Kategorienarchiv: Medien

Männer, die Frauen hassen

… oder “Män som hatar kvinnor”, heißt ein weltberühmtes Buch im schwedischen Original.

Englische Übersetzung: “The Girl with the Dragon Tattoo”, deutsch: “Verblendung”.

In meiner Erfahrung ist das keine Ausnahme. Wenn ich Bücher oder Filme in der Originalsprache irgendwie verstehen kann (wenn.), les’ oder schau ich nicht die Übersetzung – weil Übersetzungen mir ständig reaktionären Dreck unterjubeln, der so nie von den Autor_innen kam. Ich stell mir das so ähnlich vor wie diese Masche von Politiker_innen: “Ich würde ja, Sie wissen, aber unsere WÄHLER ….” – sprich, so ne “das kauft doch keine_r”-Logik. Oder “in DEUTSCHLAND sind wir ja nicht so politisch überkorrekt, da geht das nicht” (anders als in Schweden, ne? Buch gelesen?). Oder “HÄ? ‘Person of Color?!’ Nie gehört, nehm ich halt [beliebiges übliches rassistisches Wort im Deutschen]“. Oder was weiß ich. (Letztes Beispiel nicht aus den Larsson-Büchern.)
Fakt ist, am Ende kommt Schrott bei raus. Da Leute, die Bücher lesen oder Filme schauen/hören, in aller Regeln irgendwann auf Übersetzungen angewiesen sind, ist das scheiße.

Ich wollt deshalb mal rumfragen, wie’s Euch geht? Kennt eine_r auch so Beispiele? Oder positive Beispiele für tolle Übersetzungen?

(zu den Kommentaren: Ja, ich weiß, dass a) Übersetzungen doll schwer sind, b) auch ganz generell merkwürdiger Kram dabei passiert, c) Übersetzer_innen schlecht bezahlt, im Vergleich zu Autor_innen wenig gewürdigt und überhaupt auch nur Menschen sind und d) nicht alle Entscheidungen (gerade Titel) von den Übersetzer_innen getroffen werden. Mir gehts hier um den Effekt von ärgerlichen, reaktionären, politisch motivierten Falschübersetzungen. “Politisch motiviert” heißt nicht, dass das bewusst und absichtlich passieren muss. Kann aber.)

Nachtrag: Infos und Strategien zum Thema politisch motivierte Inhaltsverzerrung, für Leute, die am 9. 1. in Hamburg sein können, in einem Vortrag von Noah Sow:
“Vorsicht, Falle – Strategien für eine traumafreie Begegnung mit den Medien” bzw. “Hilfe, ich erkenne mein Interview nicht wieder”.

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Von Limbo bis Dead Space 2 [---o-]

Zuerst erschienen auf High on Clichés

<< Limbo

Schlagwörter: Videospiele – Bioshock 2 – Tiefsee

Finally, bevor ich es ganz vergessen habe, komme ich zu

Bioshock 2

Wir befinden uns erneut in Rapture, einer Unterwasserstadt, die es grob gesagt Reichen ermöglichen sollte, sich dem staatlichen Zugriff zu entziehen. Inzwischen ist das Ganze allerdings schon völlig den Bach (haha, viel Wasser … *räusper*) ‘runtergegangen (RW). Wir bewegen uns durch mal mehr mal ein biiisschen weniger verfallene Räume, denen man den zunehmenden Einbruch von Wasser ansieht. Oft sind Boden und Wände schon von Wasserpflanzen überwuchert. Die Elektronik funktioniert allerdings noch erstaunlich gut, weswegen wir uns an diversen Automaten Gesundheit, Munition, Waffenupdates und Plasmide kaufen können.

Obwohl ich diesmal tatsächlich (Ton-) Dokumente zur Story konsumiert habe, die man entlang des Weges findet, vertraue ich nicht ganz darauf, dass ich die Story richtig wiedergebe. Wir (d.h. die spielende Person) sind ein Big Daddy. Wir wurden zwar vor einigen Jahren von der einflussreichen Therapeutin Lamb erschossen (bzw. zum Selbstmord gezwungen), aber Magic oder was auch immer.

Kleine Ausführung für nicht-Bioshock-Menschen: Iiiiin Rapture kann man sich “splicen”. Mithilfe von “Adam”, einer Flüssigkeit (?) – im Spiel ist es eher eine Währung, kann man sich bestimmte Fähigkeiten kaufen, Plasmide. Dies sind Fähigkeiten, die dich selbst zur Waffe machen. Man hat unter anderem die Auswahl zwischen Blitze aus der Hand schießen, Feuer, Telekinese, Bienen (voll cool, später mehr!) und Hypnose. Um sich eine bestimmte Fähigkeit kaufen zu können, braucht man also Adam. Um sie nutzen zu können, Spritzen voll Eve. (Adam und Eva versteht ihr?!)
Das macht Adam und Eve recht wertvoll und inzwischen dient es dem Überleben. Sogenannte Splicer – Leute, die krank davon geworden sind, dass sie Plasmide zu häufig benutzt haben – laufen natürlich durch Rapture und greifen dich an.
Daaann gibt es noch Little Sisters. Diese kleinen Mädchen wurden gehirngewaschen, um Adam zu sammeln. Meist tun sie das bei Leichen. Big Sisters – erwachsen gewordene Little Sisters – machen das mitunter auch bei noch lebendigen Splicern. Damit die Little Sisters nicht ungeschützt sind, hat man ihnen Big Daddies mitgegeben. Das sind gehirngewaschene erwachsene Männer (vergessen, ob das noch weiter erläutert wurde), die die Little Sisters in einer Art gepanzertem Taucheranzug begleiten und vor Splicern und Menschen allgemein beschützen, während diese Adam sammeln. Also wird sind ein solcher, alles klar?
Die Besonderheit ist, dass wir einen eigenen Willen haben. Das führt anscheinend leider dazu, dass man andauuuuuernd von irgendeiner*m vollgequatscht wird.

Während man also von diversen mehr oder weniger (un-) durchsichtigen Personen durch die Gegend geschickt wird, tötet man Splicer, sammelt Tonbänder ein, bekommt zunehmend Waffen und Plasmide und kann vor allem Little Sisters adoptieren, beim Adam-Sammeln beschützen und so selbst an mehr Adam gelangen.

Man hat sehr … viele … Waffen. Waffen selbst (nicht Plasmide) kann man nur einsammeln, nicht kaufen. Also sollte man die Augen ein wenig offen halten (RW). Am Ende hat man … 8 oder so. Munition liegt natürlich herum, weil is so, man kann sie aber auch an Automaten kaufen. Überhaupt liegt sehr viel herum; Eve-Spritzen, Nahrungsmittel, Alkohol, Trinkwasser, Munition, Tonbänder, Geld, …
Welche Waffen man vorzieht, muss man selbst herausfinden. Der Bohrer ist sehr stark, verbraucht aber Treibstoff recht schnell. Die Nietenpistole mag ich sehr. Sie schießt zwar nicht sehr schnell, aber macht auch auf Distanz großen Schaden. Das Maschinengewehr (?) ist eher auf den Nahkampf (also näheren Kampf) ausgerichtet und dessen panzerbrechende Munition hilft besonders gegen starke Gegner*innen, wie Big Daddies und wahrscheinlich auch Big Sisters.
Einige Waffen müsste man allerdings eher als “Gerät” bezeichnen. Man findet recht am Anfang ein Tool, mit dem man Hackpfeile verschießen kann, wenn man Geräte aus der Entfernung hacken muss.
Später erhält man auch eine Forschungskamera, die ein recht interessantes, wenn auch anstrengendes Konzept verfolgt: wenn man Bilder von toten Gegner*innen macht (wenig Punkte) oder sie während eines Kampfes aufzeichnet (mehr Punkte), erforscht man sie und erhält Informationen über die beste Art sie anzugreifen und die Angriffe gegen sie werden im Verlaufe der Forschung stärker. Die Koordination ist allerdings schon eine Herausforderung, weil die Kamera wie gesagt unter den Waffen eingeordnet ist und die Gegner*innen auf eine*n aufmerksam werden, wenn man beginnt sie aufzunehmen. Das heißt, dass man unmittelbar zu einer richtigen Waffe wechseln und einen Angriff abwehren muss.

Plasmide. Die zugegebenermaßen auch Waffen sind. Ich sprach bereits von Strom, Feuer, Hypnose, Bienen (hihi) und Telekinese. Hypnose bringt di*en beworfene*n Gegner*in dazu für einige Zeit auf deiner Seite zu sein und andere Gegner*innen anzugreifen. Bienen fallen Gegner*innen an, lenken sie ab, so dass du sie ohne Gegenwehr angreifen kannst und machen erstaunlich viel Schaden. Besonderheit: wenn du sie einfach so losschickst, suchen sie selbstständig Gegner*innen in deiner Nähe, auch wenn du die noch gar nicht gesehen hast und greifen sie an.
Telekinese ist einerseits nützlich, um explosive Gasflaschen auf Splicer zu schleudern (ich neige dazu, mich selbst in die Luft zu jagen, deswegen vermeide ich das), bei einem späteren recht starken Splicer Gegenstände aufzufangen, die auf dich geschleudert werden und sie zurückzuschleudern und entfernte Gegenstände aufzuheben, an die man sonst nicht herankommt.
Dann gibt es noch Sicherheitsalarm, das Sicherheitskameras und -bots auf Splicer loslässt und später ein Plasmid, um die Big Sister zu rufen.
Wie gesagt, um Plasmide zu erwerben, braucht man Adam – manche findet man aber. Um sie zu nutzen braucht man Eve-Spritzen. Man kann auch nur eine bestimmte Menge Plasmide gleichzeitig nutzen. Sehr nervig: wenn man ein neues in einen Plasmid-Slot tut, also auswählt, ändert sich die Reihenfolge der Plasmide. Wenn man sich also endlich gemerkt hat, auf welcher Kurzwahl-Taste welches liegt, ist alles wieder futsch.

Das bringt mich zu Steuerung. Es handelt sich um einen First-Person-Shooter, was für mich etwas ungewohnt ist und leichte Übelkeit auslöst. Besonders, weil man sich für meinen Begriff zu schnell hin- und herdrehen kann.
Bewegen, springen, ducken und aufheben (mit der Tastatur) und umsehen (mit der Maus) sind recht gut zu steuern. Hacken mit (b) und die Auswahl von Plasmiden und Waffen mit den Zahl- und F1 bis F… -Tasten finde ich schon etwas unpraktischer. Die Plasmide kann man auch mit (q) und die Waffen mit dem Mausrad wechseln, aber schon bei 5 Stück macht das keinen Spaß mehr.
Eine fiese Besonderheit, die sich aber wenigstens von anderen Spielen unterscheidet: man kann je nach aktueller Kapazität bis 7 Medi-Packs mit sich herumtragen. Wenn man eines benutzt, hat man wieder volle Energie. Die Energie/Gesundheit sinkt aber nicht einfach bis sie alle ist, sondern nur so lange, bis ein Medi-Pack aufgebraucht ist. Das bedeutet, wenn Pack 5 fast aufgebraucht ist und man nicht schnell genug (Strg) drückt, stirbt man – Pack Nr. 4 wird nicht automatisch angefangen. Allerdings wacht man nach einem Tod in der nächstliegenden Vita Chamber auf und hat sogar die Hälfte der Gesundheit wiederhergestellt. Richtig sterben kann man also nicht. Wenn man die Gegner*innen im Kampf zuvor verletzt hat, bleiben die sogar verletzt.
Ich habe im späteren Verlauf des Spieles einfach nicht alleine gespielt und mich heilen lassen und gesagt, welche Waffen und Plasmide ich gerne hätte. Jaja.

Leichen kann und sollte man immer nach Gegenständen durchsuchen.
Dabei ist es interessant zu beobachten, was was bewirkt. Wenn man zu viel Alkohol trinkt, wird man betrunken – recht witzig. Nahrungsmittel stellen ein wenig Gesundheit wieder her, aber nicht zwingend! Während Trinkwasser Eve herstellt, schaden Zigaretten der Gesundheit, aber stellen Eve her. Usw. usf. Durch verschiedene Erweiterungen kann man im Verlaufe des Spieles auch verändern, wie man auf Alkohol, Heilen etc. reagiert (so dass man z.B. beim Heilen automatisch Eve erhält … oder beim Hacken Gesundheit. Ja, das macht total Sinn).

Da dieser Text jetzt schon sehr lang ist, lasse ich mir zu weiteren Punkten lieber Fragen stellen/höre mir eure Erfahrungen an. Allgemein: ich habe auf mittel gespielt, fand die Anforderungsstufe angemessen, nicht zu leicht. Die Story ist schön komplex, die Gegner*innen abwechslungsreich und auf gute Art zunehmend schwerer, die Räumlichkeiten und Umgebung sehr schön und wie man spielt, beeinflusst die Story. Ich bin total zufrieden.

Eigenheiten: Hier muss man beim Hacken bevor die Zeit abgelaufen ist 3 mal ein grünes oder blaues Feld treffen, wenn man eine Nadel anhält, die über weiße (= Fehlschlag, Gesundheitsenzug durch Stromschlag), rote (= Fehlschlag, Sicherheitsalarm wird ausgelöst -> massiver Angriff), grüne und blaue Felder wandert.
Die Todesschreie einiger Splicer sind wirklich theatralisch.

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Serien-Ver- oder Empfehlung: My Name Is Earl

Auch erschienen auf High on Clichés

Schlagwörter: My Name is Earl – Diskriminierung – Rassismus – Sexismus – Klassismus

My Name is Earl (MNIE) ist eine Comedy-Serie, die in den USA spielt, genauer in einem unwichtigen Ort namens Camden. Dort lebt Earl J. Hickey mit seinem kleinen Bruder Randy Hickey, Earls Ex Joy mit ihrem neuen Freund/Mann/was-weiß-ich Darnell und die Reinigungskraft/Stripperin Catalina.

An dieser Stelle sollte ich wahrscheinlich erwähnen, dass keine Lachkonserven verwendet werden, was mir bis zur Lektüre des Wikipedia-Artikels gar nicht aufgefallen war (warum auch). Und wo ich schon dabei bin eine zweite interessante Beobachtung: ich finde die deutsche Synchronisation gut. Ich weiß nicht, wie sie sich im Vergleich mit dem amerikanischen Original schlägt, aber die einzelnen Stimmen passen charakterlich zu den Schauspieler*innen.

Zur Story: Earl ist ein Kleinkrimineller, klaut viel und bringt Leute anderweitig um ihr Geld, bis er im Lotto gewinnt. Er wird allerdings prompt von einem Auto angefahren und verliert das Los, was ihn glauben lässt, das Karma wolle von ihm, dass er all seine schlechten Taten wieder richte. Als er seine erste Tat wieder gutmacht, fliegt ihm sein Los zu. Dies überzeugt ihn gänzlich. Mit Hilfe des Geldes macht er sich im weiteren Verlauf der Serie an die Wiedergutmachung der gesamten Liste von schlechten Taten.

Nun habe ich nur einen Teil der Folgen gesehen und die wiederum wild durcheinander. Ich hoffe, dass meine Annahme über ihre Reihenfolge korrekt ist, werde mich aber zur Orientierung teils auf die Handlung beziehen. Fest steht, dass ein Großteil der mir bekannten Folgen aus der dritten Staffel stammt.

Eine Vielzahl der Witze lebt davon, dass Joy, Randy und Earl der ungebildeten Bevölkerung angehören sollen. Also genauer von inhaltlich falschen Aussagen, falscher Benutzung von Begriffen etc. Dieses Konzept hat eine deutlich klassistische Komponente, wurde aber in den ersten Folgen, die ich gesehen habe, gut umgesetzt. Ich habe mich ausreichend mit den Protagonist*innen identifiziert, um nicht das Gefühl zu haben, über sie zu lachen. Ich schreibe “in den ersten Folgen”, weil es einen Moment gab, an dem dies zu kippen drohte.
Die Darstellung dieser Figuren als Angehörige der Unterschicht hat noch ein größeres Problem zur Folge: Randy und Earl fallen durch mehrheitsgesellschaftlich übliche heterosexistische Bemerkungen auf, Joy wird zudem als stark rassistisch charakterisiert. Auch Cis-Sexismus und Ableismus kommen vor. Bei entsprechenden Aussagen, besonders bei Joy zu bemerken, fehlt der Serie das Gegengewicht. Es gibt bei solchen Szenen durch die Handlung selbst keinen Hinweis an die Zuschauer*innen, dass die Aussagen schlicht nicht in Ordnung sind. Bzw. ist man dazu genötigt, entweder über die (rass)-istische Aussage zu lachen, also selbst Kompliz*in zu werden, oder sitzt in hilflosem Schweigen da. Vor allem dieser Fuck-up verleidet mir die Serie.

Dies ist aber leider nicht mein einziger Kritikpunkt. Der Bechdel-Test wird zwar bestanden, aber manchmal gewinnt man den Eindruck, dass dies nur durch Konversationen geschieht, in denen sich Catalina und Joy darüber streiten, wer besser aussieht. Hmpf. Diese Konversationen stellen dann ihre Beziehung zueinander auch gut dar: sie sind die einzigen Frauen*, die konsequent in der Serie auftauchen und sie können sich nicht leiden … weil sie ihr Aussehen miteinander vergleichen. Wow. Das macht auch deswegen besonders wenig Sinn, weil es sonst zwischen Randy, Earl, Joy, Catalina und Darnell keine besonderen Feindschaften gibt. Nur die beiden Frauen…

Diiiie Rolle von People of Color: Catalina und Darnell haben definitiv eine Persönlichkeit, bei Catalina ist sie allerdings schon ein bisschen dünn. Sie bekommt wenig Hintergrundstory, die ihre eigenen Beweggründe und Wünsche ernsthaft darstellt. Häufiger dient die Story als Grundlage für eine Pointe. Die meisten Witze, die mit ihr zu tun haben, stellen Mexiko als vollkommenes Armenhaus dar (zugegeben, der Großteil der Handlung von MNIE spielt in einem Trailerpark also steht dem weniger eine Darstellung des “American Dream”-Amerikas gegenüber), beruhen darauf, dass sie rassistisch beleidigt wird oder gar auf sexueller Belästigung – die zum Glück “nur” einmal verharmlost wird, in den anderen Fällen wird sie innerhalb der Serie adressiert und kritisiert. Abgesehen davon natürlich, dass ausgerechnet sie auch als Stripperin arbeitet, nicht etwa die weiße Joy.

Und das bringt mich zur Erklärung, warum ich die letzten Folgen, die ich gesehen habe, weniger mochte.
Ich weiß nicht, was der Grund ist – ob die Produzent*innen gewechselt haben oder ihnen einfach die Witze ausgegangen sind – aber in den letzten Folgen, werden vermehrt Practical Jokes benutzt, also Witze, die auf der körperlichen Beschaffenheit von Figuren beruhten. Konkreter gibt es eine Latina mit grotesk großem Hintern (Fatsuit-mäßig ausgestopft), die sich als Politesse wiederholt zwischen sehr eng beieinander parkenden Autos durchquetschen muss und Dharma (okay, die Schauspielerin von Dharma in Dharma und Greg), die eine Kratzwunde im Gesicht und ein davon verletztes Auge hatte, das ebenfalls wiederholt Gegenstand von Witzen ist. All diese Witze waren nicht nur extrem flach und unlustig, sondern mitunter auch stark sexistisch bzw. ableistisch. Urg.
Und wo wir bei Sexismus sind? Eine von den Charmed-Hexen (ich erkenne Schauspieler*innen nur an früheren Rollen, it’s a fact) hat als “Billy” in einigen Folgen einen Auftritt. Der ganze Plot ist furchtbar furchtbar furchtbar. Entweder ist sie zuckersüß und die Superfrau oder sie ist die ganze Zeit gereizt und die Furchtbare Ehefrau™. So weit ich mich erinnere bekommt sie auch keine logische oder stimmige Charakterentwicklung. Ja, ihr Charakter ändert sich, aber immer von jetzt auf gleich, damit Earl den Eindruck bekommen kann, dass das Karma will, dass er weiter an seiner Liste arbeitet.

Was Frauenrollen angeht, hat die Serie also noch einiges zu lernen. Und andere von Diskriminierung negativ Betroffene werden sich vielleicht die ständigen Witze, die irgendwie zur Charakterisierung von Angehörigen der Unterschicht dienen sollen, auch nicht ununterbrochen anhören wollen. Alles in Allem sehr schade, weil ich den Humor – vom Genannten abgesehen – mag und auch die Charaktere.

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Von Limbo bis Dead Space 2 [-o---]

Zuerst erschienen auf High on Clichés

<< Dead Space 2

Schlagwörter: Mass Effect 2 – Videospiele – Weltall

Heute geht es uuuuuuuum

Mass Effect 2

Das Spiel konnte ich wegen langsamen Internets leider nur anspielen (sonst hätte ich es erneut installieren können), aber da es mir unter anderem von der Kommentatorin Ruby wärmstens empfohlen wurde, möchte ich es wenigstens ansprechen.

Ich habe mal wieder keine Ahnung von der Story, weil mein Gedächtnis ein Sieb ist.

Zunächst einmal war ich sehr positiv überrascht, dass ich eine Frau* spielen konnte. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht einmal damit gerechnet. Darüberhinaus muss man auch nicht weiß sein. (Ja, ich bin keine Rollenspielerin. Color me surprised.)

Ich bin der Tradition gefolgt und habe auf normal gespielt. Anders als bei Dead Space 2 war der Modus auch verhältnismäßig einfach.

Die Waffen sind recht unübersichtlich, wenn man Mass Effect 1 nicht gespielt hat. Durch Aussehen und Funktion kann man natürlich ‘rausbekommen, welches das Scharfschützengewehr ist und welches die Pumpgun, aber einige haben mir gar nichts gesagt.
Ebenso gibt es auf dem eigenen Schiff, auf dem man sich zwischen verschiedenen Missionen befindet, äußerst viel zu entdecken und das Universum selbst, in dem man herumfliegt, ist auch nicht gerade klein. Ich bin da eher an lineare Spiele gewöhnt. Schon bei Kane and Lynch war ich verwirrt, weil man recht große Flächen begehen konnte.

Dann gibt es da das Dialogsystem. Ich bin auch nicht daran gewöhnt, so viel mit verschiedenen Antwortoptionen zu quatschen. Ich habe nicht weit genug gespielt, um zu sehen, ob es einen großen Effekt aufs Spielerlebnis hat, aber natürlich wirkt die Umwelt, in der viele Aliens herumstehen, dadurch komplexer.

Die Kämpfe selbst fand ich angemessen schwer/leicht. Über die Waffen hinaus, hat man noch frag-mich-wie-die-heißen-Fähigkeiten, mit denen man Gegner*innen wahlweise durch die Luft wirbeln, sie verlangsamen oder was auch immer tun kann – halt ohne Waffen zu benutzen.
Im Kampf hat man meist auch zwei Crewmitglieder dabei, denen man sagen kann, was sie tun sollen (habe ich mir größtenteils geschenkt). Wenn sie zu Boden gehen, sollte man sie allerdings heilen und ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen, macht durchaus Sinn.

Das bringt mich zur Hauptaufgabe, so weit ich das verstanden habe: eine Crew zusammenstellen. Man kann auf verschiedenen Planeten landen, um ein oder mehrere Mitstreiter*innen zu rekrutieren. Wenn man dann auf einem neuen Planeten landet, kann man sich unter den bereits rekrutierten die aussuchen, die man für die Mission mitnehmen will.

Was dem Universum dennoch vorzuwerfen ist, neben der auffälligen Betonung sekundärer Geschlechtsmerkmale bei meinen Lieblings-Teammitgliedern Miranda, Jacob und Jack, erwähnt kiturak hier.

Weitere Meinungen und Einsichten zu Mass Effect 2 in den Kommmentaren erwünscht.

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King Kong Theory – Virginie Despentes

Auch erschienen auf High on Clichés

Schlagwörter: Prostitution – Pornografie – Feminismus – Patriarchat – Klassismus – Kapitalismus – feministische Literatur

Kommentatorin* Ada hatte zu meinem Wünsch dir was-Artikel kommentiert, ob ich nicht etwas zu Virginie Despentes, etwa ihrem Buch King Kong Theory schreiben wöllte. Also habe ich es mir ausgeliehen und allerhand Notizen gemacht. Wegen selbiger Notizen wird dieser Artikel auch eher eine längliche Zusammenfassung als eine richtige Rezension.
Dabei muss ich erwähnen, dass Despentes relativ provokativ-verallgemeinernd schreibt. Das hat zur Folge, dass die Lektüre interessanter ist, als bei einem trocken gehaltetenen Buch, aber auch, dass ich sie teils wörtlicher genommen habe, als Aussagen zu verstehen waren und das erst in späteren Kapiteln bemerkt habe. Auch hat sie ihre Gedanken absatzweise gesammelt. Das heißt, es gibt zwar mehrere große Kapitel, nach deren Überschrift sie die Themen wählt, aber innerhalb des Kapitels spricht sie je über einen Teilaspekt und geht dann relativ assoziativ zum nächsten. Dadurch kommt es zu den thematischen Sprüngen innerhalb nur weniger Seiten. Aber lest selbst.
Ich zähle die Seiten runter, auf denen ich gerade bin. Trigger Warnung ab Seite 33 bis Seite 43.
Von mir zusammengefasste Aussagen der Autorin (keine Zitate!) sind kursiv.

S.18 Despentes erscheint stark, unabhängig und in ihrer Meinung gefestigt und betont trotzdem stark, dass sie nicht schön/begehrenswert für Männer* ist. Verwirrung.

S.19 Stark femininer Look soll als Entschuldigung dienen fürs Intelligent- und Unabhängig-Sein? Ahem. Unabhängigkeit der Frau* wird als bedrohlich wahrgenommen? Okay, da gehe ich mit.
Dann würde ich die erste Aussage allerdings so umformulieren, dass von Frauen* erwartet wird, sich feminin zu kleiden, “wenn man sie schon ernst nehmen soll” – also von ihnen erwartet wird, nicht aus ihrer zugewiesenen Rolle zu fallen.

Hier wird schon ein großes Problem des Buches deutlich. Es gibt Männer und es gibt Frauen. Ende. (Absichtlich kein Stern.) Homosexualität ist bis zu einem gewissen Grad mitgedacht, denke ich, aber Menschen, die sich außerhalb der Geschlechterdualität verorten … gar nicht. Und trotz nicht völliger Ignoranz gegenüber Homosexualität geht es eigentlich ausschließlich um das Spannungsfeld zwischen Männern* und Frauen*.

S. 20

Pretending that men and women got on better before the 1970s is a historical lie. We just saw less of each other.

S.21 Haushalt und Kinderaufzucht wurden in den 1970ern nicht revolutioniert.

S.22 Von Müttern wird verlangt, dass sie auf magische Weise alles über Kindererziehung wissen. Der alles überwachende Staat ist nur eine Erweiterung davon und hält Menschen in einer infantilen Phase o.ô (ich hänge mich hier offensichtlich etwas an der Formulierung auf). Dies wird verbunden mit einer Kapitalismus-Kritik, die besagt dass Konsument*innen machtlos und gehorsam gehalten werden sollen. (S. 23)

S.24 Thema: inzwischen werden Männer* und Frauen* in den Krieg geschickt:

The real polarisation is along class lines.

Der väterliche Blick kann seiner Tochter klar machen, dass sie außerhalb des sexuellen Marktplatzes existiert. Hell to the fucking no. Why? Whut?
Despentes ist hier äußerst in männlichen und weiblichen Rollenbilder verhaftet, vor allem im Glauben, dass ein Geschlecht automatisch ein bestimmtes Rollenbild vermittelt. Die heterosexuelle Kernfamilie (Mutter, Vater, Kind) wird nicht in Frage gestellt. (Alle sind cis und binär.)
Class scheint sie einen höheren Stellenwert als Race beizumessen.

S.25 Männer* müssen ihre Femininität und Frauen* ihre Maskulinität unterdrücken.
Despentes hat also auch die männliche Perspektive im Blick.

S.26 Der Kapitalismus will uns alle infantilisieren (“Staat als Mutter*”), so dass Männer* genau so gefangen sind, wie Frauen* es bereits sind.
Diese ganze Sprache von Menschen, die im Kapitalismus wie Kinder bleiben sollen ist ugh. Hätte mich wahrscheinlich weniger gestört, wenn klarer ausgelegt worden wäre, in welch krasser Abhängigkeit derzeit Kinder gehalten werden. (Statt das allgemeine Verständnis vorauszusetzen, dass Kinder nicht für sich selbst sorgen können.)

TRIGGER WARNUNG

S.33 Sie spricht davon, wie sie nicht das Wort “V.” benutzt hat, weil Menschen dann anfangen, dich zu kontrollieren (d.h. Victim Blaming zu betreiben) und Bilder des “typischen” Opfers heraufbeschworen werden.

S.35 Sie begreift/schreibt wie sie V. als Risiko das Haus zu verlassen begriff (die V. abzuwerten hilft ihr, ihre V. als etwas managebares zu begreifen.)
Ist leider Bullshit. Sicher, das Haus zu verlassen bedeutet als Frau* automatisch mit Street Harassment rechnen zu müssen, leider blendet diese Darstellung aber sexualisierte Gewalt in den engsten Beziehungen, die man hat, aus. Die laut Statistik sehr häufig sind. Mit anderen Worten: häusliche Gewalt/Missbrauch in intimen Beziehungen ist definitiv kein zentrales Thema dieses Buches.

S.40 Sie wünschte, es gebe ein Anti-V.-Kondom. Da wir in einer traurigen Welt leben, gibt es das inzwischen.

Ich hätte mir gewünscht, dass Despentes noch ein wenig mehr auf die gesellschaftliche Ebene geht. Sie verfolgt einen Stil, der sich meist wie folgt liest: “Männer* denken dies, Männer* machen das.” Das ist sehr polemisch gehalten und macht es manchmal schwer zu unterscheiden, ob sie gesellschaftliche Tendenzen verdeutlichen will oder die Aussage wörtlich meint.

S.41 Mein O-Ton: Weird shit on why women who have been r***d are good hookers :/ “Men like the scent.”
“R***¹ is about power.”
Na ja, V. ist halt auch eine Gesellschaft, die keine Ahnung hat, was Consent ist (später geht sie noch etwas darauf ein).

S.42 “R***¹ is the exclusive male domain”. Wrong. Ja, sehr stark in die Richtung neigend, aber halt nicht richtig. Testosteron schaltet nicht das Urteilsvermögen aus. Korrekt.

S.43 Frauen sind mehrheitlich masochistisch, damit sie mit der Machtverteilung besser klarkommen, aber es hält uns fern von Macht. *starkes räuspern*

S.48 Thema: Prostitution. Der Ehevertrag und der “Prostitutionsvertrag” stehen in Verbindung miteinanader.

S.54 Frauen* werden durch Prostitution gebrandmarkt, ein Freier zu sein ist normal, marginalisiert nicht.

S.63 Geld (für Sex) bringt Unabhängigkeit und lieber Hure als in einer Ehe sein für Geld. Eine mächtige Frau* ist beunruhigend, weil sie, nicht wie eine schöne Frau*, kein Verfallsdatum hat.

S.65

The prostitution transaction – “I pay you, you satisfy me” – is the basis of the heterosexual contract. It is hypocritical to pretend, as we do, that this transaction is foreign to our culture.

Die Verbannung und Regulierung von Prostitution schafft unsichere Arbeitsbedingungen, begünstigt Missbrauch. Medial werden die Ärmsten, Eingeschleppten ausgeschlachtet, um die Diskussion zu beeinflussen.

S.69

Masculine sexuality is not in itself an act of violence against women, as long as they are consenting and well paid.

S.72 Thema: Pornographie. Wait “men”? Frauen* schauen keine Pornographie? Ah doch, später neutral.

S.74 Leute lehnen Pornographie ab, weil sie unmittelbar vermittelt, was die eigenen Turn-ons sind, ohne dass man das Gehirn zwischenschalten kann.

S.75 Wir erwarten von Pornos “echt” zu sein, während niemand diesen Anspruch an Film stellt.

S.78 Pornodarstellerinnen wird verunmöglicht, sich in irgendeinem anderen Zusammenhang zu äußern oder zu verwirklichen. Unabhängigkeit durch Geld und weiblich sein: böse.

S.80 Verbot von Pornofilmen in den frz. Kinos, weil sie zu erfolgreich war. Lust darf spielerisch nur von den Reichen ausgeübt werden. Zu viel Erleben von Lust könnte Arbeiter*innen vom Arbeiten abhalten.

S.82 Mein O-Ton: Weirde Theorie, dass Männer* Porno-Darstellerinnen so anziehend finden, weil sie sich wie Männer* im Frauen*körper verhalten: immer Sex wollend. Und dass “realer” Sex dies nicht hergibt … aber welcher Mann* will so viel Sex?!

Weiblicher Orgasmus als Performance-Zwang: vom male gaze beansprucht, d.h. 1) Frauen* müssen kommen, sind sonst frigide. 2) Der Orgasmus soll von einem Mann* verursacht werden, nicht Masturbation. (Homosexualität, anyone?)

S.84 Über Frauen*, die Masturbation “langweilig” bis unnötig finden und sich einen Mann* wünschen, der sie zum Orgasmus bringt:

What relationship can you have with yourself if you systematically hand your genitals over to someone else?

S.95

For a man, not loving women is an attitude. For a woman, not loving men is pathological.

Sonderbare oppression olympics zwischen “Frauen* unterdrückt durch Männer*” und was “Weiße über Schwarze” sagen.

S.97 Victim blaming.

S.98

The thing is that those of us at the top are those of us who have become the allies of the powerful. [...] The women most able to accept masculine domination are obviously those given the jobs because it is still men who admit or exclude women.

Femininer Style als generelles Zeichen der Unterwerfung. Ahm.

Thema: Was Femininität für unsere Kultur bedeutet.

S.113 Es gibt keine großen neuen Entdeckungen/Werke über das Männliche, immer die gleiche Show.

Alles in Allem kann ich nicht viel dazu sagen, wie ich das Buch fand, weil es für mich sehr unnatürlich ist, Notizen beim Lesen zu machen und es mich massiv ablenkt. Einige der obigen Zitate bzw. generelle Punkte im Buch finde ich sehr bedenkenswert. Wie ich schon schrieb: die plakative Schreibweise macht es einerseits interessanter zu lesen, andererseits wird nicht immer ganz klar, ob es nur Übertreibung ist oder der feste Standpunkt der Autorin.
Ich hoffe, dass die Zusammenfassung dennoch hilfreich ist.
[Edit]Und wichtig zum Schluss: für das Buch selbst muss ich eine Trigger-Warnung aussprechen, da sie, wie sich wahrscheinlich erahnen lässt, über eigene Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt schreibt.

1 Von mir verfremdet, im Original ausgeschrieben.[/Edit]

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Von Limbo bis Dead Space 2 [o----]

Crossposted auf High on Clichés

Schlagwörter: Videospiele – Zombies – Dead Space 2

Ich habe meine freien Tage produktiv genutzt und … Videospiele gezockt! Konkreter waren das Dead Space 2, Mass Effect 2, Limbo, Bioshock 2 und na ja, Achievement Unlocked 3.

Dead Space 2

Du bist (mal wieder) auf einer Raumstation, hast leider eine bedrohliche Demenz und musst dich durch haufenweise Zombies schießen, um den Marker zu zerstören. An dessen Bau du irgendwie beteiligt warst. Nebenbei musst du aufpassen, dass dein eigenes Unterbewusstsein/der Marker/??? dich nicht während deiner Halluzinationen umbringt.

Dead Space 2 ist atmosphärisch etwas weniger gruselig als Dead Space (1), hat aber immer noch sehr viele verschiedene Zombies in fast allen Lebensstadien des Menschen (ja, Säure-Säuglinge, Raketen-Babys und Killer-Kleinkinder eingeschlossen). Dazu katzige sehr schnelle Zombies (Warnung: sie sehen überhaupt nicht aus wie Katzen und andere werden sie wahrscheinlich nicht süß finden) und kleine, die, nachdem sie sich aus dem Bauch eines großen Zombies ergossen haben, niedlich über den Boden rollen (die sind echt nervig und kosten viel Munition, wenn man keine Mine nutzt).
Allgemein ist festzustellen: die großen Zombies sind schnell, was im Verlaufe des Spieles natürlich nur schlimmer wird. Dazu kommt, dass sie gerne genau hinter/neben/vor dir auftauchen, also wenig Zeit bleibt, sich auf sie einzustellen. Das dürfte der Grund sein, warum ich die Spieleinstellung “normal”, anders als bei den anderen Spielen, tatsächlich als schwer empfand.

Das Tötungsprinzip ist bei diesem Spiel weniger auf Headshots ausgerichtet, sondern wie im ersten Teil aufs Abtrennen von Gliedmaßen. Darauf sind auch die Waffen eingestellt.

Hauptwaffen sind der Plasma-Cutter und später die Strahlenkanone, die breiter ist als der Cutter, aber weniger Schuss hat. Zudem kann man mit ihr Minen feuern, die wirklich nützlich sein können im Verlaufe des Spieles. Weiterhin kann man mittels Telekinese (die nicht an Aufladen oder Munition gebunden ist) abgetrennte Zombie-Körperteile und herumliegende lange Metallgegenstände nutzen, um sie gegen Zombies zu schleudern und Munition zu sparen.
Als letzte wichtige Fähigkeit erhält man Stase. Mit deren Hilfe kann man Gegner*innen stark verlangsamen und hat mehr Zeit, sie niederzuschießen. Bei der Stase muss man allerdings nach 2 bis 3 Schuss warten, bis sie sich aufgeladen hat. Wenn man Stase-Packs mit sich herumträgt, werden erst diese aufgebraucht, bevor man auf die Aufladung warten muss.
All diese Waffen und Fähigkeiten (bis auf Telekinese) kann man natürlich, inklusive des Raumanzuges, im Verlaufe des Spieles verbessern.

Die Story ist okay. Sie wird durch weniger Audiologs/Schriftlogs unterstützt als z.B. bei Bishock 2. Natürlich sind wir ein mittvierziger white Dude. Der Böse ist, ahem, schwarz. Und unsere spätere Begleiterin ist Latina. – Da ist noch einiges zu machen.

Random Facts: Schwerelosigkeit ist wirklich cool, stellt sich aber heraus, dass mir nach einer Weile schlecht davon wird, keinen Boden unter den Füßen zu haben. Immerhin kann man (Y) drücken, um sich am Boden auszurichten.
Das Hacken fasziniert mich in jedem Spiel zunehmend, weil es so äh, sinnlos, aber dennoch oft nötig ist. Hier dreht man eine Art Uhr so lange, bis ein Kegel aus blauer Farbe erscheint und wiederholt das drei mal: Gehackt!

Schießen Sie auch wieder auf uns, wenn wir Ihnen unsere Gedanken zu Mass Effect 2 vorstellen!

Mass Effect 2 >>

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