich nicht. Hiermit ist alles freigeschaltet.
    [...]
    An deiner Kritik der Heteroinszenierung hat hier, soweit ich das einschätzen kann, niemand was auszusetzen.

    Dass du accalmie ne Mail geschrieben hast, ist ja schön, nur bringt es allen anderen leider herzlich wenig. Dieses private Klären politischer Fragen ist einfach Quatsch. Die “weißen [weiblichen* Personen]“1 kannste dir auch sparen; das ist deine (again: sexistische) Sprache, nicht meine.
    [...]
    Ausschlusskriterien wie Fahrtkosten wurden wohl im letzten Jahr angesprochen und ziemlich heftig abgeschmettert. Wenn die also bekannt sind, wie du sagst, interessieren sie offenbar nicht.

    1editiert, da im Ursprungspost editiert
    [Auszug. Originalkommentar hier. kiturak]

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  1. 7

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