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Aus den Hinterzimmern (3) – Interne Streits und der Hive Mind

Seit dem letzten Hinterzimmerbericht haben wir viel Zeit damit verbracht uns im internen Forum zu kloppen, ein Streit folgte dem nächsten. Neben einigen Randthemen beschäftigen uns zur Zeit dauerhaft drei Themen: Wie treffen wir Entscheidungen, wie und warum reden wir über Gefühle und wie gehen wir mit –ismus-fails um.

Die „Wie treffen wir Entscheidungen“-Geschichte zeigte uns, dass es gar nicht so einfach ist, mit verschiedenen Bedürfnissen umzugehen. So waren wir zunächst dabei generelle Regeln zu suchen, um z.B. irgendwas für die Veröffentlichung frei zu geben. Nach einigen Miss- und Unverständnissen haben wir uns gegen allgemeine und für persönliche Regeln entschieden, also jede_r bestimmt, wann und wie er_sie in eine Entscheidung einbezogen werden möchte. Mal schauen, wann die Vorgehensweise crashed.

Aufgrund unseres ersten epic-ismus-fails beraten wir über die Frage, wie wir mit –ismus-fails umgehen wollen, inklusive Abwehrverhalten und so weiter. Erstaunlicherweise haben wir dafür kein Allheilmittel, aber hey, drüber reden…

Damit durchaus zusammenhängend, jedoch aus einem persönlichen Streit geboren, wollen wir demnächst öffentlich auf der Meta-Ebene über Gefühlsäußerungen streiten. Stay tuned ;-) .

Vermutlich haben wir bereits die Entscheidung getroffen (siehe „Ahh, wie treffen wir Entscheidungen?“), dass wir neu Hinzukommenden eine Gnadenzeit geben wollen, in der sie mitentscheiden können, aber nicht müssen. Dann kann sich erstmal durch’s Forum gewühlt werden usw.

Wir sind die Borg – NOT
Vielleicht sind wir alle ein bisschen verwundert darüber, dass wir takeover.beta-Leuts gerne als homogene Gruppe wahrgenommen und angesprochen werden. Nachdem wir im letzten Hinterzimmerbericht uns schon zur Mädchenmannschaft-Geschichte geäußert haben, aus „Macht und Redaktion“ hervorgeht, dass wir von Uneinigkeit ausgehen und wir gerne die Artikel Anderer auf takeover.beta meist kritisierend kommentieren, dachten zumindest einige von uns schon, dass das Thema ad Acta gelegt werden kann. Dem ist wohl nicht so.
Also nochmal ausdrücklicher: Bisher mögen wir uns gegenseitig und schätzen die Artikel und Positionierungen der jeweils anderen. „Schätzen“ heißt jedoch nicht 100%-Zustimmung.


[Zusammenstellung: Szenen aus Star Trek - The Next Generation, insbesondere "Star Trek: First Contact". INHALTSWARNUNG: Kolonialismus-Parallelen. Transcript folgt unten. kiturak]

Ebenso kommt es vor, dass wir einander – im Forum oder per E-Mail – darum bitten, ein Auge auf eine Kommentar-Diskussion zu werfen, an der wir gerade teilnehmen. Damit kann es also zusammenhängen, wenn mehrere takeover.beta-Leute in einer Diskussion auftreten. Dies bedeutet aber nicht, dass eine gemeinsame Meinung vertreten oder Agenda verfolgt wird. Wer anwesend ist, ist das immer noch als “Privatperson” (oder “Individuum mit Einzelmeinung” oder whatever) und vertritt keine “Blog-Meinung”. Es gibt auch keine Regel sich hinter andere takeover.beta-Leuts zu stellen, auch nicht bei Hilferufen. Dass wir uns gerne auch miteinander prügeln, haben wir hoffentlich hinlänglich gezeigt.
Weiterhin geht mit dem Mitmachen bei takeover.beta keine Übernahme von „Feindschaften“, Animositäten etc. der anderen Beteiligten einher.

Gibt’s dazu noch Fragen? Bitte gerne kommentieren, damit wir zukünftig die „hivemind“, „braintwin“, „Du = Ihr“-Zuschreibungen ein für allemal klären können.

[Transcript Video:
BORG: We are Borg. You will be assimilated.
LOCUTUS/ JEAN-LUC PICARD: I am Locutus of Borg. Resistance is futile. Your life as it has been is over. From this time forward you will service us.
BORG: You will be assimilated.
LOCUTUS/PICARD: Resistance is futile.
BORG (andere Stimme): We are the Borg. Lower your shields, surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile.
Hintergrundinfo Borg: memory alpha wiki – englisch wikipedia – deutsch]

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2012/07/aus-den-hinterzimmern-3/

4 Kommentare

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  1. 1
    grizzlyy

    Hey t.b.-team,

    könnt ihr erklären was ein ismus-fail ist?
    Ich kann mir da mehrer Sachen drunter vorstellen, die schlecht sind, aber ich bin mir nicht ganz sicher.
    Das anklicken des Schlagwortes “ismus-fail” hilft leider auch nicht.

    Vielleicht wollt ihr es nicht breiter treten, aber zur Nachvollziehbarkeit wäre ein Link zu dem betreffenden Artikel hilfreich.

    Beste Grüße
    g

    [freigeschaltet von kiturak]

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    1. 1.1
      kiturak

      @grizzlyy: sorry für die unverständliche Ausdrucksweise!
      kiturak antwortet für sich*:

      -ismus ist hier die Kurzform für die verschiedenen Unterdrückungsformen, Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Ableismus, … und so weiter.
      -ismus-fail bedeutet, dass eine_r/mehrere unter uns *istischen Mist gebaut haben – wobei hier eben nicht näher gesagt wird, welche Art von Diskriminierung es war.

      Es ging auch nicht um einen Artikel, sondern eine interne Diskussion.

      Das Thema ist für uns sehr wichtig und auch nicht vom Tisch (RW), weil es sozusagen ein Grundpfeiler des ganzen Blogprojekts ist. Also, von vornherein zu wissen und damit zu rechnen, dass wir alle ständig *istischen Mist produzieren werden, weil das leider ganz normal ist. Und eher zu fragen, wie wir damit umgehen und uns trotzdem noch mögen oder solidarisch zusammenarbeiten. Also, den Fokus darauf zu legen, wie wir mit den Verletzungen umgehen, die passieren, und vielleicht Wege finden, weiterzukommen.
      Um nicht auf dieser DAS WAR *ISTISCH-NEIN-DOCH!!-Ebene hängenzubleiben, auf der gefühlt 99,9% aller Diskussionen stattfinden, die ich kenne, gibt’s bei uns die Deutungshoheit von (negativ) Betroffenen. Das heißt z.B., wenn eine Person mit einer Behinderung sagt, xy sei ableistisch, dann ist es das, Punkt. Wenn eine Person of Color sagt, das ist rassistisch, dann ist es das, Ende.
      Das hilft dabei, sich auf den Rest zu konzentrieren, der ja an sich viel wichtiger ist, und hinter dem NEIN DOCH immer völlig untergeht. Genereller und nicht auf die besondere Situation bezogen: Wie kommt es überhaupt dazu, dass das passiert? Warum geben wir so gern Abwehrreaktionen von uns, die wir bei anderen sofort als völlig daneben erkennen? Wie schaffen wir es, dass Deutungshoheit auch in kritischen Situationen “gefühlt” zählt? (statt Ich Weiß Es Besser!) Wie gehen wir mit den Verletzungen um? Wie fühlt sich/fühlen sich die Verletzten Person_en trotzdem noch, oder wieder, sicher? Wie reagiert der Rest der Gruppe, wenn sowas passiert? Wer ist “zuständig”?

      *Ich sach das deshalb, weil bei der irgendwie-doch-Protokollform vielleicht davon ausgegangen wird, dass hier doch kiturak of Borg spricht :D – also “die Redaktion” oder so. Bin aber nur ich.

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  2. 2
    Samia

    @grizzlyy Das mit der Verlinkung geht leider nicht, weil es in unserem internen Forum steht. In diesem Fall handelt es sich um eine ganz miese ableistische Abwehrreaktion meinerseits à la “nur weil ich neurotypisch bin, bla und bla!”. ismus-Fails sind, so wie ich das sehe, einfach Fälle von einem der ganzen “*-ismen”. Und Fail, also Versagen halt, weil sowas dem eigenen Anspruch zuwiderläuft.

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  3. 3
    Zweisatz

    @grizzlyy Um Samia zu ergänzen, falls dir “*ismus”, “*ismen” an sich nichts sagt: das ist davon abgeleitet, dass viele Wörter, die Diskriminierung beschreiben, auf “-ismus” enden – wie etwa Rassismus, Sexismus, Cis-Sexismus usf.
    Diese Kurzschreibweise hat sich eingebürgert, weil “alle möglichen Formen der Diskriminierung” irgendwie unhandlich ist ;)

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