Kategorienarchiv: Aufmerksamkeit!

Die Kategorie für den Autor_innen wichtige Artikel.

(mindestens) Klassismus-fail hier bei uns

Der Text Klassismus intersektional denken hier war zum Teil klassistisch und hat Menschen verletzt. Es tut uns leid.

Wir versuchen momentan, wie bei jedem fail, das Ganze soweit hinzubekommen, dass wir
- verstehen, was genau an Scheiße passiert ist. (Acknowledgment)
- uns sinnvoll entschuldigen können. (Apology)
- versuchen, ob wir etwas wieder gutmachen können. (Amends)
- verhindern, dass das zukünftig wieder passiert. (Action)

Diese kleine Reihenfolge (Artikel auf Englisch) nachzulesen bei PortlyDyke: How To Fuck Up

Wir befinden uns noch beim ersten Schritt. Die Energie-, Zeit-, und sonstigen Vorräte der klärenden Leute sind (auch klassistisch bedingt) nicht gerade üppig. Deshalb kriegen wir es leider einfach nicht so schnell hin, wie es sein müsste. Das tut uns leid. Wir können aber nicht mehr und nicht besser.

Allerdings (siehe “mindestens” in der Überschrift) geht es hier nicht nur um eine Diskriminierungsachse. Dieser fail wirkt auf jeden Fall in mehrere Richtungen. Das ändert am Verbocken (RW) nichts. Aber es könnte wenigstens im weiteren Verlauf der Sache hier unnötige Verletzungen/Diskriminierungen vermeiden.
Für alle, die nichts über die beteiligten Personen/Gruppe(n) wissen: Bitte nehmt nicht an, dass irgendwelche Privilegien vorhanden sind, solange das nicht gesagt wird/ wurde.

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Ob alltäglich oder ganz besonders

Schlagwörter: Queerulant_in – Ratschlagkolumne – Fragen

Vor genau einem Monat (welch Zufall) hatte ich dazu aufgerufen, mir Fragen zu schicken, die ich in der nächsten Ausgabe des_der Queerulant_in beantworten werde. Da ich mein Leben vorerst zurückhabe, habe ich nun Zeit zu erklären, worum es sich bei diesen Fragen handeln könnte. Es folgt ein kleines FAQ¹, dessen Fragen meiner blühenden Phantasie entspringen.

FAQ

(1) Kann ich die Hintergründe erklären oder muss meine Frage kurz sein?
Die Frage muss nicht kurz sein. In den meisten Fällen kann ich eine Frage besser beantworten, je mehr Hintergrund-Informationen ich habe. “Mehr Informationen” heißt natürlich nicht “alle” (z.B. Wie heißt dein Hund? Und magst du Snickers oder Mars mehr?). Wenn du das Gefühl hast, deine Frage wird ein Roman, schau vor dem Absenden nochmal drüber, ob sie sich kürzer zusammenfassen lässt. Es kann passieren, dass ich eine Frage bei der Veröffentlichung kürzen muss, wenn sie wirklich lang ist, aber ich arbeite trotzdem mit allen Informationen, die ich habe.

(2) Mein Problem ist eher unspektakulär. Du möchtest sicher eher flippige und coole Fragen für die Kolumne?
Nein. Eine Frage muss nicht besonders ausgefallen sein, um wichtig oder interessant zu sein. Viele Probleme haben einen gemeinsamen Kern. Zum Beispiel “Wie navigiere ich zwischenmenschliche Beziehungen?” oder “Wie kümmere ich mich um das, was ich brauche, ohne andere zu verletzen?” oder “Wie kümmere ich mich gut um mich?” (Übrigens so ziemlich meine Lieblingsthemen.)
Zum Beispiel habe ich schon mal beantwortet: Ich habe meiner*m Partner*in zugesagt, dass wir zusammenziehen, aber jetzt möchte ich nicht mehr. Ist das in Ordnung? Und Meine Mitbewohnerin belagert mich, wenn ich Ruhezeit zu Hause brauche. Wie sage ich ihr auf nette Art, dass sie mich in Ruhe lassen soll?

(3) Ich identifiziere mich nicht-cis und oder nicht-hetero, aber meine Frage hat damit nicht viel zu tun. Kann ich sie trotzdem stellen? Muss ich erwähnen, wie genau ich mich identifiziere?
Ja, du kannst sie trotzdem stellen. Nein, das musst du nicht erwähnen.
Ich beantworte zwar keine Fragen von Menschen, die cis und hetero sind in dieser Kolumne, aber wenn deine Frage nichts mit deiner Identität zu tun hast, musst du sie auch nicht erwähnen. Ich erwarte also keine Einleitung wie folgt: “Ich identifiziere mich als genderqueer und würde gerne wissen, wie ich mich in der Prüfungszeit gut um mich kümmern kann”. Ich gehe einfach davon aus, dass Menschen, die cis und hetero sind die Bedingungen respektieren und keine Fragen einsenden.

(4) Kann ich mir sicher sein, dass meine Anonymität gewahrt wird?
Ja. Stell deine Frage am besten so, wie du sie auch veröffentlicht sehen willst. Du kannst mit einem Spitznamen unterschreiben oder gar nicht. Den Spitznamen benutze ich dann, um dich in meiner Antwort anzusprechen.
Deine E-Mail-Adresse werde nur ich zu Gesicht bekommen, niemand sonst. Sie wird erst recht nicht veröffentlicht oder weiterverkauft oder für andere Zwecke benutzt.
Wenn du nach dem Absenden deiner Frage bemerkst, dass du deine Frage gerne anders gestellt hättest, kannst du ruhig noch eine Mail zur Korrektur schicken.

(5) Meine Frage klingt so lächerlich / Ich will niemandem Zeit stehlen (Redewendung) / Mir wurde schon gesagt, ich soll mich einfach zusammenreißen / Ich trau mich nicht.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keine Frage gibt, die zu unwichtig ist (siehe Punkt 2: es gibt einen gemeinsamen Kern). Wenn du dich nicht traust, ist das in Ordnung. Aber wenn ich irgendwas tun kann, das dir helfen würde deine Frage zu stellen, lass es mich wissen. Wenn dir deine Frage zu klein und unwichtig vorkommt, kannst du auch gerne mit mir Rücksprache halten, ob ich sowas denn auch beantworten will.

So viel zu meinem kleinen FAQ. Wie immer gehe ich auf weitere Unklarheiten gerne in den Kommentaren oder per Mail ein.

Jetzt wann und wo?

Bis zum 21.3.2013 ist noch Zeit mir Fragen zu schicken. An die E-Mail-Adresse: zweisatz [at] takeoverbeta [Punkt] de. Die Antwort(en) werden dann in der_dem Queerulant_in stehen, die_der im April/Mai erscheint.

Seid versichert: ich freue mich wie ein Obst (d.h. sehr doll) über jede Frage. Es gibt keine schlechten Fragen.

1 Frequently Asked Questions = häufig gestellte Fragen

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Call for Ideas: FemoCo2013 – die Gemeinsame Konferenz zu Feminismen of Color in Deutschland

Hier gehts zur Webseite. Diese Information hat mir übrigens den Tag gerettet. :) Ich bin sehr gespannt darauf.

Im Ankündigungstext steht(english version below):

FemoCo2013, die „Gemeinsame Konferenz zu Feminismen of Color in Deutschland“ (Arbeitstitel), ist eine Konferenz von und für uns. Wir, das sind alle Frauen, Trans* und Inter*, die sich als Schwarze, of Color, als jüdisch, im Exil lebend, als Sinti und Roma oder als Migrant_in verstehen. Die Konferenz wird am 5. und 6. September 20137. und 8.September(verschoben) in Berlin stattfinden.
Wenn du Ideen und Vorschläge hast, was du dir auf der Konferenz Feminismen of Color wünschst, mach mit beim Call for Ideas! Mehr Info hierzu sowie zur Konferenz und eine Vorlage für deinen Ideenvorschlag findest du im Anhang sowie auf http://femoco2013.jimdo.com/.
Bitte schick deine Idee bis zum 18. März an femoco2013@gmail.com. Anfang April ist auch ein gemeinsames Meeting zur Besprechung der Vorschläge und zum gemeinsamen Kennenlernen geplant.

Mit Dank und Bitte um Weiterleitung
das FemoCo2013-Organisationsteam

*Bitte beachte: Die Teilnahme an der Konferenz sowie am Call for Ideas ist nur möglich, wenn du zur *Zielgruppe* gehörst. Angehörige der weißen Mehrheitsgesellschaft und Cis-Männer sind von der Teilnahme an der Konferenz und am Call ausgeschlossen.
**Gerne kannst du den Aufruf über deine Netzwerke, an Freund_innen und Bekannte streuen. Wir möchten möglichst viele Frauen, Trans* und Inter* of Color erreichen.

- – - English Version:

FemoCo2013, the „Gemeinsame Konferenz zu Feminismen of Color in Deutschland“ or the „Collaborative Conference on Feminisms of Color“ (working titles), is a conference for us and by us. „Us“ refers to all Women, Trans* and Inter* that recognize themselves to be Black, of Color, Jewish, living in exile, Sinti and Roma or Migrants. The Conference will be held from 5 – 6 September 2013 in Berlin.

If you have an idea or suggestion of what you wish to have at the conference, participate in the Call of Ideas! More information to the conference and the call as well as a template are attached and can also be found at http://femoco2013.jimdo.com/.

Please send your suggestions to femoco2013@gmail.com by 18th of March. An input.gathering is also planned for early April in order to discuss all ideas and get to know each other better.

Any forwarding of this call is very appreciated.

Kind regards

the FemoCo2013 organising team

* Please note: Participation in the Call for Ideas is restricted to those belonging to the conference ‘target group’. Members of the white
majority and cis-men are excluded from participation.
** Please distribute this Call for Ideas throughout your networks, to friends and acquaintances. We hope to reach as many Women, Trans* and Inter* of Color as possible.

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Über die unmögliche Möglichkeit als Feministin zu lieben -Bekenntnisse einer Wölfin

Trigger-Warnung: Sexuelle Gewalt, Vergewaltigung, Prostitution

 

Wenn es um Liebe geht, war ich oft eine Defaitistin. Die Liebe, größtes Symbol der romantischen Verklärung, ist eine der letzten großen Insignien der Macht, die uns bei der Stange halten, uns auf die Suche schicken, uns umtriebig machen. Wozu lieben? Wie?

 

In letzter Zeit sind Bücher dazu erschienen: Von Eva Illouz “Warum Liebe weh tut” und das weniger bekannte, aber meines Erachtens bessere „Das Ende der Liebe – Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit“ von Hillenkamp. Ich bin froh, dass darüber geredet wird. Und ich glaube, dass dieses Thema bisher unterschätzt wurde in seiner Bedeutung für den postmodernen Feminismus; ja vielleicht war dies sogar die Stelle, an der sie uns alle abgehängt haben?

 

Die Vagina-Monologe etwa propagieren, dass meine Vagina mir gehört und dass ich sie mag und viel Freude mit ihr habe – doch gleichzeitig, und deshalb mochte ich dieses Theaterstück nie – bleibt es dabei eine Frau* zu entwerfen, die ihre Vagina liebt um dafür einen Mann* oder eine Frau* zu lieben. Es vermittelt subtil (wahrscheinlich sogar unfreiwillig?) die Botschaft: „Meine Vagina gehört mir, damit ich sie dir – als Zeichen der Liebe – schenken kann“.

Der ökonomische Zirkel des Tauschens ist damit geschlossen. Die Rede von asymmetrischen Machtkonstellationen wie die der unerfüllten Liebe, von Missbrauch und betrogen und verlassen Sein kann beginnen. Der Betrug, all die Zeit, die ich in dich investiert habe; diese Wort rekurrieren auf eine ökonomische Logik, auf eine Logik der Wahl, wie Illouz sagt, auf eine Illusion des freien Aus-handel-ns (Hillenkamp). Und diese Logik befiehlt, meine Vagina freizugeben, idealiter in einem gerechten Tausch mit einer ehrbaren Kauffrau, die mich wiederliebe.

Selbst das Gefühl, beraubt worden zu sein, das sich nach einer Vergewaltigung einstellt, entspricht dieser Ökonomisierung der Vagina. Die Formulierung „Er hat sich etwas genommen, das ihm nicht zusteht, das ihm nicht freiwillig gegeben wurde“ zeigt uns an, dass die Vagina im Netz des Tauschhandels verstrickt ist, dass sich die Vergewaltigung daher wie ein Diebstahl beschreiben lässt.

Meine Vagina gehört mir – und Eigentum ist Diebstahl, wie die Kommunist_Innen sagen. Io sono mia (=“Ich gehöre mir“ – berühmter Slogan der italienischen Frauenbewegung) ist ein Besitzanspruch, wie der Kapitalismus ihn vorschreibt.

 

Jemandem seine Liebe zu schenken ist ein unmöglicher Vorgang, wie Derrida sagen würde. Es ist ein Ereignis. Das beginnt schon damit, dass es durchaus kompliziert ist, jemandem etwas wirklich zu schenken, als Gabe zu lassen. So erläutert Derrida in „Eine gewisse unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen“, dass das Spezifikum der Gabe schließlich sei, dass sie das ökonomische Prinzip des Tauschens durchbricht. Es handelt sich nur dann um eine Gabe, wenn ich nichts dafür zurückverlange. Sonst ist ein Geschenk kein Geschenk. Der Dank zerstöre daher die Gabe, da der Dank sich als eine solche Gegenleistung darstellt und das Präsent wieder in die Logik der Ökonomie zurückdrängt. Das sich unmittelbar einstellende Gefühl des Dankes verunmöglicht die Gabe. „Es ist die Unmöglichkeit des Ereignisses, die das Maß für seine Möglichkeit gibt. Die Gabe ist unmöglich, und nur als unmögliche kann sie möglich werden. Es gibt kein ereignishafteres Ereignis als eine Gabe, die den Tausch, den Gang der Geschichte, den Kreislauf der Ökonomie unterbricht.“ (S.29; Merve-Ausgabe). Und wie könnte mensch der Liebe gegenüber undankbar sein?

 

Diese unmögliche Möglichkeit also muss es sein, die die Liebe von der alltäglichen Prostitution, die eine gescheiterte Gabe ist, die den ökonomischen Kreislauf nicht durchbricht, unterscheidet. Wenn die Liebe ein Geschenk ist, habe ich mich mein Leben lang nur prostituiert. Prostituiert für dich, für Geld, für den Hausfrieden, für deine Liebe, damit du bleibst, damit du gehst, damit du mich magst, damit ich die Miete zahlen kann; all das gerät in dieselbe Reihe – nichts davon bleibt erhaben.

Die Diskriminierung von Prostituierten und all das falsche Mitleid lässt sich so durch eine andere Brille sehen: Das einzige, was die/der Prostituierte anders macht, ist, dass der Tauschhandel der Liebe durch die Gegenleistung des Geldes (statt oder ergänzend zu dem Dank) dort offensichtlich gemacht wird. Bei dem stellvertretenden Hass und der peniblen Distanzierung von der Prostitution handelt es sich so betrachtet nur um eine einfache Projektion einer Gesellschaft, die nicht wahrnehmen möchte, dass sie aus Prostituierten besteht. Bis auf diese seltenen kostbaren Momente, diese unmöglichen Ereignisse der Liebe als Geschenk. Liebe ist kein Gefühl, sie ist ein Geschenk. Sie durchbricht den ökonomischen Teufelskreis der Inflation, durch die deine Küsse immer weniger wert werden.

 

Dich zu lieben ist mir unmöglich. Und nur so kann ich dich lieben. In dieser unmöglichen Möglichkeit vor dir glaubhaft zu bekunden: Ich liebe dich.

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“Zu persönlich”. Über die Versuche, Kämpfe und Debatten zu entpolitisieren.

Auch auf Rumbaumeln veröffentlicht.

Die Kampfansage der Feministinnen* seit jeher war hierzulande eine kurze Phrase, ein in sich vollendeter Satz, der vermeintliche Gegensätze aufgriff und gleichsetzte; politisch wirksam durch die Versöhnung eines durch das Patriarchat unversöhnbar erklärten Dualismus.

Das Persönliche ist politisch.

Mit dieser Aussage wurde vorgegangen gegen die Hybris männlich-linker Politik, die Geschlechterpolitik in den Nähkasten daheim verbannen wollte; gegen Heterosexismus, der andere Formen des Begehrens durch den ,,Zu-Persönlich“-Stempel zum Schweigen bringen wollte und das noch tut; er wird angewendet gerade auch im Bereich sexueller Handlungen; wo lange Zeit negiert wurde, dass auch hier Macht ausgeübt und Unterdrückung erfahren wurde. Er wurde verwendet gegenüber Akten körperlicher wie seelischer Gewalt, die innerhalb von Familien und intimen Partner*innen ausgeübt wird, die ihre Probleme ,,unter sich” ausmachen sollten.

Und er wird noch nicht oft genug verwendet. Und nicht radikal genug.

Schauen wir uns an; was bedeutet denn die Aussage: „Es ist persönlich“ bzw. ,,Das ist zu persönlich“. Es bedeutet vor allem erstmal: Es betrifft andere nicht. Generell suchen sich Menschen aus, wem sie etwas erzählen möchten, sich öffnen möchten, auch was sie als ,,persönlich“ ansehen und was nicht.

Trotz dieser Selbstbestimmtheit bedeutet es nicht, dass diese Handlung/Entscheidung nicht eine Auswirkung hat und in ihren Konsequenzen zum Beispiel nicht auch andere Menschen trifft. Das Persönliche wird politisch, sobald es in einen sozialen Kontext tritt.

Beispiel: Ich entscheide mich als evangelikale Christin, meine Homosexualität nicht auszuleben, sondern eine Hetero-Ehe zu führen; das ist eine persönliche Entscheidung, die jedoch durch den Rahmen der Zwangsheterosexualität innerhalb unserer Gesellschaft und verstärkt durch meine Subkultur zu einem Politikum wird. Es reproduziert ein Machtverhältnis,

Wenn nun aber andere Menschen über einen Menschen hinweg das Urteil treffen, seine*ihre Aussage/Kritik sei zu persönlich; und damit aussagen: Es betrifft sie nicht; versuchen sie das Anliegen des Menschen aus dem sozialen Kontext herauszuheben. Sie verneinen die gesellschaftliche Verantwortung; und somit auch jede Möglichkeit, einen Handlungsrahmen zu schaffen, um mit dieser Aussage umzugehen. Was mich nicht betrifft, kann durch mich nicht verändert werden. Folglich habe ich keine Verantwortung.

Ich habe nun des öfteren erlebt, wie gerade auch zwischenmenschliche Kritik in eine ,,Zu persönlich“-Box gestopft wurde. Es kann eine Form der Reduzierung politischer Kämpfe sein, die uns tagtäglich umgeben und schafft mitunter Erleichterung. Für die betroffenen Personen ist es eine Form von Gewalt, es entzieht ihnen Handlungsmöglichkeiten, es reduziert sie zu Einzelwesen, es ent-powert und ent-solidarisiert. Es ist ein Signal: Hier bitte nicht hingucken. Es ist ein Herrschaftsinstrument.

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Die letzte EMMA: Warum es jetzt echt reicht

Dieser Text erschien auch im Geschlechterchaos

Ein Leser*innenbrief an die EMMA, der nie abgeschickt wird, weil ich will, dass ihn alle lesen können und nicht nur die, die bestimmen, ob er abgedruckt wird

[Vormerkung: Teilweise sind die Texte der EMMA auf die ich mich beziehe, verlinkt. Die Wortwahl dort ist in keinster Weise sensibel. Sie verharmlosen/verleugnen u.a. Rassismus-Erfahrungen und negieren alles außerhalb der Zweigeschlechtlichkeit. Weitere Kritikpunkte in meinem Text. Achtet auf euch, wenn ihr die Links anklickt.]

Werte EMMA-Redaktion,
Werte Frau Schwarzer,

Was bitte haben sie sich dabei gedacht?

Mit Entsetzen habe ich das Editorial und den bzw. die Artikel „Krieg gegen Frauen“/“Krieg unter Frauen“ in der aktuellen Ausgabe der EMMA Januar/Februar 2013 gelesen.

Der Artikel, dessen zwei Teile sich auf den Berliner Sl*twalk 2012 und die Rassismus-Vorfälle bei der 5-Jahres-Feier der Blogplattform Mädchenmannschaft beziehen, steht seit längerem online bis zu dem Absatz in dem es heißt, dass „akribisch recherchiert“ wurde. Was ich dann allerdings las, lässt mich ernsthaft daran zweifeln, ob wir dasselbe Verständnis von Recherche haben.
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Männer, die Frauen hassen

… oder “Män som hatar kvinnor”, heißt ein weltberühmtes Buch im schwedischen Original.

Englische Übersetzung: “The Girl with the Dragon Tattoo”, deutsch: “Verblendung”.

In meiner Erfahrung ist das keine Ausnahme. Wenn ich Bücher oder Filme in der Originalsprache irgendwie verstehen kann (wenn.), les’ oder schau ich nicht die Übersetzung – weil Übersetzungen mir ständig reaktionären Dreck unterjubeln, der so nie von den Autor_innen kam. Ich stell mir das so ähnlich vor wie diese Masche von Politiker_innen: “Ich würde ja, Sie wissen, aber unsere WÄHLER ….” – sprich, so ne “das kauft doch keine_r”-Logik. Oder “in DEUTSCHLAND sind wir ja nicht so politisch überkorrekt, da geht das nicht” (anders als in Schweden, ne? Buch gelesen?). Oder “HÄ? ‘Person of Color?!’ Nie gehört, nehm ich halt [beliebiges übliches rassistisches Wort im Deutschen]“. Oder was weiß ich. (Letztes Beispiel nicht aus den Larsson-Büchern.)
Fakt ist, am Ende kommt Schrott bei raus. Da Leute, die Bücher lesen oder Filme schauen/hören, in aller Regeln irgendwann auf Übersetzungen angewiesen sind, ist das scheiße.

Ich wollt deshalb mal rumfragen, wie’s Euch geht? Kennt eine_r auch so Beispiele? Oder positive Beispiele für tolle Übersetzungen?

(zu den Kommentaren: Ja, ich weiß, dass a) Übersetzungen doll schwer sind, b) auch ganz generell merkwürdiger Kram dabei passiert, c) Übersetzer_innen schlecht bezahlt, im Vergleich zu Autor_innen wenig gewürdigt und überhaupt auch nur Menschen sind und d) nicht alle Entscheidungen (gerade Titel) von den Übersetzer_innen getroffen werden. Mir gehts hier um den Effekt von ärgerlichen, reaktionären, politisch motivierten Falschübersetzungen. “Politisch motiviert” heißt nicht, dass das bewusst und absichtlich passieren muss. Kann aber.)

Nachtrag: Infos und Strategien zum Thema politisch motivierte Inhaltsverzerrung, für Leute, die am 9. 1. in Hamburg sein können, in einem Vortrag von Noah Sow:
“Vorsicht, Falle – Strategien für eine traumafreie Begegnung mit den Medien” bzw. “Hilfe, ich erkenne mein Interview nicht wieder”.

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Antwort auf “Wo ist eigentlich dieser Elfenbeinturm und in welchem Zimmer wohne ich?” von Nadine Lantzsch

Hinweis: Im Artikel schreibe ich ein rassistisches Wort aus, um es zu erklären.

Ich hab grad diesen neuen Artikel auf Medienelite gelesen und mich geärgert, deshalb blog ich jetzt auch mal was.

Ich nenn gleich mal das größte Problem, das ich damit habe: Dass auf Kritik verwiesen wird, die dann aber nicht zugeordnet oder belegt wird. Das ist ne ganz miese Tour, so macht man sich nämlich unangreifbar: Wer sich angesprochen fühlt, ist eh schuldig. Wer sich nicht angesprochen fühlt, ist eh einverstanden. Ich werd deshalb gleich mal was aufklären, was eigentlich erst später im Artikel steht: Die Person, die sich über den Begriff “epistemische Gewalt” beschwert hat, ist unsere* übertrieben supertolle kiturak! Viele bunte <3 <3 <3 an dieser Stelle! Das kann man alles hier auf Facebook nachlesen.

Dieses hinterhältige Nicht-Zitieren hat noch einen weiteren “Vorteil”: Die Kritiker_innen lassen sich hervorragend weißwaschen. Ich lass das mal so stehen, denn um sinnvoll zu widersprechen, müsste ich ja wissen, wer gemeint ist. Merkt ihr was? Ach, ich helf euch: Genau einen Tag vor Nadine Lantzsch hat die einzigartige Bäumchen einen unfassbar wichtigen Artikel zu Klassismus geschrieben (Lesen! Am besten jetzt, vor dem Quatsch hier! Kommentare auch lesen!). Und da wurde bisher mehr so mäßig bis gar nicht drauf reagiert.
Jedenfalls beschließe ich wegen dieser ganzen Fragezeichen, mich einfach von dem kompletten Artikel angegriffen zu fühlen. Zitate sind fett gedruckt. Viel Spaß, geht los:

Oft lese ich Kritik und gewinne den Eindruck, es ginge nur um die Kritik der Kritik willen …

Unpolitisch und psychologisierend. Sagen sowas nicht immer die Masku-Trolle, die Feminist_innen angreifen? Egal, jetzt kommt das erste Argument:

Es wird Sprache kritisiert, die unverständlich ist, aber es wird nicht eingeordnet, was das für Sprache ist und wo sie herkommt, wie sie sich einbettet in ein bestimmtes Herrschaftswissen (oder eben auch Widerstandswissen), wie dieses Wissen und diese Sprache zustande kommt.

Auch hier bleibt die Kritik, die sich ja erstmal total einleuchtend anhört, virtuell. Weil sie einfach in die Luft geschossen wird, ohne Ziel. Nee, auch nicht, kiturak war ja schon ein ganz eindeutiges Ziel. Dann vielleicht: Ohne dass das Ziel bekannt wäre. Trotzdem, ab hier war ich neugierig – was ist dieses Widerstandswissen? Warum ist es wichtig? Wer hat es, wer kann es bekommen?

Erstmal kommt aber ein kleiner Schwenk ins Grundsätzliche:

Warum sich auf einmal in die Kritik eines Machtverhältnis ein fieser liberalistischer Grundgedanke einschleicht und jeder Hinweis auf die Gefahr der Gleichsetzung von sozialen Positioniertheiten mit “Spiel keine oppression olympics!” vom Tisch gefegt wird.

Den Teil fand ich sehr kryptisch. Da hätte ein konkretes Beispiel bestimmt geholfen, kann ja auch ein erfundenes sein. Liberalismus ist scheiße, Oppression Olympics auch, der Zusammenhang ist mir völlig unklar. Ich sag auch gerne mal was gegen Oppression Olympics, deshalb hätt ich die Stelle gern verstanden – wenns jemand erklären könnte, wär das toll.

Jetzt kommt viel von Lantzschs eigenem Leben und wie sie zu einer antiklassistischen Praxis gefunden hat. Sie kommt dann auf “studierte junge Menschen, vielleicht auch aus studierten Elternhäusern”, die ihr bei Vorträgen wegen ihrer Sprache Klassismus vorwerfen. Ich versuch das ja alles zu entschlüsseln, und ich denke mal, hier geht es definitiv nicht mehr um Leute, die ich kenne oder mit denen ich zu tun habe. Ich kenne offline jedenfalls kaum studierte Menschen, und meine großartigen Mitblogger_innen können auch nicht gemeint sein, weil die keinen “neoliberalem Sprech” draufhaben.

Dann gehts darum, dass Lantzsch das Wissen von der Uni weiterverbreitet, indem sie z.B. bloggt. Hier bin ich auch wieder nicht ganz sicher, aber ich glaube, sie sieht das Bloggen als antiklassistische Praxis, weil sie damit ja Leuten hilft, die nicht studiert haben. Find ich ziemlich komisch, aber nicht so wichtig, weil:

Auch dann kommt wieder der Klassismusvorwurf um die Ecke, weil ich nicht immer Alltagssprache benutze.

Undankbares Pack! Da gibt man sich sone Mühe, und dann?! Naja, eh nicht: Sie behauptet ja, die Kritiker_innen seien gar nicht von Klassismus betroffen. LOL. “Nicht immer Alltagssprache” ist ne harte Untertreibung. Diesen Artikel von Lantzsch konnt ich ganz gut lesen, andere: Not so much. Alltagssprache sei “rassistisch, sexistisch usw geprägt und dominiert”. Normal, aber deshalb muss man doch nicht rumakademisieren. Krieg ich doch auch hin! Klar, die *ismen muss und musste ich mir abgewöhnen, das war und ist harte Arbeit. Das hat aber nen Scheiß mit dem Sprachniveau zu tun, ich versteh überhaupt nicht, wie man auf sowas kommt. Ich meine, gehts hier um “je niedriger die Klasse desto größer der Rassismus”? Sind Akademiker_innen weniger sexistisch? Ist “Migrationshintergrund” weniger widerlich als das K-Wort? (Das steht für das rassistische Schimpfwort “Kanake”.)

Warum soll ich Wissen von Theoretiker_innen of color umlabeln, umschreiben und umsprechen, so dass es auch jede weiße Person begreift? Warum wird Wissen von Theoretiker_innen of color als “Fremd”wörter fremddefiniert?

Bahnhof. Um welche Wörter gehts hier? Englische Sachen vielleicht? Spaß, es geht natürlich um die fantastische KITURAK! Also, um das oben erwähnte Zitat von Facebook.

Und warum beschweren sich weiße Personen aus Akademikerhaushalten, dass sie auf postkolonial verorteten Konferenzen das Wort “epistemische Gewalt” nicht verstanden haben … Während Wikipedia eigentlich die Antwort auf dem Silbertablett serviert?

Ich will hier nochmal betonen, was für ne unfassbar widerliche Tour das ist, jemanden so anzugreifen, dass nur sie* und ein paar wenige Eingeweihte es verstehen können. Aber zur Kritik: Wenn ich Wikipedia frage, kommt was krass Unverständliches über “Epistemologie”. Das soll ein Silbertablett sein?! Letztens konnte mir jemand “epistemische Gewalt” erklären, es bedeutet sowas wie “Wissensgewalt” oder “Gewalt durch Wissensproduktion”. Weil.. ein Epistel ein Brief ist. (Korrigiert mich bitte, wenn das völliger Quatsch ist.) Ich denke, das soll jetzt ein Beispiel für einen Begriff aus dem Widerstandswissen sein. Er ist ganz klar akademisch, lateinisch, für Außenstehende nicht verständlich. Kein Plan, warum das kein Fremdwort sein soll. Man kann so einen Begriff hinterfragen. Spoiler: Ich bin weder weiß noch akademisch, die Keule zieht also nicht.

Warum wird hier Klassismus gegen Rassismus ausgespielt, während es in der Mehrheit von Rassismus betroffene Menschen sind, die sich mit “ethnischer Unterschichtung”, Sozialchauvinismus und der Bewertung ihrer nationalökonomischen Verwertbarkeit rumschlagen müssen …

AAAAAH anstrengend. Denkt sie denn, die Menschen, für die sie da spricht (Achtung: bei anderen ist das was Schlechtes), verstehen den ganzen Scheiß? Gibts doch nicht. Aber es ist noch nicht vorbei, hier:

Warum wird widerständiges antisexistisches, antirassistisches Wissen zur Angriffsfläche von Klassismuskritik und nicht die sexistischen und rassistischen Wissensproduktionen irgendwelcher weißen Theoretiker … Warum werden nicht vornehmlich linke Theoriemacker bei Seite genommen …

Immer das Gleiche: Nestbeschmutzerin*! Wir müssen zusammenhalten! Du machst unsere schöne Bewegung kaputt! Die da drüben sind viel schlimmer! Das kann man doch echt nicht mehr bringen. Trololol, und woanders müssense hungern.. Aus.

Wichtige Hinweise: Das takeoverbeta-Team haftet nicht für Samia. Das ist übrigens immer so und bei allen, außer bei gemeinsam veröffentlichten Posts wie den Hinterzimmerberichten.
Die üblichen Lantzsch-Haters brauchens gar nicht erst versuchen, ihr seid hier immer schon raus. Sollte uns jemand durchrutschen, weil er_sie sich verstellt, sagt Bescheid, dann fliegt er_sie nachträglich raus.

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Der Katholizismus gehört nicht zu Deutschland

Der neue Liebling des „kleinen Mannes“ (der vermutlich die „kleine Frau” miteinschließt, solang beide weiß, deutsch und hetero sind) Joachim Gauck, hat kürzlich in einem ZEIT-Interview festgestellt, dass nicht der Islam, sondern nur die in Deutschland lebenden Muslim_innen zu Deutschland gehörten. Diese subtile Trennung beruht auf der scharfsinnigen Analyse, dass der Islam ja auch weder Aufklärung noch Reformation erlebt habe. Dankend möchte ich diese Analysekategorien nun auch auf andere Religionen anwenden, die in Deutschland praktiziert werden.
 
Das zweite Kriterium ist dabei schon mal recht einfach: Eine Reformation haben nur die protestantischen Religionen hinter sich und sind somit die einzigen Religionen, die wirklich als richtig deutsch durchgehen können. Zu diesem Schluss waren übrigens auch schon die Nazis gelangt, so dass diese Einschätzung also bereits eine längere Tradition in Deutschland vorweisen kann.
 
Schwieriger wird es bei der Aufklärung.
 
Zwar gab es katholische Aufklärer (mir sind nur Männer bekannt), doch wurden deren Reformansätze ab 1814 unter Pius IX. sämtlich wieder zurückgenommen. Dies sollte dann auch bis zum zweiten vatikanischen Konzil 1962-65 so bleiben. Doch auch seit 1965 sind längst nicht alle Forderungen der Aufklärung erfüllt. So hält die katholische Kirche bis heute an dem Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes oder der als Aberglauben verurteilten Bedeutung bestimmter Rituale fest. Außerdem gibt es immer noch katholische Strömungen, die nicht mal das zweite vatikanische Konzil anerkennen. Besonders bekannt sind hier die Piusbrüder, die nicht etwa wegen ihrer Ablehnung des zweiten vatikanischen Konzils, sondern weil sie ohne Erlaubnis des Papstes eigene Priesterseminare gründeten, ihren Status als katholische Organisation verloren. Die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbrüder wurde übrigens 2009 vom deutschen (aber nicht zu Deutschland gehörenden) Papst wieder aufgehoben.
 
Gut schneiden hingegen Protestantismus und Judentum in Punkto Aufklärung ab. Sämtliche der bedeutendsten Vertreter_innen der Aufklärung in Deutschland waren Protestant_innen oder Jüd_innen und der Gedanke der Aufklärung setzte sich als Grundüberzeugung in allen jüdischen und protestantischen Milieus durch. Dass die einen später von den Nazis (die zwar Deutsche waren, aber da anti-aufklärerisch offenbar nicht zu Deutschland gehörten) zur Quasi-Staatsreligion gemacht wurden, während die anderen zum Ziel nationalsozialistischer Vernichtungspolitik wurden, könnte darauf hinweisen, dass das Kriterium „Aufklärung“ alleine vielleicht etwas dünn ist. Aber wir wollen uns davon nicht weiter beirren lassen.
Zu erwähnen wäre in Bezung auf den Musterschüler Protestantismus noch, dass sich mit dem steigenden Einfluss Evangelikaler in Deutschland nun auch bei diesem Probleme einschleichen. Die Evangelikalen, deren gemeinsamer Nenner die wörtliche Auslegung der Bibel ist, sind nämlich leider eine ganz und gar anti-aufklärerische Bewegung.
 
Fazit: Auf einer Deutschheitsskala von 0-100% schneiden die untersuchten Religionen so ab:
 
1. Platz: protestantische Kirchen 90% (Reformation ja; Aufklärung bei Hauptströmung dominierend, -10% für erstarkende anti-aufklärerische Evangelikale)
2. Platz: Judentum 45% (keine Reformation; Aufklärung bei Hauptströmung dominierend, -5% für erstarkende Orthodoxie)
3. Platz katholische Kirche 20% (keine Reformation; Aufklärung bei Hauptströmungen nicht voll durchgesetzt; anti-aufklärerische Teilbewegungen)
 
Dieses Ergebnis beruht auf den Analysekriterien eines protestantischen Theologen – ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
 
 
(Disclaimer: Diese Polemik könnte den Eindruck erwecken, dass ich „Aufklärung“ als uneingeschränkt positive Wertreferenz teile. Mir ist hingegen bewusst, dass es eine koloniale und imperiale Tradition gibt, die „Aufklärung“ als positives Selbstbild anderen Kulturen gegenüber als Mittel der Machtausübung und Rechtfertigung von Rassismus und Unterdrückung zu benutzen. Auf die „Aufklärung“ können sich zudem so unterschiedliche Weltbilder wie Marxismus, Parlamentarismus, Rassenlehre oder Liberalismus (kein Anspruch auf Vollständigkeit) positiv berufen. Mir ist also durchaus bewusst, dass „Aufklärung“, gerade in dieser von Gauck abgrenzend verwendeten Weise, eine höchst problematische Geschichte hat und dass die Werte, die auch ich positiv mit Aufklärung verbinden würde, wie individuelle Selbstbestimmung, Überwindung von Unmündigkeit durch Vernunft etc. selber Teil politischer Auseinandersetzung und Interpretation sind. Mir ging es aber in diesem Artikel weniger darum, die verwendeten Begriffe selber zu hinterfragen, als die Willkürlichkeit und Absurdität solcher „historischer Kriterien“ deutlich zu machen.)

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Barrierefreiheit im weitesten Sinn

Ich habe mich schon mehrfach hingesetzt, um über meine Erfahrung mit Gruppen- und Veranstaltungsorganisation zu schreiben. Zwei der Themen sind bereits seit einiger Zeit online: “Kritik und Gruppendynamik” und “Methoden der internen Gruppenorganisation”. Diesen Text habe ich bereits vor etwa einem Jahr geschrieben, doch aus Sorge um Vollständigkeit usw. nicht veröffentlicht. Die jetzt wieder aufkeimenden Diskussionen um das Gendercamp haben mich wieder daran erinnert. Ich finde die Diskussionen wichtig, doch hab ich immer das Gefühl, dass “die Welt” komplett neu erfunden wird. Viele der Themen wurden schon in verschiedenen Kontexten diskutiert. Vielleicht hilft eine Wissenweitergabe, um dann mit dieser weiterzuarbeiten. Hier also das, was ich mitbekommen habe:

Die Organisation von Veranstaltungen zu kritisieren ist genauso notwendig wie schwierig. Einerseits sind die Organisator_innen ganz toll, weil sie die Zeit (und das Geld etc.) für die Vorbereitungen aufgebracht haben, andererseits wurden Dinge nicht bedacht, die bedacht hätten werden müssen.

Aus der institutionalisierten Frauenbewegung und anderen Gremien bin ich gewohnt, dass in einer Orga-Gruppe (also die Gruppe, die eine Veranstaltung organisiert) immer wenigstens ein paar Menschen mit Erfahrung sitzen, aber es gibt eben auch Orga-Gruppen, in denen das nicht so ist. Zudem gibt es Orga-Gruppen, welche nicht prioritär Barrierefreiheit und so auf dem Schirm haben und daher diesbezügliche Vorschläge leicht übergehen.

Daher hier meine Zusammenstellung was ich über Barrierefreiheit und so in den letzten 10 Jahren gelernt habe, damit Orga-Menschen und solche, die es werden wollen, von dieser Erfahrung außerhalb von Kritik nach einer Veranstaltung profitieren können. Ich erhebe nicht mal ansatzweise Anspruch auf Vollständigkeit und ebenso wird nicht alles per se richtig sein. Ich neige zu einer egozentrischen Weltsicht und bemühe mich um Offenheit für Kritik und Ergänzungen.

Inhaltsverzeichnis

 

Zielgruppe
Die wenigsten Veranstaltungen heißen „Weiße, reiche, heterosexuelle, monogame, cis Männer ohne Behinderung treffen sich zum Thema X“. Dann würden alle POC, Frauen, nicht-heterosexuelle, nicht-monogame, intersexuelle, nicht-reiche, trans Menschen mit Behinderung (in allen Kombinationen) wissen, dass ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist. Kommen diese trotzdem, können sie sich nur darüber beschweren, dass sie weder eingeladen noch in der Veranstaltungsgestaltung bedacht wurden.

Da jedoch die meisten Veranstaltungen die Zielgruppe – wenn überhaupt – nur minimal definieren (z.B. „Nur für Frauen“, „Für die Region X“), müssen eben alle Nicht-Ausgeschlossenen bedacht werden. Das ist sehr schwer und ich habe noch keine perfekte Veranstaltung gesehen.

Wichtig ist, sich bei jeder Frage im Hinterkopf zu halten: „Ich bin nicht der Maßstab!“.
Wahlweise hilft auch bei Vorschlägen mit der Formulierung „Für mich wäre …. gut/nicht gut.“ zu arbeiten und bei anderen Vorschlägen ebenso auf die „ich“-Formulierung zu achten. Generalisieren bringt nicht weiter, als z.B. nicht „Wir können ja (nicht) in einer Turnhalle schlafen“ sondern „Ich kann (nicht) ohne Probleme in einer Turnhalle schlafen“.

Macht Euch Gedanken darüber, wer kommen soll und wer nicht. Gebt das auch bekannt! Wenn ihr keinen Wert auf die Anwesenheit von bestimmten Gruppen legt, schreibt das „Wir legen keinen Wert darauf, dass berufstätige Menschen mit 9-5 Jobs kommen. Daher haben wir das Treffen auf Werktage in diesen Zeitraum gelegt. Wenn 9-5 Jobs Menschen trotzdem kommen, freuen wir uns (nicht), aber (/denn) ihr seid nicht unsere Zielgruppe.“ oder „Unsere Hauptzielgruppe sind Studierende und daher haben wir bei Wahl des Zeitpunkts vor allem auf deren Bedürfnisse geguckt.“. Ihr könnt es nicht für alle perfekt machen, aber es hilft, Menschen vorzuwarnen, ob sie zur (Haupt-) Zielgruppe gehören oder eben nicht.

Natürlich ist es nicht schön, nicht zur Zielgruppe zu gehören. Schlimmer ist aber, zu glauben zur Zielgruppe zu gehören und dann zu erfahren, dass es nicht stimmt. Klare Äußerungen verhindern Gefühle, wie „Ich hab so viel dafür getan hier zu sein und jetzt bin ich gar nicht erwünscht.“ – solche Gefühle produzieren Wut und Enttäuschung.

Zeit & Zeitpunkt
Menschen haben unterschiedlich viel Zeit, unterschiedliche terminliche Verpflichtungen, unterschiedliches Zeitempfinden und unterschiedliche Rhythmen.

Einige Studierende haben in den Semesterferien mehr Zeit, einige weniger. Für einige Menschen bedeuten Wochenenden Freizeit, für Einige nicht. Einige Menschen können Urlaub für Veranstaltungen nehmen, andere nicht oder brauchen ihren Urlaub für anderes. Einige haben abends Verpflichtungen, andere haben Freizeit. Einige haben Tags  Verpflichtungen, Einige nicht. Einige haben zu sehr unterschiedlichen Zeiten Verpflichtungen. Einige können sich mehrere Stunden konzentrieren, Einige brauchen häufiger und/oder größere Pausen. Einige können nachts besser arbeiten, andere tagsüber. Einige brauchen mehr, andere weniger Schlaf. Einige können sich nur kleinere Zeiträume freischaufeln, Einige mehr. Einige können langfristig planen, Einige nur kurzfristig.

Wenn also mehrere Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort (physisch oder virtuell) sein sollen, kann es nicht allen Recht gemacht werden – insbesondere bei großen Gruppen. Natürlich gibt es viele Menschen, die an Wochenenden Freizeit für Veranstaltungen haben, aber es sind eben nicht alle.

Bekanntgabe des Termins & Anmeldung
Je frühzeitiger ein Termin bekannt gegeben wird, desto wahrscheinlicher, dass viele Menschen es einplanen können. Desto kurzfristiger eine Anmeldung möglich ist, desto flexibler ist die Zeitplanung für Menschen mit vielen und/oder flexiblen Verpflichtungen.

Zeitplan
Wenn von Vornherein klar ist, wann angefangen und aufgehört wird, können sich Menschen zumindest darauf einstellen. Den Zeitplan einzuhalten, hilft Menschen, die darauf angewiesen sind. Nicht einfach später anfangen, nicht einfach später aufhören, usw. Alle Menschen die da sind, wollen dabei sein und haben dafür ein organisatorisches Drumherum in Kauf genommen. Einige davon, werden sehr „pünktlich“ geplant haben, damit sie da sein können. Einfach „länger zu machen“ sagt denen, die pünktlich gehen müssen, dass auf ihre Anwesenheit verzichtet werden kann.

Pausen
Menschen sind unterschiedlich belastungsfähig. Regelmäßige Pausen einzuplanen hilft z.B. weniger Belastungsfähigen ungemein. Einigen jedoch werden die angebotenen Pausen zu wenig sein, hier hilft es entweder die Möglichkeit über eine Geschäftsordnung mehr Pausen zu schaffen und/oder allen freizustellen, ob sie alle Veranstaltungsteile besuchen. Falls nichts über eine Teilnahmepflicht (im Vorhinein) bekannt ist, hilft es nicht Teilnehmer_innen Abwesenheit vorzuwerfen.

Dauer der Veranstaltung
Unglaublich schwierig. Denn für Einige ist mehr Zeit besser, für Andere nicht. Zumindest wäre es gut bekannt zu geben, ob eine Anwesenheitspflicht für die gesamte Dauer besteht. Falls nicht: Nicht vorwerfen oder bewerten, wenn Menschen früher gehen/später kommen.

Zeitpunkt
Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt. Abwesenheit ist daher nicht nur eine Frage des Interesses. Die Forderung nach einem anderen Zeitpunkt ist nicht unverschämt, sondern berechtigt. Aber ja, es kann nicht für alle der perfekte Termin gefunden werden.

Bei nicht-einmaligen Veranstaltungen hilft es teilweise, den Zeitpunkt zu wechseln – insbesondere wenn die definierte Hauptzielgruppe nicht zeitspezifisch ist.

Kinderbetreuung
Kinderbetreuung ermöglicht es Elternteilen unabhängig vom Geldbeutel und Kinderversorgung teilzunehmen.

Ebenso: Kinderbetreuung kann für junge Menschen, die von Veranstaltungen ausgeschlossen werden sollen oder nicht teilnehmen wollen, ein alternatives Angebot sein. (Edit dank kiturak)

Veranstaltungsort
Wo etwas stattfindet, bedingt die Erreichbarkeit, die Fahrtkosten und die Anreisezeit. Nicht alle Menschen können gleich viel Zeit und Geld für die Anreise aufbringen und nicht alle Menschen nutzen die gleichen Transportmittel.

Ebenso: Berlin ist für PoC safer als andere Orte sowie Bahnhöfe, die ohne Regionalbahnen erreichbar sind. (Edit dank Mrsnextmatch)

Transportmittel
Gibt es Wege den Veranstaltungsort mit Bus und Bahn zu erreichen? Sind die Aus- und Einstiege Barrierefrei? Wie weit sind die Fußwege? Sind die Fußwege kurz genug, für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind? Muss geshuttelt werden und wurde bei der Wahl des Shuttlefahrzeugs u.a. auf Rolli-Bedürfnisse geachtet?

Gibt es Parkplätze in Gebäudenähe? Sind Parkplätze in direkter Nähe Menschen mit entsprechenden Bedürfnissen vorbehalten? (Nicht alle Menschen kommen aus „Luxusgründen“ mit dem PKW.)

Fahrtkostenunterstützung / Wechsel des Veranstaltungsorts
Insbesondere bei nicht-regional-beschränkten Veranstaltungen ist die Finanzierung der Anreise ein Problem, aber auch Nahverkehrskosten können das Budget einiger Menschen sprengen.

Ein Weg damit umzugehen, ist finanzielle Mittel zu akquirieren, um die Fahrtkosten der Teilnehmer_innen zu übernehmen oder teilweise zu übernehmen. Das geht z.B. über Stiftungen, Teilnahmebeiträge, Spenden usw. Vorher angeben, ob, wann und wieviel Fahrtkosten übernommen werden können.

Eine andere/zusätzliche Möglichkeit ist bei öfter stattfindenden Veranstaltungen den Ort zu wechseln, umso die Kosten der Anreise allen Teilnehmer_innen einmal aufzubürden. Damit können zwar nicht immer alle kommen, aber zumindest manchmal. Der Ortswechsel sollte wenn möglich im gesamten Einzugsgebiet der Zielgruppe erfolgen, also z.B. bei bundesweiten Veranstaltungen nicht zwischen Mainz und Wiesbaden hin- und herwechseln, sondern mal in Mainz, mal in Potsdam, mal in Freiburg, mal in Görlitz usw.
Der Wechsel des Veranstaltungsorts verteilt auch die Anreisezeit.

Gebäude (Ort)
Einen Ort für einen Veranstaltung zu finden ist schon allein aus finanziellen Gründen schwierig. Das Stattfinden der Veranstaltung über die Zugänglichkeit, Erreichbarkeit und Barrierefreiheit zu stellen, ist jedoch ein starker Diskriminierungsfaktor, denn es sagt „Auf Euch können wir verzichten“ ohne dies über die Zielgruppe der Veranstaltung begründet zu haben.

Ausschilderung
Nicht alle Menschen haben einen Orientierungssinn. Nicht alle Menschen können es sich leisten, Wege für das Suchen des richtigen Wegs zurückzulegen oder ihre Zeit mit Suchen zu verbringen. Daher ausschildern, ausschildern, ausschildern: Von der Bushaltestelle zum Gebäude, die treppenlosen Wege, die Wege über Treppen, die Veranstaltungsräume, die Toiletten und Rolli-Toiletten, die Schlafplätze, etc.

Treppenfreie Wege
Ob Krücken, Rolli, kaputte Knie, Rheuma…: Treppen machen es für Viele schwierig bis unmöglich zu kommen. Daher keine Veranstaltungsräume ohne treppenfreien Zugang. „Tragen“ ist keine Alternative, denn es macht abhängig.

Rauchfrei
Nicht nur für Asthmatiker_innen ist es wichtig rauchfreie Veranstaltungsräume und Aufenthaltsorte zu haben. Mehr Pausen sind nicht nur für Raucher_innen gut (s. Pausen).

Schlafplätze
Schlafen auf dem Boden, in Gruppenunterkünften usw. macht es für Einige schwierig bis unmöglich zu kommen. Daher verschiedene Formen von Schlafplätzen anbieten, welche nicht vom Geldbeutel der Teilnehmer_innen abhängig sind.

Essen & Trinken
Menschen müssen Essen und Trinken und das kann ohne eigene Küche teuer werden. Daher kann Essen und Getränke gegen Teilnahmebeitrag, umsonst oder Pauschale angeboten werden. Doch was?

Aufgrund von Allergien, veganen und vegetarischen Ernährungsweisen und anderen Einschränkungen können nicht alle alles essen. Daher ist „Eintopf“ eine schlechte Lösung. Besser ist es, leicht trennbare Lebensmittel anzubieten. Sei es Brot (glutenfreies Brot nicht vergessen), Aufschnitt usw. oder Nudeln/Reis, Gemüsearten, Soßen, Fleisch usw. Schlicht: Möglichst wenig zusammen schmeißen. Wahlweise kann auch einfach die Küche Essenwünsche entgegennehmen, was jedoch meist teurer ist. Ebenso läuft’s mit Getränken.

Sprache
Welche Sprachen werden gesprochen? Ob Deutsch, Kroatisch, Gebärdensprachen, Akademiker_innensprech, einfache Sprache etc. Wenigstens ankündigen was die Hauptsprache/n ist/sind und welche Übersetzungen angeboten werden. Nicht auf den Geldbeutel der Individuen setzen, dass diese ja ihre eigenen Dolmetscher_innen mitbringen können.

Teilnahmebeiträge
Festpreise für die Teilnahme werden Menschen von einer Veranstaltung fern halten. Nach festgelegten Kriterien die Teilnahmebeiträge zu staffeln, wird Menschen ausschließen, deren finanzielle Lage nicht von den festgelegten Kriterien abhängt. Selbsteinschätzungspreise sind ein guter Weg diesen Problem aus dem Weg zu gehen, doch muss der Sinn dieser transportiert werden. Nach meiner Erfahrung zahlen häufiger die mehr, die weniger haben.

Verwaltung akquirierte Mittel
Über finanzielle Unterstützung, Teilnahmebeiträgen, Spenden usw. steht einer Orga-Gruppe ein Betrag X zur Verfügung. Voraussichtlich wird dieser nicht für alles reichen. Wofür also das Geld ausgeben?

Von den vermeintlichen Bedürfnissen der angenommenen Mehrheit der Teilnehmer_innen auszugehen, produziert in der Regel, dass diese „Mehrheit“ auch entsteht. Es ist also eine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn „plötzlich“ alle wunschlos glücklich sind.

Alles Geld auf eine „Karte“ zu setzen, also z.B. nur das Essen zu bezahlen oder nur die Schlafplätze, produziert Ausschlüsse. Ebenso werden Menschen ausgeschlossen, wenn Sonderkosten für „spezielle“ Bedürfnisse erhoben oder in Kauf genommen werden.

Eine Einsparmöglichkeit ist Mehrkosten nur auf Wunsch in Kauf zu nehmen, doch damit werden Menschen gezwungen eine Sonderrolle einzunehmen. „Auf Nachfrage wird … zur Verfügung gestellt“ ist also kein Pluspunkt, sondern höchstens kein Minuspunkt.

Helfer_innenzeiten
Eine Möglichkeit Geld zu sparen ist Helfer_innenzeiten zu vereinbaren, z.B. für das Kochen, Übersetzungen, Aufräumen, Putzen, Abholdienste, Assistenz etc. Diese können jedoch nicht verpflichtend sein, z.B. da Menschen unterschiedlich Belastungsfähig sind, und sollten nach der Bereitschaft der Helfer_innen vergeben werden. Also nicht einfach Menschen zu bestimmten Diensten einteilen, sondern auf deren Aussage hin, was sie machen wollen. Genauso wenig, wie alle Menschen übersetzen können, können alle körperlicher Arbeit usw. nachgehen. Die Aufforderung zu benennen, warum sie etwas nicht können, produziert Ausschlüsse.

 

Fragen, Kritik, Ergänzungen usw. sind unglaublich willkommen!

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