«

»

Ausgliederung der Adultismus-Diskussion

Angesichts dessen, dass Adultimus ein gesamtgesellschaftliches Phänome und Problem ist, jedoch gerade akut mit anderen Diskriminierungsachsen verwoben auftaucht (und vorraussichtlich auch wieder auftauchen wird) und – insbesondere weil wir noch nicht genauer drüber gesprochen haben -  eben jenes andere Thema derailt, gliedern wir es aus…. also so irgendwie.

Vorraussichtlich wird das hier eine Diskussion von Erwachsenen über negativ von Adultismus-Betroffenen. Dementsprechend schlecht wird die Diskussion hier laufen. Unter-18-Jährige sind besonders herzlich eingeladen, uns in die Kommentare zu kotzen und/oder in die Diskussion einzusteigen.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2012/07/ausgliederung-der-adultismus-diskussion/

44 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. 1
    Stephanie

    Hier ein veränderter Teil aus einen Kommentar von mir anderswo:

    Es geht bei Adultismus um Menschen, die in unserer Gesellschaft als nicht-mündig angesehen werden, also alles unter 18 (mit Abstufungen). Bei diesen wiederum gibt es Menschen die eine vorrausschauende Willensbekundung abgeben können (“Ich will meine Haare nciht geschnitten bekommen”) und Menschen, die das (noch) nicht können (z.B. Babys). Erstere sind für mich indiskutabel was die elterliche Verfügungsgewalt betrifft. Babys hingegen sind überaus schwierig, was die elterliche Verfügungsgewalt anbelangt, denn für diese müssen bestimmte Entscheidungen getroffen werden (Krabbelgruppe oder nicht, Impfung oder nicht, Taufe oder nicht, mit Herdplatte spielen lassen oder nicht etc.).

      Zitieren  Antworten

  2. 2
    Wintermute

    aber nehmen wir mal den fall einer 3jährigen, die partout nicht am blinddarm operiert werden möchte, wenn er entzündet ist. lässt du der auch den willen, wenn die auch nach stundenlanger diskussion sich nicht vernünftig umentscheidet? glaubst du, 8jährige besitzen genug wissen, um selbst entscheiden zu können, ob nie hausaufgaben machen eine gute strategie für ihr weiteres leben ist?

    [freigeschaltet von Stephanie]

      Zitieren  Antworten

    1. 2.1
      Stephanie

      Hallo Wintermute,
      Kannst Du mir nochmal genauer den Unterschied erklären zwischen “Ich will nicht operiert werden” und “Ich will nicht operiert werden” erklären? Also, wenn eine 48-Jährige keinen Bock drauf hat?

      Ansonsten: Wie stehst Du zu Leuten, die mit 57 beschließen, auf der Arbeit nur noch Solitair zu spielen?

      Wie gut muss eine Begründung Deines Erachtens sein, damit sie “vernünftig” und gerechtfertigt ist?

        Zitieren  Antworten

  3. 3
    Samia

    Die 8-Jährige, die keinen Bock auf Hausaufgaben hat, hat mehr verstanden als ihre Eltern. Die Schule ist ein autoritärer Scheißverein, der einem das Lernen madig macht – da hat die 8-Jährige einfach ma Recht. Dass es für ihr Leben in diesem System schlecht ist, keine Hausaufgaben zu machen, ist ja klar. Das ist aber ein Argument gegen Kapitalismus, nicht für die Schulpflicht.

      Zitieren  Antworten

  4. 4
    textproduktion.net

    Ich bin der Meinung, dass es hier nicht viel bringt, entweder oder zu diskutieren, sondern eher nach den Pflichten und der Verantwortung von Eltern zu gucken. Es gibt schlichtweg Entscheidungen, die oben auch schon erwähnt wurden, die ein Kind nicht übernehmen kann. Ob es nun ein kleines Baby oder ein drei Jahre altes Kind ist. Die Vorstellung, ein Kind könne alleine und von selbst auf vernünftige, für sich richtige Entscheidungen kommen, ist allerdings so alt, wie sich Menschen über Erziehung Gedanken gemacht haben. Und in der Tat gab es auch mal Leute, die gesagt haben, dass der Naturzustand des Kindes alles beinhalte, was notwendig ist, um für sich mündige Entscheidungen zu fällen. Das ist natürlich auch eine sehr erwachsenenfeindliche Einstellung, weil sie davon ausgeht, dass die Welt besser wäre, wenn Erwachsene keinen Einfluss auf Kinder üben dürften, bzw. dass das Übel der Welt durch Erwachsene verursacht sei. Ich gehe davon nicht aus. Ich gehe davon aus, dass Menschen auch zur Mündigkeit erzogen werden müssen. Und hier stellt sich für mich eher die Frage, was wir als Mündigekit bezeichnen. Was denkt Ihr?

      Zitieren  Antworten

    1. 4.1
      Stephanie

      [unbekannt] » Das mit der Mündigkeit ist halt genau der Kasus Knacktus ;-) : Diese nach Alter zu bestimmen ist einfach eine unzulässige Pauschalisierung und zwar eben auch weil die Verfügungsgewalt über Minderjährige nichts mit Mündigkeit zu tun hat. Wäre uns gesellschaftlich die Mündigkeit für Entscheidungen so wichtig, würden wohl z.B. vor jeder Entscheidung (wie z.B. Wahlen) vorher Mündigkeits-Tests laufen – für alle. Dem ist nicht so, sondern es werden pauschal Altersgruppen bestimmt, welche dann eben nicht über Bestimmtes entscheiden dürfen.

        Zitieren  Antworten

      1. textproduktion.net

        Stephanie » Ja, das sehe ich zum Teil ein, sehe aber spontan keine Möglichkeit das weniger diskriminierend zu lösen. Immerhin ist das Alter von 18 Jahren ein Kriterium, was bei den meisten Menschen zwangsläufig eintritt. Wie willst Du das denn staatlich und dabei insbesondere rechtlich klären? Ich kenne 20 Jährige, denen ich weniger zutraue als manchen 13 Jährigen und anders herum. Und zum Teil frage ich mich aber auch bei 50 Jährigen, was da los ist. Wie soll das gesetzlich gelöst werden?
        Und heißt Mündigkeit auch, dass jemand für sich selbt sorgen können muss?
        Ich will hier gar nicht gegen die Sensibilisierung an sich sprechen. Aber ich glaube, ich habe das Hauptargument des Anti-Adultismus nicht verstanden. Geht es darum, ganz gegen Erziehung zu sein?

          Zitieren  Antworten

        1. Stephanie

          [unbekannt] » Die Frage ist halt, wofür ist diese Altersgeschichte überhaupt gut? Warum reden wir nicht über die Frage “Wann dürfen Menschen eine medizinische Behandlung verweigern?” (um Wintermutes Bsp. aufzugreifen) oder “Welchen Geisteszustand brauchen Menschen, um an Wahlen teilzunehmen?” – die Fragen klingen dann halt nicht mehr so schön einfach, ist’s halt aber auch nicht.
          Mal ein praktisches und einfaches Beispiel: Ich war ab kurz nach meiner Geburt immer sehr groß. Als ich noch im Kindersitz-Alter war, ich jedoch für den Kindersitz zu groß war und daher immer Rückenschmerzen bekam, ist meine Mutter zur Polizei, um zu fragen, ob’s da nicht eine andere Lösung gibt. Die sagten es gäbe (oder gaben) eine Genehmigung aufgrund meiner Körpergröße. Wäre alles viel unkomplizierte, wenn’s einfach danach geklärt werden würde und nicht nach einer Altersbestimmung. Klar gibt das Probleme für Menschen, die diese Höhe in ihrem Leben nicht erreichen. Aber wenn’s nicht um Sicherheit geht, ist halt auch die Frage, warum Kindersitze überhaupt verpflichtend sind.

          Und heißt Mündigkeit auch, dass jemand für sich selbt sorgen können muss?

          Dieses Kriterium würde wohl schlecht für einige Männer ausfallen… ;-)

          Geht es darum, ganz gegen Erziehung zu sein?

          Ich find Erziehung in einem gewissen Sinn überhaupt nicht schlecht… frag mich nur, wann mein Projekt meine Mutter zu erziehen, endlich mal abgeschlossen ist. Bei Erziehung ist halt die Frage, wie diese legitimiert und konstruiert wird. Sehe ich Erziehung als ein Recht an, dass ich gegenüber anderen habe, diese jedoch nicht gegenüber mit (Erziehungsberechtige – Kinder z.B.), dann find ich es keine gute Idee. Aber so ist Erziehung halt gedacht und deswegen ist der Begriff schwierig.

          [editiert. kiturak]

            Zitieren  Antworten

  5. 5
    textproduktion.net

    Stephanie,

    Dass es bei Regelungen auch Ausnahmen geben muss und kann, widerspricht dem ganzen doch gar nicht. Ich sagte doch auch, dass eben bestimmte Rechte auch schon vor dem 18. Lebensjahr vergeben werden, was ja auch sinnvoll ist. Und wenn Du aufgrund Deiner Größe eine Sondergenehmigung bekommen hast, dann ist das doch super! Und ich finde es auch super, sich darüber Gedanken zu machen, aber ich bin auch dafür praktische Ansätze auszuprobieren, weil wir eben zum einen nicht alle die Möglichkeit haben, uns den ganzen Tag darüber Gedanken zu machen, sondern auch ganz praktische Dinge entscheiden müssen. Und ich muss ehrlich sagen, dass eine Regelung, nach individuellen Fähigkeiten in Punkto Mündigkeit sich verdammt missbrauchsverdächtig anhört. Da ist es doch vorprogrammiert, dass Leute als unmündig erklärt werden und andere nicht. So wird das zum Beispiel ja auch im Ausländerrecht gemacht. Es darf in Deutschland beispielsweise niemand wählen, der keinen deutschen Pass besitzt. Somit werden eigentlich alle Nichtdeutschen Bürger_innen zu unmündigen erklärt, egal in welchem Alter sie sind. Hier wäre es mir auch lieber, wenn es bei Ausländer_innen auch nur nach dem Alter lediglich ginge und nicht um Fragen der Integrationsbereitschaft, der Nationalität, der Gesinnung etc.

    Was das Recht auf Erziehung angeht, gibt es mindestens zwei Dimensionen. Die eine ist das Recht der Eltern in der Vertretung der eigenen Erziehungsziele gegenüber Außenstehenden, gegenüber dem Staat, gegenüber anderen Eltern, gegenüber Religionsgemeinschaften, etc.. Du ahnst nicht, wieviele Leute Dir in die Erziehung Deines Kindes reinreden wollen. Und glaub mir, fast alle haben Vorschläge dazu. Aber gerade als Mutter, die ich mein Kind 9 Monate in meinem Bauch getragen habe, das ich unter heftigsten Schmerzen und mit einigen Komplikationen auf die Welt gebracht habe, für das ich Nacht für Nacht aufstehe, für das ich so viel auf mich nehme, dafür kann und möchte ich auch selbst entscheiden und ich möchte mir dieses Recht nicht nehmen lassen, wie ich es erziehe. Das heißt nicht, dass ich stur mein Ding mache und mir keine Ratschläge von anderen einhole oder mir keine Gedanken mache. Ich glaube, das machen alle Eltern, weil es eben eine große Herausforderung ist, ein Kind zu haben und es zu erziehen. Aber niemand möchte darüber bevormundet werden. Und das heißt natürlich auch nicht, dass ich mein Kind schlagen und missbrauchen kann, wie es mir passt. Aber dazu gibt es bereits Gesetze.
    Darüber hinaus hat das Recht auf Erziehung meines Erachtens nur noch das Kind, wogegen Eltern die Verantwortung dafür tragen.

      Zitieren  Antworten

    1. 5.1
      Stephanie

      [unbekannt]» Ja, [unbekannt], Mündigkeit ist kein cooles Kriterium, weil wir damit in Teufels Küche (RW) kommen. Aber wofür ist Deines Erachtens die Altersgeschichte gut?

      Was ich bezgl. Deines zweiten Absatz gerne gesehen hätte, ist, dass Du auf meine diesbezüglichen Argumente eingehst.

      [editiert. kiturak]

        Zitieren  Antworten

  6. 6
    textproduktion.net

    Stephanie,

    Ich bin darauf eingegangen und habe gesagt, dass mir jede andere als die Altersgrenze sehr missbrauchsanfällig erscheint. Ich habe keine bessere Idee und solange ich keine bessere Idee habe, die nicht dazu führt, dass noch mehr Ungleichheiten entstehen, bleibe ich gern bei der Altersgrenze. Weil eben jeder Mensch, sofern er dieses Alter überlebt, dorthin kommt.

    Ich glaube, Du möchtest nicht auf meine Antwort eingehen und Dir eingestehen, dass Erziehung eigentlich auch ganz o.k. ist, sofern sie verantwortungsbewusst geschieht. ;)

      Zitieren  Antworten

    1. 6.1
      Stephanie

      [unbekannt]» Ernsthaft [unbekannt], ich habe bereits geschrieben, dass “Erziehung” ganz ok ist, wenn sie anders verstanden wird, als üblich. Gerade dieser Punkt zeigt vllt. ganz schön, was ich mit “auf meine Argumente eingehen” meine.

      Was Dein “Diskriminierung geht ja irgendwann von alleine weg”-Argument betrifft: Wenn ich Geschlecht über Hormone konstruiere, komm ich zum gleichen Ergebnis. Ist ein Umzug etwas so “von alleine weg”, wie älter werden? Na denne. Wenn ich irgendwann keinen Sex mehr habe (mit Alters bedingten Erkrankungen wahrscheinlich) geht dann Heterosexismus auch von alleine weg? Sorry Sakine, aber das Argument kann’s einfach nicht sein.

      Versuch die adultistische Diskriminierung doch einfach mal zu rechtfertigen, statt sie als “hinnehmbar” zu deklarieren. Vielleicht kommen wir dann wieder zu einer ernstzunehmenden Diskussion.

      [editiert. kiturak]

        Zitieren  Antworten

  7. 7
    Wintermute

    “Weil eben jeder Mensch, sofern er dieses Alter überlebt, dorthin kommt. ”

    eben das macht adultismus für mein empfinden weit weniger problematisch als andere diskriminierungsformen
    [freigeschaltet von ehemaliger takeover.beta-Autorin]
    [editiert. kiturak]

      Zitieren  Antworten

    1. 7.1
      textproduktion.net

      Das möchte ich damit nicht mal sagen. Ich möchte nur an die wirklich problematischen Bereiche von Adultismus kommen, ohne den Sinn von Erziehung und die Mündigkeit von Eltern generell in Frage zu stellen, um ihr die Mündigkeit ihrer Kinder gegenüber zu stellen. Vielleicht können auch einige erziehungswissenschaftliche Text helfen, mich besser zu verstehen.
      http://archiv.ub.uni-marburg.de/sonst/1998/0003/k05.html

        Zitieren  Antworten

  8. 8
    textproduktion.net

    hier noch ein Buchtipp, für alle, die sich mit Erziehung beschäftigen

    http://www.socialnet.de/rezensionen/9202.php

      Zitieren  Antworten

  9. 9
    kiturak

    Also ich bin erwachsen, und sogar ICH will hier gerade nur noch kotzen. Wir diskutieren hier nicht mal mehr darüber, WIE wir die Diskriminierung von Menschen unter 18 beseitigen, sondern OB Diskriminierung von Menschen unter 18 nicht einfach doch irgendwie sinnvoll und für alle das kleinste Übel ist oder so.

    Ich kann hier weder sinnvolle inhaltliche Argumente bringen noch sonst irgendwas – ich hab in meiner Kindheit genügend schlimme Scheiße erlebt DURCH Menschen, die es “gut” meinten und NUR DAS FUCKING BESTE FÜR MICH WOLLTEN und will mit niemand zusammen Politik machen, der_die nicht wenigstens zu dem Ansatz bereit ist, KINDER WIE MENSCHEN zu behandeln, und Unterdrückung von Kindern an den gleichen politischen Maßstäben zu messen wie jede andere Unterdrückung auch. Das richtet sich hier an [unbekannt] und Wintermute – und NEIN, ich lese nicht Texte von “Erziehungswissenschaftler_innen”, wenn ich gerade nebenan den Text von Kindern/Jugendlichen selbst verlinkt habe* zu warum “Erziehung” Scheißdreck ist, auf den nichtmal ansatzweise inhaltlich eingegangen wird.

    Ansonsten bin ich nicht sicher, ob diese Diskussion hier für mich gut, sinnvoll oder erträglich ist. Wenn ich nicht antworte, liegt’s daran, dass ich raus bin.

    [*edit: verlinkter Text ist jetzt hier zu finden. kiturak]

      Zitieren  Antworten

  10. 10
    unbekannt

    Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll. Zuerst wird von der redaktion eine demontage meines artikels ja auf nette art betrieben, dann versuche ich dennoch einzulenken und gehe auf eine weitere diskussion ein, um zu verstehen, was euer problem ist. Und jetzt muss ich mir das anhoeren. Sorry, aber hier ist endgueltig die grenze erreicht. Bitte loescht alle meine postings hier
    Ich bin raus.

      Zitieren  Antworten

  11. 11
    Hille

    Also, z.B., wenn ich sage, ich würde Erziehung zwar schon als Maßregelung empfinden in ganz vielen Fällen, aber generell Erziehungsarbeit nicht als komplett schadhaft sehen (wenn das schon falsch ist muss das aber nicht freigeschaltet werden). Aber ich nehme auch gerne Literaturtipps und geh erst an das Thema wieder ran wenn ich mich fitter damit fühle. Danke im Voraus. :)

    [freigeschaltet und verschoben von Stephanie]

      Zitieren  Antworten

    1. 11.1
      Stephanie

      Hille » Erziehen hat meines Erachtens ein ganz komische Bedeutungspraxis, z.B. würde ich sagen, dass wir beide uns versuchen gegenseitig zu erziehen und diese Praxis anerkennen. Also einfach indem wir unsere verschiedenen Bedürfnisse miteinander besprechen, diskutieren, Argumente austauschen usw. Doch hier wird der Begriff nicht verwendet, sondern eben nur in so ‘ner Machtachse zwischen erziehungsberichtigen Personen und zu erziehenden Personen. Das ist seltsam und geht völlig an den Zielen von Erziehung vorbei: Eine gemeinsame Welt zu schaffen und ein Zusammenleben zu ermöglichen. Das Ziel ist jedoch meines Erachtens nur erreichbar, wenn’s halt gegenseitig ist und nicht “durchgedrückt” wird.

        Zitieren  Antworten

  12. 12
    Zweisatz

    Stephanie, ja, ich glaube das ist mein Problem mit der gängigen Bedeutung von “Erziehung”, so wie ich sie auffasse; es wird eben nicht transportiert, dass man Kinder und Jugendliche als eigenständige Menschen ansieht, deren Gedanken und Bedürfnisse wichtig sind, sondern es wird immer dieses “Formen” betont. Statt einen Dialog mit Kindern und Jugendlichen aufzubauen und zu diskutieren, warum man nicht möchte, dass sie xy tun (jetzt aus Elternperspektive gedacht), wird es als normal angesehen, einfach Verbote auszusprechen. Rechtfertigung: es sei “nur zum Besten der Kinder”. Ich frage mich dann immer, warum man denn eine Vorschrift annehmen soll, wenn der_die Vorschreibende nicht einmal erklärt, warum sie die für sinnvoll halten. Der Grund ist dann wahrscheinlich wieder: “als Erwachsene*r habe ich recht und so lange du deiiine Beine unter meinen Tisch steckst” und all die anderen furchtbaren Ausformungen.
    (Habe gerade keine Ahnung, ob ich noch beim Thema bin -.-)

    Von einer Freundin hatte ich auch gehört, dass andere Eltern immer ganz schockiert bemerken, dass sie mit ihren Kindern “wie mit Erwachsenen redet” – wie denn sonst?! (Hatte noch keine Gelegenheit mit den Kindern zu sprechen, ob sie zufrieden damit sind.)

      Zitieren  Antworten

  13. 13
    Hille

    Und eine Anmerkung noch: Ich hatte Kituraks Textempfehlung quer gelesen, und dort kurz die Unterscheidung zweier verschiedener Erziehungsarten (aggressiv und eine andere, die als nicht ablehnungswürdig gezeichnet wurde) bzw. -stile bemerkt. Leider ist in der folgenden Diskussion glaube ich sehr missverständlich diskutiert worden; leider ist nun zudem der Link weg mit dem ganzen Post, so dass ich nicht nochmal nachgucken kann. Wär schön, wenn ihr um auch Einsteigenden die Anknüpfung ermöglichen wollt den nochmal rausholt bzw. den Link dazu postet weil es doch sehr schwer ist sonst zu folgen. (Muss nicht freigeschaltet werden dieser Kommentar, wollte es nur mal zurückmelden).

    [freigeschaltet von Samia]
    [verschoben von kiturak]

      Zitieren  Antworten

    1. 13.1
      kiturak

      Hille » oh, danke für die Nachfrage!

      Ich bin ganz glücklich, dass sich doch noch jemand für den einzigen Text interessiert, der zu der “Erziehungs”-Frage von Kindern und Jugendlichen selbst geschrieben wurde. Sorry, dass wir vergessen haben, das rüberzuholen.

      K.R.Ä.T.Z.Ä. findest Du hier, die Texte zu bzw. Kritik an Erziehung hier, und ich empfehle unbedingt den Grundsatztext zu Erziehen ist gemein

      Ich glaube, bei der Diskussion des Begriffs von Erziehung hier gab’s vor allem einen Schein-Widerspruch: Sowohl Stephanie als auch K.R.Ä.T.Z.Ä. lehnen den “einseitigen” Erziehungsbegriff von “Erwachsener_m” zu “Kind” ab -

      Es gibt bei Erziehung immer ein Erziehungssubjekt und ein Erziehungsobjekt, den Ziehenden und den Gezogenen, den Erzieher und den Zögling, ein Oben und ein Unten.

      (K.R.Ä.T.Z.Ä. -im Übrigen meinen sie damit sowohl die “traditionelle” als auch die “antiautoritäre” Erziehung.)

      Stephanie sagt davon abgesehen, dass ein Begriff von “Erziehung”, der ohne oben und unten funktioniert, für sie ok ist, hatte aber angemerkt, dass “Erziehung” eben generell nicht so verwendet wird und deshalb ein schwieriger Begriff ist. (Ich gebe das jetzt aus der Erinnerung wieder.)

        Zitieren  Antworten

    2. 13.2
      kiturak

      @Hille:
      Was Du meintest , waren eventuell die Grenzen?

      Also, die Antwort von K.R.Ä.T.Z.Ä. auf den üblichen “Kinder brauchen Grenzen”-Spruch. Sie unterscheiden zwischen aggressiven Grenzen, die sie ablehnen, und defensiven, die sie befürworten (link siehe oben, “Erziehen ist gemein”):

      Und noch ein wichtiger Aspekt: Brauchen Kinder Grenzen? Anhänger traditioneller Erziehung beantworten diese Frage klar mit “Ja”, Anhänger der “antiautoritären” Variante beantworten sie mit “Nein”. Der Fehler, den beide machen, ist, alle Grenzen in einen Topf zu werfen. Es gibt nämlich zwei qualitativ völlig unterschiedliche Arten von Grenzen. Es gibt aggressive Grenzen und es gibt defensive. Defensive Grenzen setzt man zur eigenen Verteidigung, also um sich vor fremden Übergriffen zu schützen (z.B.: “Es stört mich, wenn du nachts um drei laut Musik hörst, weil ich dann nicht schlafen kann.”). Sie entsprechen dem Grundsatz “Freiheit, solange die Freiheit des anderen nicht eingeschränkt wird”. Diese Notwehrgrenzen sind für ein friedliches Zusammenleben sinnvoll. Und sie widersprechen auch der Gleichberechtigung von Eltern und Kindern nicht.

      Aggressive Grenzen hingegen setzt man anderen Menschen, um sie zum Beispiel “vor sich selber zu schützen” und sie zu ihrem (angeblichen) Glück zu zwingen (z.B.: “Du darfst keine laute Musik hören, weil es nicht gut für dich ist!”). Erzieherische Grenzen sind aggressive Grenzen. Mit dem Notwehrrecht lassen sie sich nicht begründen. Auf gesellschaftlicher Ebene trifft man diese Art von Grenzen bemerkenswerter Weise vorwiegend in den Staaten an, in denen Menschen-, Grund- und Bürgerrechte auch für Erwachsene nicht gelten. Aggressive Grenzen haben mit Macht zu tun, nicht mit Recht (Gerechtigkeit) wie die defensiven Grenzen.

        Zitieren  Antworten

  14. 14
    Uli

    unbekannt:
    Die Vorstellung, ein Kind könne alleine und von selbst auf vernünftige, für sich richtige Entscheidungen kommen, ist allerdings so alt, wie sich Menschen über Erziehung Gedanken gemacht haben.
    [ . . . ]
    Ich gehe davon nicht aus. Ich gehe davon aus, dass Menschen auch zur Mündigkeit erzogen werden müssen.

    Die ganze Diskussion und insbesondere das gerade zitierte Beispiel kratzt gewaltig an meinem Selbstverständnis als Mitglied des Bildungswesens. Also nicht dass ich vorher “unbekannt”s Erziehungsbegriff benutzt hätte. Nein nein nein nein nein nein. Ich denke nur gerade über das Adultismusproblem in den Bildungsanstalten nach, quasi ein weit verbreiteter Spezialfall dieses weltweiten Ismusses.
    Wie kann ich getreu meiner wuchernden Prinzipien Diskriminierung in einem Beruf mit Sendungsmöglichkeit (oder eher Inspirationsmöglichkeit) verhindern wenn die strukturelle Diskriminierung so hammerhart ist? Ist es verantwortbar an diesem System Teil zu haben mit dem Wunsch, auch in diesen privilegierten Räumen Schüler_innen wirkliche Emanzipation näher zu bringen wie ich bisher etwa vorhatte? Ihr könnt Euch wahrscheinlich ausmalen was für eine klassistische, adultistische, ablistische (Liste keinesfalls vollständig) Scheiße im Lehrerzimmer eines Gymnasiums geredet wird, ich höre das jedoch höchstselbst. Sind die typischen Alternativen wirklich besser? Reform-, Labor-, Montessori- und Waldorfschulen sortieren auch [total*; Samia] nach sozialen Mileus, gefühlter Bildungsnähe usw. Anders und doch gleich . . .

    …das derailt eigentlich gerade in Richtung Klassismus. Wenn Ihr, liebe Redaktion, dieses Wirrwarr als unkonstruktiv für die Diskussion wahrnehmt, dann veröffentlicht es ruhig nicht. Das musste nur irgendwie aus meinem Kopf.

    [freigeschaltet von Samia; *ableistischen Ausdruck entfernt]

      Zitieren  Antworten

  15. 15
    Samia

    Über Reformschulen weiß ich nichts, aber grundsätzlich ist es ja fast immer so: Es gibt einerseits kein richtiges Leben im falschen, andererseits darf der Spruch auch nicht zur Keule werden. Normal waren mir die entspannteren Lehrer_innen lieber als die harten Hunde, ohne die wärs auf jeden Fall noch viel schlimmer gewesen. Trotzdem waren halt auch die voller Fail, wobei mich das dann grade bei denen besonders empört hat.
    Den Zusammenhang mit Klassismus versteh ich grad nich. Irgendwie wegen Gymnasium jetzt? Verstehs trotzdem nich.

      Zitieren  Antworten

    1. 15.1
      kiturak

      Samia » wenn ich es richtig verstehe, dann “Klassismus”, weil die “Alternativ”-Schulen eben sozial gesiebt sind*. … Wobei offen bleibt, ob die überhaupt ein “Besseres” im Falschen darstellen.

      Grob zu dem Thema gab’s vor ein paar Jahren in Mainz mal ein spannendes Interview, Abi ohne Schule: Die unipress sprach mit Podiumsteilnehmerin und Schulaussteigerin Lenya Bock – entsprechende Privilegien, die sowas möglich machen.

      *Nachtrag: Das war jetzt nur meine Interpretation von dem, was Uli geschrieben hat. Ich hab den Verdacht, dass das alles auch recht weiße Geschichten sind, diese Alternativschulen, kenn mich aber auch nicht wirklich aus.

        Zitieren  Antworten

      1. Uli

        kiturak,

        kiturak:
        Ich hab den Verdacht, dass das alles auch recht weiße Geschichten sind, diese Alternativschulen, kenn mich aber auch nicht wirklich aus.

        Da liegst Du tendenziell richtig. Kenne ich persönlich von einer limburger Privatschule sehr krass, wo ganz deutlich nach Token-Kindern mit “prestigiösen” “Migrationshintergründen” aus mindestens Mittelschicht sortiert wird. Und bei der Doku “Treibhäuser der Zukunft” (geht über Reformschulen) hege ich rückblickend auch den Verdacht, dass bei diesen auch ziemlich viel Rassismus dabei ist.

        [feigeschaltet und einmal gratis-Anführungszeichen für die "Migrationshintergründe" von kiturak]

          Zitieren  Antworten

  16. 16
    Uli

    Der für mich momentan sichtbarste Ismus an meiner Schule ist halt Klassismus, weil der weitestgehend gar nicht als Diskriminierung sondern als notwendige und faire Selektion in einer notwendigen Maschinerie für quasi systemimmanente Eliten gesehen wird – Kurzversion: “Die deutsche Gesellschaft geht ohne das Gymnasium unter”. Selbst die Kolleg_innen, die das mehrgliedrige Schulsystem durchaus suboptimal finden, kämen nur zögernd auf die Idee, das als Ismus zu anzuerkennen, zu untersuchen und daraus Schlüsse zu ziehen. Das nervt.
    Reformschulen suchen sich ja in aller Regel die Kinder und auch insbesondere Eltern aus, die sie sich ins Boot holen. Wer nicht passt, kommt nicht rein, ganz ähnlich wie bei Privatschulen. Eine verlässliche Internetquelle habe ich allerdings nicht.
    Letzter Versuch das ans eigentliche Thema dran zu hängen: Das Recht und die Pflicht auf Erziehung im traditionellen, aggressiven und damit adultistischen Sinne liegt rechtlich (Schulgesezetze, -ordnungen usw. sind schlimme Texte) bei den Lehrkräften, die gerade in den privilegierten Anstalten, also Gymnasien, davon aus Überzeugung Gebrauch machen. Damit geben sie die ganzen einzementierten Ismen natürlich einschließlich des Adultismus weiter, denn die “fertigen” Schulabgänger_innen treten dann bildlich gesprochen nach hinten und machen mit ihren Kindern gleich so weiter und halten das für normal.

    Der vorherige Post, und dieser auch noch, ist ein sehr wirrer Text eines nach wie vor unvollständigen (!) Denkprozesses über mein Selbstverständnis und Zukunftsplanung, allgemeine Strukturprobleme usw. Totales derailing tatsächlich. Sorry! :-(

    [freigeschaltet von kiturak]

      Zitieren  Antworten

    1. 16.1
      kiturak

      zum “Derailing” – das kann Dir meines Erachtens kaum jemand vorwerfen. Das liegt schließlich in der Natur der Sache, wenn eben nicht über ein konkretes Beispiel gesprochen wird, sondern über “Adultismus” allgemein. Da passt dann halt alles, und wir können das “das gehört auch noch dazu”-Spielchen über tausende von Kommentaren spielen.
      Wir haben hier schließlich auch keine allgemeine Diskussion zu “Sexismus” – völlig absurder Gedanke, an sich.

      Ist ja nur dazu da (also, in meiner Wahrnehmung), dass sich so viele Leute nie damit beschäftigen, und dann so ne von Grund auf-Diskussion für alles wenigstens ein Anfang ist.

      tl;dr: meine Einschätzung: alles gut.

        Zitieren  Antworten

  17. 17
    Hille

    “Defensive Grenzen setzt man zur eigenen Verteidigung, also um sich vor fremden Übergriffen zu schützen (z.B.: “Es stört mich, wenn du nachts um drei laut Musik hörst, weil ich dann nicht schlafen kann.”). Sie entsprechen dem Grundsatz “Freiheit, solange die Freiheit des anderen nicht eingeschränkt wird”.”

    Ja, genau. Danke.
    Fand das auch sehr nachvollziehbar und als etwas, was ich durchaus als “rückmeldende Erziehung” werten würde – also, wenn Eltern und Kinder gleichberechtigt Rückmeldung geben *können*.

    Was mich aber am Anti-Adultismus [stört] bzw. irritiert: Wie priviligiert ist dieser Ansatz? Heißt: Von wem kann mensch erwarten, dass er über das nötige Wissen verfügt, um Derartiges umzusetzen? Ich finde, Leute müssen schon stark reflektiert sein, um hier Zugang zu finden. Versteht ihr vielleicht was ich meine? Außerdem sehr interessanter Hinweis von Uli zu mittelschichtigen Selektion (würde ich jetzt mal so nennen). Ist aber vielleicht zu weit, geht ja erstmal um Austausch, weniger um Praxis hier. Gruß, Hille. :)

    [freigeschaltet von kiturak]

      Zitieren  Antworten

    1. 17.1
      kiturak

      Hille »

      Was mich aber am Anti-Adultismus [stört] bzw. irritiert: Wie priviligiert ist dieser Ansatz? Heißt: Von wem kann mensch erwarten, dass er über das nötige Wissen verfügt, um Derartiges umzusetzen? Ich finde, Leute müssen schon stark reflektiert sein, um hier Zugang zu finden. Versteht ihr vielleicht was ich meine?

      Super Frage, finde ich.
      Antwort von mir in zwei Teilen:
      1. Ich frag mich dabei vor allem, inwieweit “Adultismus” überhaupt ein Begriff ist, der für Kinder selbst funktioniert – insofern hatte ich eigentlich immer wieder versucht, den nicht “selbsterklärend” zu verwenden. Ich habe den Begriff von ManuEla Ritz (Facebook-Seite hier) kennengelernt, vor Jahren auf dem festival contre le racisme in Mainz, und seitdem viel gelernt – aber vor allem von Erwachsenen.

      2. Zu inwiefern gegen Diskriminierung von Kindern zu handeln “Vorwissen” braucht?
      Meiner Ansicht nach garnicht, genausowenig wie alle anderen *ismen.

      Die Sorte Argument läuft im Grunde auch unfreiwillig immer auf die klassistische Denkweise hinaus, dass “gebildetere” Menschen weniger diskriminierend sind.

      Ich weiß, dass ich als Kind da ganz schön Basisarbeit geleistet hab, ohne jedes “Wissen”, unfreiwillig. Eine Erinnerung, die mir vermutlich immer bleiben wird, ist z.B. der Eltern-Spruch “eine Familie ist keine Demokratie!”, wenn wieder irgendwas gegen meinen Willen durchgedrückt wurde. Das war eine für durchschnittliche Erziehende sehr ehrliche Ausdrucksweise, und damals war mir völlig klar:
      - Dann muss ich eben aus dieser Familie raus
      - Demokratie ist was Gutes
      Das zweite würd ich heute nicht mehr unbedingt unterschreiben (also, kommt drauf an, was unter “Demokratie” verstanden wird), und das erste war eine logisch zwingende Folgerung, von der meine Eltern vermutlich garnicht wollten, dass ich sie ziehe.

      Also: Kinder machen es in der Regel sehr deutlich, dass sie nicht wollen, dass ihnen wehgetan wird, oder dass sie nicht zu etwas gezwungen werden wollen. Es geht nicht daraum, jahrelang “Adultismuswissenschaften” in elitären Blogs zu studieren ;) , sondern einfach darum, Kinder so respektvoll und als eigene Menschen zu behandeln wie alle anderen Menschen auch.

        Zitieren  Antworten

      1. kiturak

        Nachtrag: Vor allem würde das “Vorwissen brauchen”-Ding auch mit sich bringen, dass gegen Diskriminierung von jungen Menschen eintreten etwas ist, was wiederum “von oben nach unten” passieren muss, weil Kinder selbst sowas ja noch garnicht wissen können, sozusagen. Nicht die nötigen Fachbegriffe ;)

        Das wäre aber ja genau falsch herum – es geht ja darum, auf Kinder und Jugendliche zu *hören*, und von Kindern und Jugendlichen zu lernen.

          Zitieren  Antworten

  18. 18
    L.

    kiturak,

    Warum wird hier ein Text verlinkt, der Erziehungsarbeit mit Kolonialherrschaft vergleicht, geschrieben von einer weiß dominierten deutschen gut situierten Gruppe von Kindern aus Berlin-Prenzlauer Berg? In einem Blog, der immer wieder das Schild “Intersektionalität” hochhält?

    Zur Diskussion: Ich finde es daneben, dass Menschen, die bisher keine Erziehungsarbeit geleistet haben, Menschen, die Verantwortung für Kinder tragen (müssen) pauschal gebasht werden. Erziehung bedeutet nicht immer ein nicht-ernst nehmen von Kindern / Jugendlichen. Es gibt viele Formen von Erziehung, die die Bedürfnisse, Meinungen und Ideen von Kindern gleichberechtigt mit einbeziehen.

    Zudem finde ich es verantwortungslos, hier ernsthaft zu propagieren, Kinder die Angst vor einer lebensnotwendigen OP haben, in Lebensgefahr zu bringen.

    [freigeschaltet von Samia]

      Zitieren  Antworten

    1. 18.1
      kiturak

      L. »

      Warum wird hier ein Text verlinkt, der

      Warum, ist Dir vermutlich klar – das ist eine Seite von Kindern und Jugendlichen, die als solche über dieses Thema Deutungshoheit haben. Was Du vermutlich meintest, ist “Ich finde es falsch, dass Du einen Text verlinkst, der”, und antworte mal entsprechend.

      Erziehungsarbeit mit Kolonialherrschaft vergleicht,

      Das stimmt schlicht nicht. Das Zitat lautet

      Der Erzieher glaubt, er handele im Interesse des Kindes, so wie die Kolonialherren einst auch glaubten oder vorgaben, im Interesse der Kolonisierten zu handeln.

      - es wird eine Rechtfertigung der Unterdrückung dargestellt, ein ideologischer Hintergrund.
      Mit etwas Recherche kannst Du Dich ziemlich einfach davon überzeugen, dass das schlicht historisch vollkommen korrekt ist, bis hin zur Verwendung des exakt gleichen Vokabulars.
      Wenn ich nicht mein Nachschlagewerk verliehen hätte, könnte ich hier noch etwas über die “Aufklärung” schreiben, die die ideologische Grundlage des heutigen Bildungswesens darstellt, aber das kannst Du auch gern selbst leisten.

      geschrieben von einer weiß dominierten deutschen gut situierten Gruppe von Kindern aus Berlin-Prenzlauer Berg?


      Netter Versuch.

      Zur Diskussion: Ich finde es daneben, dass Menschen, die bisher keine Erziehungsarbeit geleistet haben

      oh wow, der ist mies. Gehen wir nochmal die Liste der Privilegien durch, die es Menschen bei uns ermöglicht, gesellschaftlich akzeptiert oder überhaupt “eigene” Kinder “erziehen” zu dürfen. CIS-Privileg, weißes, hetero, klassistisches, ableistisches, monogames, … Privileg, und dann verlang das bitte nochmal als Legitimation. NICHT.

      Menschen, die Verantwortung für Kinder tragen (müssen) pauschal gebasht werden.

      Das ist der übliche “warum hasst Ihr Menschen mit Privileeeeeeg?”-Strohmann.
      Es ist nicht Bashing, auf ein scheiß Gesellschaftssystem mit scheiß Machtstrukturen und ner scheiß Gewalttradition hinzuweisen, in der manche Menschen Privilegiert sind und diese Macht und Gewalt direkt ausüben. Ich bin mir sicher, dass es sich GANZ SCHLIMM anfühlt, Menschen, die man liebt, gleichzeitig klarzumachen, [dass] mensch glaubt, sie seien gerechterweise – durch ihre Natur – von autonomen Entscheidungen ausgeschlossen (es GIBT kein “gleichberechtigt” in struktureller Unterdrückung), aber für diese Menschen gibt es den Rest der Gesellschaft als Selbsthilfegruppe, angefangen mit einem gesamten “Wissenschafts”-Zweig.
      Ich sag es einfach nochmal: Als Mensch mit Gewalterfahrung in meiner eigenen Kindheit, und mit dem Wissen, dass diese Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen in der Regel exakt von den Menschen ausgeht, die Macht über Kinder ausüben dürfen, hält sich mein Mitleid gegenüber dem, was Du als “Bashing” bezeichnest, in extrem engen grenzen. Cry me a fucking river.

      Zudem finde ich es verantwortungslos, hier ernsthaft zu propagieren, Kinder die Angst vor einer lebensnotwendigen OP haben, in Lebensgefahr zu bringen.

      Und diesen Strohmann hat Stephanie längst hier beantwortet. Menschen haben Angst vor OPs, Menschen können Informationen zur Verfügung gestellt und Hilfe geleistet werden.

      So, und nochmal geb ich mir sowas nicht, den nächsten Kommentar auf derartigem fail-Level lösch ich persönlich, genauso wie jeden zukünfigen Kommentar, in dem eine Abwandlung des “NEUN MONATE UNTER MEINEM HERZEN”-Arguments vorkommt.

        Zitieren  Antworten

      1. Zweisatz

        @kiturak:

        “NEUN MONATE UNTER MEINEM HERZEN”-Arguments

        You are my hero!

          Zitieren  Antworten

    2. 18.2
      Zweisatz

      @L.:

      Ich finde es daneben, dass Menschen, die bisher keine Erziehungsarbeit geleistet haben, Menschen, die Verantwortung für Kinder tragen (müssen) pauschal gebasht werden.

      Dieses “Bashing”-Argument sitzt einfach nicht. Es wird das Konzept der Erziehung kritisiert und aufgezeigt, dass Kindern strukturelle Macht verwehrt bleibt, die Erwachsene haben. Wie kiturak schon sagte: sicherlich wirft das auch kein gutes Licht auf die Handlanger*innen des Systems, aber die Kritik wird man ja wohl noch ertragen können.

      Und “bisher keine Erziehungsarbeit geleistet haben”: Abgesehen davon, dass das ein echter Schlag unter die Gürtellinie ist (sh. kituraks Kommentar). I-r-r-e-l-e-v-a-n-t. Weißt du, was hier alle schon waren? Kinder. Und weißt du, wer von der Diskriminierung betroffen ist? Kinder. Selbige Kinder leiden unter Formen der einseitigen Erziehung, nicht ihre Eltern.

        Zitieren  Antworten

  19. 19
    Samia

    @L. Woher willst du wissen, wer “Erziehungsarbeit” leistet und wer nicht?

      Zitieren  Antworten

  20. 20
    L.

    @Samia

    Außer [unbenannt] hat sich keine_r von euch (transparent) aus einer erziehenden-Perspektive geäußert, daher meine Annahme.

    [freigeschaltet von Samia]

      Zitieren  Antworten

  21. 21
    Hille

    @Kiturak, es ging mir nicht darum, im Subtext mitschwingen lassen zu wollen, dass bestimmte Milieus nicht die Ressourcen hätten, sinnvollen Umgang mit Kindern auf die Reihe zu bekommen.

    Vielmehr: Wenn es also konkret um Anti-Adultismus geht und die Forderung, hier mehr Durchsetzen zu bekommen für die favorisierte Sicht – wem erschließt sich das? Zu sagen, dass jede_r Mensch da schnell Zugang zu hätte, würde ich naiv finden – grad auch, wenn mensch bedenkt, wie heiß her es in diesem Blog ging, weil es zum Thema viele Missverständnisse gab/gibt.

    “Erziehung bedeutet nicht immer ein nicht-ernst nehmen von Kindern / Jugendlichen. Es gibt viele Formen von Erziehung, die die Bedürfnisse, Meinungen und Ideen von Kindern gleichberechtigt mit einbeziehen.” Danke, genau.

    [freigeschaltet von kiturak]

      Zitieren  Antworten

    1. 21.1
      kiturak

      Hille » ok, ausnahmsweise schalt ich das nochmal frei und antworte, obwohl jeder Punkt bereits beantwortet wurde.

      @Kiturak, es ging mir nicht darum

      Das habe ich auch nicht behauptet, ich habe gesagt, dass Dein Argument darauf hinausläuft, und das tut es nach wie vor.

      wem erschließt sich das?

      Hast Du schon mal ne Sexismus-Diskussion mit Männern geführt? Die Reaktion von Weißen auf Kritik an Rassismus erlebt? Ich kann Dir versichern, dass sich das denen/uns auch nicht “erschließt”, dass sie/wir vielleicht einfach mal keine Ärsche sein könnten, und dass es da auch “Missverständnisse” gibt. Wie ich aber schon gesagt habe, liegt das nicht daran, dass die Argumente unverständlich wären, sondern dass Privilegierte nicht bereit sind, ihr Weltbild loszulassen. Es wird halt auf Kinder einfach nicht gehört – “die können das ja noch garnicht beurteilen”, und all diese Scheiße.

      gleichberechtigt

      Das hatte ich schon hier beantwortet (und an alle: Wenn sich schon auf “Rechte” berufen wird, dann bitte konsequent), hatte sich mit Deinem Kommentar aber vielleicht überschnitten. Inzwischen ist Samia auch nochmal darauf eingegangen.

        Zitieren  Antworten

  22. 22
    Samia

    Ich hab noch nen Spoon übrig für Leute mit nem echten Interesse, Triggerwarnung für adultistische Gewalt: Als ich klein war hatt ich ne Tagesmutter, bei der ich immer alles komplett aufessen musste. Hat dazu geführt, dass ich die nächsten 10-15 Jahre fast gar kein Obst, Gemüse, Käse und paar andere Sachen gegessen hab. Hab ich mir mittlerweile wieder teilweise zurückerobert, aber ey: Dieses Arschloch soll mehr Kompetenz haben, über Adultismus zu reden, als ich?! Oh HELL no!

    Erziehung bedeutet nicht immer ein nicht-ernst nehmen von Kindern / Jugendlichen. Es gibt viele Formen von Erziehung, die die Bedürfnisse, Meinungen und Ideen von Kindern gleichberechtigt mit einbeziehen.

    Ersetz die Kinder in dem Satz mal durch ne andere unterdrückte Gruppe, vielleicht fällt dir dann auf, wie viel Herrschaft da drin steckt.

      Zitieren  Antworten

  23. 23
    Uli

    L.,

    Geht bei Erziehenden speziell um Elter(n), beruflich Erziehende oder beide? Und geht in Deinem Beispiel um unbekannt als Person mit “eigenem”* Kind oder als Absolventin der Erziehungswissenschaften?

    Also Samia diese merkwürdige Nachfrage nach erzieherischer Qualifikation ohnehin schon wiederlegt, aber ich füge da noch etwas hinzu: Ich denke, die Suche nach einer auf etablierter Weise qualifizierten und legitimierten Person, die dann wohl besonders wichtige und gültige Erkenntnisse bereit halte, enthält möglicherweise einen Autoriäts(irr)glauben. Die regelmäßige Ausübung einer Tätigkeit und genauso allgemein akzeptierte Qualifikations- und Legitimationsmerkmale (Abschlüsse, Ausbildungen oder einfach “eigene”** Kinder) legt für mich tendenziell eher den Verdacht nahe, nach typischen strukturellen Diskriminierungen Ausschau zu halten. Das heißt, dass ich bei meinen Kolleg_innen und Ausbilder_innen mehr als sonst auf Adultismus achte.

    Klar, können Erziehendenperspektiven ein Additum sein, aber das Fundament müssen Kinder- und Jugendlichenerfahrungen bleiben, je frischer desto besser. Dass wir hier im Moment nur Erwachsene sind, wurde oben schon zu Recht als nicht unproblematisch angemerkt. Aber zumindest können wir uns alle auf Erfahrungen aus Zeiten eigener Rechtsarmut bzw. Diskriminierung beziehen. Ohne diese Basis, diesen Versuch würde es völlig in adultsplaining versacken und somit Diskriminierung legitimieren.

    [freigeschaltet von Samia]
    [*Anführungszeichen aus der Anführungszeichen-Streudose von kiturak]
    [**Noch ein bisschen gestreut von Zweisatz]

      Zitieren  Antworten

  24. 24
    Anne

    1. Darf man gier auch einfach kommentieren? Lese mir gerade alle Artikel durch, und diese Diskussion fand ich soooo so spannend.

    2. Mir fällt spontan was ein, zum Thema “Erziehungsarbeit-Leistende wissen besser Bescheid”: Als ich noch kein Kind hatte, und hier und da kritische Kommentare gegenüber Eltern/Bezugspersonen/Pflegepersonen/ErzieherInnen geäußert habe (Im Hinblick auf den Umgang mit ihren Kindern – Dinge wie anschreien, herumzerren, alles mögliche erniedrigende..) kam oft der Spruch: “Hast du Kinder?” Wenn man dann nur “Nein” sagt, hat man eh verloren, also hatte ich mir angewöhnt zu sagen: “Nein, aber ich habe eine Mutter/einen Vater/ Eltern..” (je nach Situation).

    3. (Achtung, es folgt eine Schilderung einer rassistischen Situation/Äußerung) Vor einiger Zeit, habe ich eine Kindergarten-Gruppe auf der Straße gesehen. Der eine Junge lief etwas langsamer, die Erzieherin war dtotal genervt, zog an dem Kind und meinte: ” (Name) nun, sei doch nicht so faul, du hast wohl zu lange Urlaub inder Türkei gemacht” Ich dachte, ich höre nicht richtig! Ich bin dann hin und meinte unter anderem, vor den Kindern, zu der Erzieherin: “Das war rassistisch von Ihnen.” Was mir denn einfallen würde mich einzumischen, ob ich selbst Kinder hätte, etcetc. EHRLICH! Was tut das zu Sache?? Als ob man eine Situation nur dann als xy einschätzen könnte, wenn man Kinder hat/erzieht. Baaaah! Aber da hatte ich gesagt: “Ja, habe ich.” Das hatte sie wohl nicht erwartet und schnaubte nur noch vor sich hin. Im Nachhinein betrachtet habe ich noch zu leicht reagiert. Aber ich hoffe inständig, dass einer der Kinder zuhause, oder woanders mal nachgefragt hat: “was heißt rassistisch” und daraufhin die Situation erzählt hat, und die Erzieherin doch noch irgendwie zur Rechenschaft gezogen wurde.

    ALSO: Nur weil eine_r Erziehungsarbeit leistet, heißt das nicht, dass sier besser Bescheid wüsste, das heißt lediglich, dass sier im Bezug auf die Ausübung mehr Macht besitzt. Und wenn man diese Macht angreift, wird sich (fast immer) automatisch gewehrt, kennt man aus allen möglichen Machtverhältnissen und -strukturen. Jemand, dier Macht hat, gibt sie nur ungern ab. (AAAaaargh!) Schön, dass es nun immer mehr Menschen gibt, die dieses falsche Machtverhältnis auch im Hinblick auf Kinder/Jugendliche kritisieren.

    4. Ich stimme dem Prinzip des Anti-Adultismus zu, und wenn ich mich in einschlägigen Mütterforen so umschaue, werden es immer mehr, die sich dessen bewusst werden/sind. Das ist toll.

    5. In der Theorie.

    6. In der Praxis ist das wirklich viel schwieriger. Damit meine ich nicht die Gleichberechtigung, etc. Sondern tatsächliche konkrete Situatioen. Ich habe echt keine Lust euch jetzt mit “Ich habe ein Kind” und dem blablabla zu kommen. Aber ich stehe selbst manchmal an meiner Grenze und weiß nicht mehr weiter trotz der ganzen guten Vorsätze und der ganzen Theorie. Da ist das Kind (fast 2,5 Jahre) in manchen Situationen dann doch der “Verlierer”, und das tut mir sehr oft dann auch leid. Manchmal habe ich das Gefühl ich hänge fest gefangen im “Erziehungsmodell”, dass ich selbst so gern dekonstruiert sehen würde. Es folgen Beispiele, die es verdeutlichen sollen, was ich meine.

    – Morgens in der Küche, Zeit ist knapp: Kind schüttet Getränk aus, über den gesamten Tisch, es läuft überall runter, inklusive der Klamotten. (Bei den Klamotten habe ich dazu gelernt -> Schlafanzug wird erst nach dem Frühstück ausgezogen^^). Ich mache noch ein Getränk, die Sauerrei ist mir halbwegs egal, ich machs halt weg. Kidn macht genau dasselbe nochmal. Ich weiß (meine zu wissen), dass es in die momentane Textphase fällt. Physikalische Gestze, meine Reaktionen etc.. alles wird getestet und auf dauerhaftigkeit überprüft. Ich versuche gelassen zu bleiben. Hunger habe ich keinen mehr. Jetz wird das dritte Getränk über das Brot geschüttet. Da platzt es aus mir raus: “Dann kannst du das brot jetzt auch so essen.” Große Augen, dann Geschrei, Ich habe ein schlechtes Gewissen. Mache noch ein Brot; er kann es noch nicht selber machen. Auf beiden Seiten schlechte Laune. Mir fehlt mein Kaffee, denn der war schon lange kalt. Ich habe das Gefühl, ich MUSS Grenzen setzen, will es aber nicht.. Aber nun jeden Morgen putzen, bis alle schlechte Laune haben? Nö. Die Frage ist eben, wie UMGEHE ich direkte Erziehung? Wie vermeide ich es zu oft “nein” zu sagen? Ich versuche es gerade mit weniger Inhalt, und anderen, leckeren (aber ungesunderen, hmpf) Getränken. Habe nun weniger Sauerrei und wärmeren Kaffee. Aber das war eine echte kleine Meisterprobe.

    - Das wird kürzer: Kind springt auf die Straße/findet Zigarettenstummel auf einer Wiese und will damit spielen/ fasst einem Hund IN den Mund (fast) – Das sind Situationen in denen ich ihn schützen MUSS. Und je nach Schreckensgrad ist meine Stimme dann auch schärfer (niemals: richtig laut), das ist Bevormundung. Aber wie wird das bewertet? Auch da komm ich an meine Grenze.

    - Es ist 22 Uhr: Das Kind steht auf. Ist wach. Will nicht ohne mich wieder einschlafen. Ich möchte aber irgendwie “Feierabend” haben, ausruhen, Küchentisch putzen, etc Vor allem möchte ich: Ruhe haben. Nun schläft er nicht ein, ohne dass jemand neben ihm liegt und seine Hand hält. Manchmal nervt das schon. Zeige ich nicht. Würde aber gerne manchmal einfach rausgehen. Mache ich nicht. Erklären kann ich das, nur ist das “Ich-Wir” Verständnis von ihm noch zu groß (Eigene Gefühlswelt wird übertragen auf alle anderen – also”Ich will das, also willst du das auch, denn du fühlst dasselbewie ich”) als dass er es verstehen kann. Schweirig. Also liege ich da. Oder mein Partner. Und schlafen irgendwann auch da ein. Was okay ist, aber für mich nicht optimal. Da wüsste ich gerne eine Lösung, die beiden Seiten gerecht wird. Gefunden habe ich sie noch nicht.

    -Süßigkeiten. Bin ich nicht dagegen. Aber zuviel finde ich nicht gut. Die Frage ist verbiete ich einen weiteren Keks/Riegel/Kuchen/Gummitier, whatever, oder nicht. Wenn ich es verbiete, kann ich es auch erklären, aber die Folge ist immer Schreien.

    - schließt sich daran an: Zähneputzen. Wenn er nicht will, ich aber weiß, dass es wichtig ist, muss ich das durchführen. Auch da – Erklären, dass wenn man die Zähne nicht putzt, sie anfangen könnten weh zu tun, nutzt nicht. Folge, anstatt 2-3 Minuten dauert das ganze 10. auxh mit Ablenken. Wie verhalte ich mich da, ist die Frage. Ist das Bevormundung? Ja. Hat sie einen “Sinn”? Ja. Was wäre “richtig”?

    Sowas, und das sind “nur” alltägliche “Kleinigkeiten”, beschäftigt mich. Natürlich beobachte ich auch andere Situationen, in denen ich wiederum mein Kind empowern kann. Küssen ist sowas. Er muss niemanden küssen, auch wenn das jemanden enttäuscht (auch mich manchmal). Aber das ist etwas, wo sein Nein immerimmerimmer Geltung hat. Er muss nicht lächeln oder nett sein. Er darf auch wütend und traurig sein. Im Supermarkt, zuhause, bei Verwandten/etc.

    Ansonsten fällt mir zB das Weglassen von Kosenamen schwer. Und das, wo ich das selbst nicht mal leiden kann. Bin ich doch einer derjenigen, die sonst immer meint, “Nenn mich nicht xy, ich habe einen Namen.” Vieles ist Gewöhnungs- und Hinterfragenssache.

    Achja.

    Nochmal zum Punkt mit der OP (ja, ich weiß, wurde beantwortet). Natürlich heißt es dasselbe und hat genau diesselbe Kraft, ob es nun ein 3jähriges Kind oder ein_e x-beliebig-alte_r Erwachsene_r sagt. Die Frage ist halt, ob das Kind die Notwendigkeit verstehen kann, wenn man es erklärt.Und ob es verstehe kann, was passiert, wenn es nicht operiert wird. Und was passiertdann, wenn es nicht verstanden wird? (siehe Beispiel Zähneputzen).

    Punkt Schule:

    Dass das System Schule suboptimal ist, weiß ich. Die Frage ist, was ohne wäre? Oder geht es “nur” um das Schulsystem?

    Wie geht man damit um,dass Kinder, die eventuell in ihren Zuhause(n) “aufgeklärte” Hauptbezugspersonen haben, in der Schule auf das mainstream-gängige adultistische, sexistische, rassistische, klassistische, ableistische, etc System prallen. Wie spricht man das an? Wie macht man sich stark, für das Kind? Wie findet in solchen Situationen Empowerment statt?

    So long – das Kind ist wach

    :D

    [freigeschaltet von Samia]

      Zitieren  Antworten

    1. 24.1
      Zweisatz

      @Anne: Für nen weiteren Ansatz wär für dich vielleicht der Kommentar von Chesh hier interessant. http://highoncliches.wordpress.com/2012/08/26/adultismus-bei-captain-awkward/#comments

      Edit: Also nicht, weil du die Möglichkeit hättest, dein Kind auf ‘ne scheißteure, halb-illegale Privatschule zu stecken.^^ Ging mir eher drum, wie sehr oder nicht man Kinder im aktuellen System mitbestimmen lassen kann bzw. auf welche Weise.

        Zitieren  Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>