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unwohl

Erwachsene Menschen schreiben momentan eine Reihe von Artikeln darüber, dass Kinder auf dem Gendercamp waren, und wie die erwachsenen Menschen selbst das erlebt haben. Wer Lust hat, kann sie alle lesen, eine Reihe von links dazu gibt es bei der Mädchenmannschaft und Katrin Rönicke (argh: hetero-privilege denying trollparty in den Kommentaren. Verzeihung für die verspätete Warnung).

Das sieht dann auch mal so aus:

Ähnlich, wie Melanie schreibt, sollte es für alle(!) nachvollziehbar sein, wenn Menschen sich mit Kindern unwohl fühlen, und zwar, weil ihnen der Elternstatus, das Recht auf Familie abgesprochen wird oder schlicht körperlich nicht in der Lage sind/sein dürfen, Kinder zu bekommen oder zu erziehen/zu betreuen.

Gendercamp 2012 – Review zu Reproduktionsarbeit, Medienelite

… und …

Nö.

“Nachvollziehbar”? Wenn ich mir Mühe gebe. In der selben Weise, wie Sexismus “nachvollziehbar” ist, oder Mein Rassistischer Onkel ™.
Akzeptabel? Niemals.

Kein Mensch ist in erster Linie dazu da, andere Menschen glücklich zu machen (das sollten gerade sexistisch diskriminierte Menschen wissen). Sich mit jemand “unwohl” zu fühlen, weil sie_er einer bestimmten (diskriminierten!) Gruppe von Menschen angehört? NIE in Ordnung (das sollten gerade heterosexistisch diskriminierte Menschen wissen).
Das damit zu begründen, dies besondere Glück Durch Jene Anderen Menschen stünde einer_einem selbst nicht zur Verfügung, macht es, wenn überhaupt, schlimmer. Diskriminierung von Erwachsenen, welcher Art auch immer, ist keine Rechtfertigung dafür, sich in Gegenwart von Kindern generell unwohl zu fühlen (… hallo?!). Dass so etwas auch noch einfach so öffentlich geschrieben werden kann, in einem Umfeld und über eine Veranstaltung, die sich zu einem guten Teil ausgerechnet mit Diskriminierung befasst, zeigt, wie normal Adultismus ist.

Ich fänd’s schön, zu hören, wie die Kinder das Gendercamp gefunden haben. Gibt’s da auch schon Artikel?
Ernsthaft.
 
Ein anderer, älterer Artikel aus Erwachsenenperspektive: My Child Takes Up Space, Womanist Musings.

 

disclaimer: Ich war nicht auf dem diesjährigen Gendercamp, im Gegensatz zum letzten Jahr. Gründe dafür gibt’s eine Reihe, von denen ein kleiner Teil sehr klar von accalmie und Joke in Kommentaren bei der Mädchenmannschaft zusammengefasst sind. Vielleicht hab ich noch Lust, mich in das gesamte Ding reinzuhängen, dann gibt’s aber möglicherweise erstmal den rant über das Gendercamp im letzten Jahr, Titel “Macht’s Euch Doch Selbst! oder Von Der Community, Für Die Community”. Also bitte keine entsprechenden Kenntnisse erwarten, auch nicht über die gesamte erwachseneninterne Betreuungs-Debatte.

Nachtrag für die Kommentare
: Dieser Artikel handelt von Adultismus, oder der Diskriminierung von Menschen unter 18 Jahren in unserer gesamten Gesellschaft, für die das kritisierte Zitat nur ein einzelnes Beispiel ist.
Wie es Menschen über 18 geht, ist hier nicht Thema.
Und wer von den beteiligten Erwachsenen auch nur den Versuch macht, ihr eigenes Hass-Fest gegen die Medienelite-Blogautorin wie im Rönicke-Kommentarthread hier einzuführen, fliegt schneller als eine Torte bei Laurel&Hardy. Oder eine Tomate auf SDS-Macker.

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