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Vaginas, Penisse, Politik

Inhalt: Penetrationssex (PIV – penis in vagina), r*pe, frauen*ärztliche Untersuchung

Hallo Heterafreundinnen*. Lasst euch was erzählen!
Also: Ihr benutzt Tampons und Penisse? Wie schön! Behaltet das für euch! Will ich nicht! –

Szene 1: Ich werde gefragt, ob ich Tampons habe, da eine der Mädels ihre Tage hat. Nein, sage ich, ich benutze nur Binden. Aber warum?, fragt das Mädel sofort. Und redet eindringlich auf mich ein. Gibt es denn einen Grund wieso? Und die sind doch viel besser als Binden! Hast du etwa ein Problem damit, die dir einzuführen? Na? NA?

Warum müssen Menschen mit Vaginas immer stets bereit sein, sich irgendwas in ihre Vagina einzuführen?

Szene 2: Wir reden über Frauen*ärzt*innen. Heterafreundin hat tolle Ärztin und schwärmt, ich brumme etwas über beschissener Typ und nie wieder. Wasdennwasdenn, meint Hetera. ,,Was ist denn das für ne Scheiße, dass ich da halb vergewaltigt werden muss für ne Untersuchung“, meine ich. Und meine damit das kalte Ding, mit dem Menschen penetriert werden, um sie vaginal zu untersuchen. Freundinnen hatten mir davon erzählt, wie ihre Ärzte mit ihnen dabei umgegangen war, und ich entschied mich, die Untersuchung für mich abzulehnen. Mein Arzt war auch so scheiße. Wie lustig. Als ich es ablehnte, kam die Assistentin zu mir und fragte mit Piepsstimme, ob ich Jungfrau sei.

JUNGFRAUSEIN. Ahahaha. Auch so ne Heteroscheiße mit diesem ,,Jungfernhäutchen“, blödes Konstrukt alá echter Frauen* aus Kindheitsstadium herausreißender Erlösersex über Penisconnection.

Von einer älteren Frau*, die mich wohl beraten wollte und gar nicht darauf eingehen, dass ich es NICHT WILL, hörte ich dann, ich solle versuchen, mich zu entspannen und durch den Bauch zu atmen während einer solchen Untersuchung. Das klingt verdächtig nach ,,Close your eyes and think of England.” Auch sie schaute mit einem hochzufriedenen Blick dabei, amüsiert über mein für Frauen* ihrer Ansicht nach unreifes Verhalten.

Zurück zum Hetera-Lesben-Gespräch. ,,Weißt du, wer öfter Sex hat, bei dem wird die Scheide gedehnt und dann tuts eben auch nicht so weh“, gab die Hetera hilfsbereit von sich. Ich starrte sie fassungslos an.

Bitte nochmal: Sex ist nicht gleich Penetration. Vor allem nicht gleich Penispenetration.

,,Es geht nicht darum, ob ich häufig Sex habe oder nicht“, fauchte ich. ,,Sondern dass ich es NICHT WILL!“ Nicht wollen, das bedeutet: Ich strebe es nicht an, mich auf eine Weise untersuchen zu lassen, die mir unangenehm ist, nur weil Männer*(in meinem Fall) meinen, das sei Notwendig(tm), und das als einzigen Grund anführen, was es für mich von einer Vergewaltigung unterscheiden soll.

Menschen und Vaginas und die Politik um ihre Vaginas: Was da los? Aber hier eine Zusammenfassung meines Alltagswissens: Irgendwie scheint da noch ein Märchen herumzugehen, was den Reifegrad eines Menschen mit Vagina betrifft und das er wohl umso höher ist, umso häufiger dabei irgendetwas (bevorzugt ein Penis) in die Vagina dieses Menschen eingeführt wird.

Tampons sind nicht per se ,,besser“ als Binden oder lassen dich reifer menstruieren. Schwimmen soll besser damit gehen – keine Ahnung; ich hab Schulsport [gelöscht, weil Ableismus. Danke, Samia] gern geschwänzt. Und die Leute, die mir erzählen, dass mensch mit Tampons doch auch schwimmen gehen kann, gehen nie schwimmen.

Es gibt [in manchen Fällen. Nochmal danke @Samia] Alternativuntersuchungen beim Frauen*arzt. Auch wenn frau*mensch viel trinken muss.

Sex geht gut ohne Penis.

P.S: Ich habe bisexuelle Frauen* und andere (maybe)tampons-and-penis-using people ausdrücklich nicht angesprochen, weil ich mit denen nicht solche Erfahrungen hatte.

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6 Kommentare

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  1. 1
    gor

    ich bin aus all diesen gründen erst zur frauenärztin als ich schwanger war. extra zu einer frau*. und trotz tampon- und penis-use, fand ich es furchtbar und empfand es ebenfalls als übergriffig. für alternativ-vorschläge hätte ich mich auch eher begeistern können. aber ich habe mich nicht getraut zu fragen, nachdem mir bei diesem termin mehrfach signalisiert wurde, dass es “nicht normal* sei ” nicht zu Frauenärzt_innen zu gehen, wenn man kein “prolem” habe…..komische welt..

    [Freigeschaltet von Zweisatz]

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  2. 2
    Schwan

    Ich weiß gerade nicht recht, ob mein Kommentar abgelehnt wurde (weil das aus meiner Sicht keinen Sinn ergäbe^^) oder ob er irgendwie abhanden kam, daher nochmal: Gehst du nie zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung?
    Was mir noch einfällt: Permanent Tampons zu benutzen lässt einen, denke ich, vielleicht auch etwas das Gefühl für den eigenen Körper verlieren.

    [Freigeschaltet Bäumchen]

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  3. 3
    Bäumchen

    Hallo Schwan, ich hab deinen Kommentar tatsächlich abgelehnt, weil er mich genervt hat. Meine Worte waren, wenn ich mich erinnere: “Sag mal, kapiert die, was das Wort ,,Alternativuntersuchung” bedeutet? Bei Vollmond Ginsengtee kochen oder was?”
    Ich hoffe, du verstehst, wie ich das meine. Nämlich abgrundtief fies.

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  4. 4
    Name tut doch nix zur Sache

    Hey Leute,

    Zur “gehst Du nie zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung”-Frage
    [mit zahlreichen Querbezügen in Klammer]

    Die gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung ist ja prinzipiell schon so ein Ding. Warum soll ich nochmal zum Arzt (Ärztin kommt in dem Weltbild nicht vor) gehen? Ach ja, ich bin ne Frau. Und kann/darf/muß damit automatisch pathologiesiert werden, logo. Was kein Mann ist, ist krank und muß kontrolliert werden, am besten standardisiert und am allerbesten von Männern. [Zahl über Verhältnis Gynäkologen / Gynäkologinnen fehlt hier, aber wäre interessant mal aktuell nachzugucken.]

    Dazu gibt es umfangreiche, sinnvolle kluge Literatur [sucht halt mal: Die Macht der Frauenärzte, Gläserne Gebärmütter, GenderKiller, um ein paar alte Beispiele zu nennen. Suchstichworte könneten auch noch Biopolitik, Bevölkerungspolitik sein. Wer neues, kluges zum Thema findet, möge mich drauf hinweisen], über die Situation an sich und unter besonderen Umständen wie Schwangerschaft, wo die Enteignung des weiblichen Körpers und die Verstärkung der Kontrolle gesellschaftlich angesagt ist.
    Wenn ich mich recht erinnere, wird kein “Organ” so schnell und easy entfernt und so oft zu unrecht operiert wie die Gebärmutter [wir reden hier von großen OPs mit großen Auswirkungen auf den gesamten Körper.],
    Brustkrebsvorsorge ist ein ganz großes aktuelles Debattenfeld und Beipiel für – nennen wirs “Geschäft mit der Angst”, das auf den gleichen Grundlagen beruht. [aktuelle Untersuchungen zum Unsinn gibt es gerade haufenweise]
    Einen Hammer auch die “Brustabtastung”. Hallo? Als ob ich mein Brust nicht selbst kennen würde? Ne fremde Person soll da in 10 Sekunden mehr ertasten, als ich in meinem gesamten Leben?

    Kurz: Warum zur Frauenärztin, wenn Du nicht krank bist?

    [Sie zwingen halt viel schlicht mit dem Pillenrezept. Außer die, die Hartz IV kriegen und sich damit keine Pille, keine Ärztinnen leisten können. (Eigentlich komisch, wo der Staat doch nur reiche Oberstandskinder will.) Zu diesen Problemen wie auch Rezeptfreiheit für Verhütung wie Pille, Pille danach siehe ProFamilia.]

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  5. 5
    Samia

    @Name Also ich bin froh um das Abtasten. Soll man ja auch regelmäßig selber machen – mach ich nie. Und was ich da in meinem “gesamten Leben” gespürt habe, bringt mir ja nix, wenn ich neu krank werde. Das beantwortet auch deine fett gedruckte Frage: Weil ich eine Krankheit so früh wie möglich erkannt haben will. Deine pauschalisierende Brandrede finde ich verletzend.

    In der Schweiz gibts das Pillenrezept übrigens immerhin für 12 Monate, und die Pille danach ist rezeptfrei. Way to go, Deutschland.

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  6. 6
    anne

    Bin (zwar) hetera, dennoch war der Text für mich sehr empowernd. Danke!

    [Freigeschaltet von Zweisatz]

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