Kategorienarchiv: Zweisatz

Ob alltäglich oder ganz besonders

Schlagwörter: Queerulant_in – Ratschlagkolumne – Fragen

Vor genau einem Monat (welch Zufall) hatte ich dazu aufgerufen, mir Fragen zu schicken, die ich in der nächsten Ausgabe des_der Queerulant_in beantworten werde. Da ich mein Leben vorerst zurückhabe, habe ich nun Zeit zu erklären, worum es sich bei diesen Fragen handeln könnte. Es folgt ein kleines FAQ¹, dessen Fragen meiner blühenden Phantasie entspringen.

FAQ

(1) Kann ich die Hintergründe erklären oder muss meine Frage kurz sein?
Die Frage muss nicht kurz sein. In den meisten Fällen kann ich eine Frage besser beantworten, je mehr Hintergrund-Informationen ich habe. “Mehr Informationen” heißt natürlich nicht “alle” (z.B. Wie heißt dein Hund? Und magst du Snickers oder Mars mehr?). Wenn du das Gefühl hast, deine Frage wird ein Roman, schau vor dem Absenden nochmal drüber, ob sie sich kürzer zusammenfassen lässt. Es kann passieren, dass ich eine Frage bei der Veröffentlichung kürzen muss, wenn sie wirklich lang ist, aber ich arbeite trotzdem mit allen Informationen, die ich habe.

(2) Mein Problem ist eher unspektakulär. Du möchtest sicher eher flippige und coole Fragen für die Kolumne?
Nein. Eine Frage muss nicht besonders ausgefallen sein, um wichtig oder interessant zu sein. Viele Probleme haben einen gemeinsamen Kern. Zum Beispiel “Wie navigiere ich zwischenmenschliche Beziehungen?” oder “Wie kümmere ich mich um das, was ich brauche, ohne andere zu verletzen?” oder “Wie kümmere ich mich gut um mich?” (Übrigens so ziemlich meine Lieblingsthemen.)
Zum Beispiel habe ich schon mal beantwortet: Ich habe meiner*m Partner*in zugesagt, dass wir zusammenziehen, aber jetzt möchte ich nicht mehr. Ist das in Ordnung? Und Meine Mitbewohnerin belagert mich, wenn ich Ruhezeit zu Hause brauche. Wie sage ich ihr auf nette Art, dass sie mich in Ruhe lassen soll?

(3) Ich identifiziere mich nicht-cis und oder nicht-hetero, aber meine Frage hat damit nicht viel zu tun. Kann ich sie trotzdem stellen? Muss ich erwähnen, wie genau ich mich identifiziere?
Ja, du kannst sie trotzdem stellen. Nein, das musst du nicht erwähnen.
Ich beantworte zwar keine Fragen von Menschen, die cis und hetero sind in dieser Kolumne, aber wenn deine Frage nichts mit deiner Identität zu tun hast, musst du sie auch nicht erwähnen. Ich erwarte also keine Einleitung wie folgt: “Ich identifiziere mich als genderqueer und würde gerne wissen, wie ich mich in der Prüfungszeit gut um mich kümmern kann”. Ich gehe einfach davon aus, dass Menschen, die cis und hetero sind die Bedingungen respektieren und keine Fragen einsenden.

(4) Kann ich mir sicher sein, dass meine Anonymität gewahrt wird?
Ja. Stell deine Frage am besten so, wie du sie auch veröffentlicht sehen willst. Du kannst mit einem Spitznamen unterschreiben oder gar nicht. Den Spitznamen benutze ich dann, um dich in meiner Antwort anzusprechen.
Deine E-Mail-Adresse werde nur ich zu Gesicht bekommen, niemand sonst. Sie wird erst recht nicht veröffentlicht oder weiterverkauft oder für andere Zwecke benutzt.
Wenn du nach dem Absenden deiner Frage bemerkst, dass du deine Frage gerne anders gestellt hättest, kannst du ruhig noch eine Mail zur Korrektur schicken.

(5) Meine Frage klingt so lächerlich / Ich will niemandem Zeit stehlen (Redewendung) / Mir wurde schon gesagt, ich soll mich einfach zusammenreißen / Ich trau mich nicht.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keine Frage gibt, die zu unwichtig ist (siehe Punkt 2: es gibt einen gemeinsamen Kern). Wenn du dich nicht traust, ist das in Ordnung. Aber wenn ich irgendwas tun kann, das dir helfen würde deine Frage zu stellen, lass es mich wissen. Wenn dir deine Frage zu klein und unwichtig vorkommt, kannst du auch gerne mit mir Rücksprache halten, ob ich sowas denn auch beantworten will.

So viel zu meinem kleinen FAQ. Wie immer gehe ich auf weitere Unklarheiten gerne in den Kommentaren oder per Mail ein.

Jetzt wann und wo?

Bis zum 21.3.2013 ist noch Zeit mir Fragen zu schicken. An die E-Mail-Adresse: zweisatz [at] takeoverbeta [Punkt] de. Die Antwort(en) werden dann in der_dem Queerulant_in stehen, die_der im April/Mai erscheint.

Seid versichert: ich freue mich wie ein Obst (d.h. sehr doll) über jede Frage. Es gibt keine schlechten Fragen.

1 Frequently Asked Questions = häufig gestellte Fragen

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Du und ich, gemeinsam in der_dem Queerulant_in

Auch erschienen auf High on Clichés

Is it a bird? Is it a plane? Nein, es ist eine Zeitschrift!

Queerulant_in ist eine Zeitschrift, welche sich mit sexuellen Identitäten, Geschlechtsidentitäten und allerlei anderer politischer Dinge, Machtstrukturen und so weiter auseinandersetzt. Das Magazin entsteht mit viel ehrenamtlicher Arbeit, viel Schweiß und kann durch die finanzielle Hilfe unserer Unterstützer_innen gedruckt werden.

Um euch ein genauers Bild zu machen, klickt auf die Website oder ladet euch die bisher erschienenen Ausgaben im PDF-Format herunter:
Ausgabe 1, (4,6 MB, April 2012)
Ausgabe 2 (16,4 MB , August 2012)
Ausgabe 3 (7,0 MB, Dezember 2012)

Die Rede ist aber nicht umsonst von einer “Zeitschrift”, denn wenn man schnell genug ist, kann man sie_ihn an diesen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlos erhalten (zur Karte scrollen).

@schokopflaster hat mich nun gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, dafür eine Advice Column (Ratschlag…Kolumne?) zu schreiben. Nachdem ich aufgehört hatte zu quietschen, habe ich zugesagt.

Aber für eine solche Kolumne fehlt natürlich eine entscheidende Zutat: eine Frage.

Deswegen rufe ich euch hiermit auf, eure Frage zu Themen des (queeren? trans*? lesbischen? agender? pansexuellen? questioning? usw. usf.) Lebens zu stellen.

Zu beachten: Die_der Queerulant_in erscheint vierteljährlich, entsprechend müsst ihr für die Antwort ein wenig Geduld aufbringen. Ich plane überschüssige Fragen ab dem Erscheinungsdatum der nächsten Ausgabe auf meinem Blog (oder vielleicht “drüben”) zu beantworten.

Ob ihr mir mit einer solchen Frage vertraut, könnt ihr vielleicht anhand meines Ratschlag-Tumblrs [Englisch] abschätzen. Meine Begeisterung fürs Thema kommt von Captain Awkward [Englisch].
Eure Fragen und meine Antworten werden auf Deutsch besprochen (und bitte gestellt), da die_der Queerulant_in sich an eine deutschsprachige Leser*innenschaft richtet.

Eure Frage bitte an: zweisatz [AT] takeoverbeta [Punkt] de.
Betreff: Queerulant_in

Es werden keine privaten Daten wie die E-Mail-Adresse veröffentlicht. Ich zitiere lediglich (möglicherweise etwas gekürzt) euren Fragen-Text. Ihr müsst keinen Realnamen aufführen bzw. könnt mir sagen, mit welchem Spitznamen ihr am liebsten angesprochen werden möchtet.

Wenn ihr Freund*innen kennt, die das interessieren könnte, gerne weiterverbreiten!

Weitere Unklarheiten können in den Kommentaren oder per Mail beseitigt werden. :)

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Bis zum männlichen* Horizont und nicht weiter

Auch erschienen auf High on Clichés

Schlagwörter: Privileg – Sexismus – Silencing – Aktivismus

Vielleicht hat Magda recht und die #Aufschrei-Debatte ist für mich deswegen so schwer zu beobachten, weil ihr Ziel es ist

Frauen und Männer näher zueinander zu bringen

(Was, um die Verwirrung zu erhöhen, eigentlich ein Zitat von @fraeulein_tessa ist.)

Wenn die Kampagne dahin strebt, Männern* klar zu machen, welcher Gewalt sie jeden Tag qua Privileg entgehen, macht es Sinn.
Sie hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ich von Typen gelesen habe, die “Scham” empfinden, weil sie damals nicht eingegriffen haben, die bis jetzt nicht wussten, wie schlimm das alles ist und so fort.

Schon beim ersten Lesen eines solchen Statements fragte ich mich: Was hat deine Manpain in diesem Hashtag verloren? Frauen* geht es scheiße und du legst gleich mal deine Betroffenheit dar, dafuq?
Warum das falsch ist? Weil es die Aufmerksamkeit verschiebt. Es geht nicht mehr um grausames sexistisches Ereignis X, es geht darum, wie grausames Ereignis X einen Mann* emotional mitnimmt. Dadurch wird es legitimer. Ja, auch das ist Sexismus. Nein, das ist KEINE HILFE.
Eine Hilfe ist es, die Stimmen von Frauen* (PoC, Homosexuellen, Menschen mit Behinderung usf.) zu verstärken. (Denk-Anstoß von kiturak. Gerade zu sauer, um den richtigen Artikel zu finden.) Was nicht darunter fällt, ist die Stimme von Dudes, die sich endlich (oder meinetwegen auch wiederholt) mal zum Thema äußern, in den Himmel zu loben.
Versteht ihr nicht, was passiert? Die Debatte wird legitimisiert dadurch, dass auch Männer* Sexismus schlimm finden. Das. Ist. Sexismus. Ja, ich freue mich ehrlich drüber, wenn ich sehe, dass ein paar Typen es geschnallt haben. Ja, ich freue mich auch drüber, dass sie ihre Position nutzen, um die Ideen einer breiteren Leser*innenschaft zuzutragen. Nein, ich werde sie deswegen nicht retweeten. Denn das, was sie da sagen, wird gerade von mindestens 5 Frauen* woanders auch gesagt und steht, viel besser (von Frauen*) beschrieben, schon seit 10 Jahren im Netz. Geschrieben von Leuten, die tatsächlich wissen wie es ist so zu leben. For realz.

Es gibt einen Tumblr-Post darüber, dass die Friend-Zone scheiße ist. Trotz einiger problematischer Aussage und dessen, dass er nicht sehr tief geht, wird er hoch und runter verlinkt. Ratet das Geschlecht und die Perspektive des Autors.
Es gibt einen Tumblr-Post von einem Typen, der ein soziales Experiment gemacht hat. (Ob bezüglich Sexismus oder Cis-Sexismus weiß ich nicht mehr). Er trug “weibliche” Klamotten (Bluse, Rock, …) und beobachtete die Reaktionen. Als er einen Tag lang den Rock trug, machten ihn die Reaktionen richtig fertig. Text über das Experiment? Rauf und runter verlinkt.
Wisst ihr wie viele (englischsprachige) Artikel es zu Cis-Sexismus und Sexismus im Netz gibt, die aus einer Betroffenen-Perspektive geschrieben sind? Ihr könnt sie in eurer Lebzeit nicht einmal lesen. Und dieser weiße Cis-Dude kommt daher und bringt alle zum Weinen. SO fühlt sich das also an. Das ist ja echt schmerzhaft. Da sollten wir Mitleid mit den anderen haben.

Ich weiß, wie gut es sich anfühlt, wenn eine Person, von der man es nicht erwartet hat Es Versteht(tm). Dennoch ist das kein Grund für Belohnung, wenn ein Mann* endlich akzeptiert, dass es Sexismus und sexuelle Belästigung gibt. Die Belohnung für ein privilegierten Person die diskriminierende Struktur anzuerkennen, von der sie profitiert, ist Kein-Arschloch-sein. Hier ist deine “Herzlichen Glückwunsch, Du bist kein Arschloch”-Marke. Ich hoffe, das reicht.

(Tut mir Leid, dass die Lesbarkeit heute darunter gelitten haben könnte, dass ich das mehr oder weniger runtergerantet habe.)

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#Aufschrei

Frauen* schreiben und “Das habe ich nicht gewusst.”
Frauen* schreiben und “Das ist ja furchtbar.”
Frauen* schreiben und “Da muss doch wer etwas gegen tun!”
Frauen* schreiben und “Das hast du dir ausgedacht!”
Frauen* schreiben und “So etwas passiert doch nur dir.”
Frauen* schreiben und “Hättest du nur mal…”
Frauen* schreiben und “Männer* werden aber auf der Straße verprügelt.”
Frauen* schreiben und lasst uns ihre Schreie unterdrücken.
Frauen* schreiben und lasst uns darüber lachen.
Frauen* schreiben und “Nimm das doch nicht so ernst.”
Frauen* schreiben und “Das erzählst du erst jetzt?”
Frauen* schreiben und “Mir ist so etwas noch nie passiert.”
Frauen* schreiben und “Warum hast du dich nicht gewehrt?”
Frauen* schreiben und wir erkennen kein Problem.
Frauen* schreiben und irgendwer muss doch den Männern* helfen.
Frauen* schreiben und alles bleibt, wie es ist.

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[TW] You can stop r**e: Schritt 6 – Diskriminierung bekämpfen

Auch erschienen auf High on Clichés

<< Schritt 5

Schlagwörter: r**e culture – sexualisierte Gewalt – Diskriminierung – Intersektionalität

Wie ich damals in Teil 1 recht planlos schrieb, kann man sexualisierte Gewalt bekämpfen, indem man sexistische Schimpfwörter nicht mehr nutzt. Ich möchte auf diesem Punkt aufbauen und ihn erweitern:

Wenn du sexualisierte Gewalt bekämpfen willst, ist der Kampf gegen Diskriminierung an sich unumgänglich.

Sexismus

Sexismus ist hier vielleicht das offensichtlichste Beispiel: wenn die Meinung und Selbstbestimmung von Frauen* als zu vernachlässigen wahrgenommen wird, wenn Menschen mit Gebärmutter nicht alleine über ihren Körper verfügen dürfen, wenn man durch Werbung glauben könnte, Brüste existieren als eigenständige Lebensform, weil so selten ein zugehöriger Kopf gezeigt wird, hat das einen Effekt darauf, wie wir weiblich gelesene Menschen wahrnehmen und behandeln.
Die daraus entstehende herablassende Haltung wird nicht vor der Wohnungstür abgestreift, sondern in Beziehungen und Familien hineingetragen. (Wir erinnern uns: sexualisierte Gewalt wird zu einem großen Prozentsatz von Menschen verübt, die den Betroffenen bekannt sind.)
Genauso werden sexistische Haltungen zementiert und in die nächste Generationen getragen, indem sie von der Werbung, den Medien, Institutionen und auf der Straße (Stichwort Street Harassment) wieder und wieder abgespult werden.
Dieser für weiblich gelesene Menschen bedrohliche Gesamtzustand lässt sich nicht (nur) dadurch auflösen, dass wir alle fleißig Consent praktizieren, denn nur ein kleiner Prozentsatz aller Menschen weiß überhaupt um das Konzept. Wir brauchen stattdessen ein entschlossenes Vorgehen gegen jede Form von Sexismus, vor allem auch mit Unterstützung der Menschen, die nicht täglich davon betroffen sind.

Aber da hört es nicht auf

Es reicht nicht, sich nur gegen Sexismus stark zu machen.
Sexualisierte Gewalt wird immer dort begünstigt, wo Menschen Menschenrechte vorenthalten werden. Das ist bei jeder Form von Diskriminierung der Fall.

Sehen wir uns an, was passiert, wenn Rassismus Sexismus trifft: wer hat nicht von den rassistischen Stereotypen der feurigen Südländerin, exotischen Asiatin oder osteuropäischen Sexarbeiterin* gehört? Frauen* werden dabei schon schlicht durch die (vermutete) Herkunft ihrer Vorfahr*innen in einen sexualisierten Kontext gerückt. Aber nicht nur die damit verbundenen Anfeindungen und Übergriffe sind ein gefährlicher Faktor, vor allem auch rassistische Mechanismen in der Gesellschaft selbst.
Frauen* of Color werden häufiger als weiße Frauen* in Ausbildungsstätten, Ämtern und bei der Arbeit diskriminiert, wodurch sie es u.a. schwerer haben, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Finanzielle Unabhängigkeit ist jedoch wichtig, um sich z.B. von einer*m gewalttätigen Partner*in zu trennen. Für einige Frauen* sind Sprachbarrieren und der Aufenthaltsstatus selbst ein Hindernis dabei Hilfe oder rechtlichen Beistand zu erhalten; Entsprechend hoch (sh. PDF) ist der Anteil von Migrantinnen* und Frauen* of Color in Frauen*häusern.
Nicht zuletzt die Absurdität sich an einen rassistischen Polizeiapparat wenden zu müssen, der bei sexualisierter Gewalt ohnehin unzuverlässig arbeitet, verschlechtert die Lage weiter.

Diese Gedanken lassen sich aber, wie gesagt, für jede Form von Diskriminierung durchspielen.
Menschen mit Behinderung sind wesentlich gefährdeter, als Menschen ohne Behinderung. QUILT*BAG-Menschen sind Belästigung auf der Straße und menschenrechts-verletztendem Verhalten der Polizei ausgesetzt. Es fehlt selbst das grundlegende gesellschaftliche Verständnis, dass sexualisierte Gewalt nicht einfach aus der Formel “Cis-Mann greift Cis-Frau an” besteht.
Kinder und Jugendliche stehen häufig in einer Abhängigkeits-Beziehung zu den Täter*innen. Dazu kommt noch einiges: Sie gelten als wenig glaubwürdig, oft haben sie keinen Vergleich für die Behandlung, die ihnen widerfährt. Woran eine (emotional, körperliche, sexualisiert) gewalttätige Behandlung erkennen, wenn die Hauptbezugsperson erklärt, dass alles seine Richtigkeit hat?

Am Ende ist es so, dass jede Form von Diskriminierung die Betroffenen angreifbarer für sexualisierte Gewalt macht. Willst du sexualisierte Gewalt bekämpfen, dann lerne diskriminierendes Verhalten zu erkennen und greife ein – bei dir selbst und bei anderen.

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Consent und die Unterhosen-Regel

Auch erschienen auf High on Clichés

Schlagwörter: Consent Culture – Selbstbestimmung – Grenzen – Grenzüberschreitung – Hilfe

(Consent = Einverständnis, Zustimmung)

Vom Essen, über Gesundheitsfragen, hin zu persönlichen Erlebnissen: irgendeine*r weiß es definitiv besser als du. Z.B. was du wirklich auf deinem Teller haben solltest. Oder dass du nur ein bisschen Sport machen müsstest gegen deine Depressionen. Oder dass deine Erzählung nicht soo schlimm klingt; Sicher, dass du nicht überzogen reagierst?

Wie Cliff Pervocracy in seinen Artikeln zu Consenct Culture betont hat, sind (solche) Grenzüberschreitungen nicht erst im Dunstkreis (RW=Redewendung) der Sexualität von Bedeutung.

Die Nase in fremden Angelegenheiten (RW)

Sowohl in den USA als auch in Deutschland sind Menschen einfach daran gewöhnt, alles zu kommentieren und zu allem eine Meinung haben zu können. Schließlich beruhen zwischenmenschliche Beziehungen stark darauf: man unterhält sich mit anderen Menschen über noch andere Menschen und was die so tun. Meist bewertet man das Tun auch.
Die Neugierde und die Genugtuung, die u.a. als Motor dienen, können aber schädliche Folgen haben. In den Medien sieht man das etwa an Celebrity-Zeitschriften und -Sendungen. Ein Großteil der Storys beruht auf Fotos, die über Paparazzi beschafft werden. Was die tun, kann mitunter als nichts anderes als Stalking bezeichnet werden – nur um an ein nichts-sagendes Foto zu kommen, das verschwommen vergrößert werden kann, um eine an den Haaren herbeigezogene (RW) Geschichte zu “bestätigen”. Aber wenn man Geld damit machen kann, wird es natürlich durchgezogen. Wie z.B. Fotos unter Emma Watsons Rock zu jagen, sobald sie 18 wurde. (Trigger-Warnung sexualisierte Gewalt, Sexismus, Mysogynie für Quelle)

Aber auch im engeren sozialen Kreis vergisst man schnell, dass man zwar eine Meinung dazu haben kann, wie andere ihr Leben führen, aber dass man kein Recht hat, ich wiederhole, kein Recht ihnen dabei reinzureden. Nein, es ist nicht notwendig, anderen zu sagen, was man für “besser” halten würde.

[...] but it’s important to remember that unsolicited advice (no matter how well-intentioned and on-its-merits-correct) can be the perfect cocktail of presumptuous and judgmental.  You’re basically saying “You’re doing that wrong, and I think I’m smarter than you.”

We think we know, so we forget to ask. No one knows how to make an Ass out of U and Me like families, old friends, and long-term relationship partners. We think that things that happened way back when constitute data that allows us to make assumptions about how things are now, like “You aren’t patient enough to be a teacher, remember how you were when you played school that one time with your little brother and I had to stop you from shoving the chalk up his nose?”

Ooh, look how that has nothing to do with how you’ll actually perform as a teacher and look how it conveniently reminds you that the other person remembers when you were small and powerless and not good at stuff and tries to place you back there. And then you’re standing there, like, um, I’m actually a teacher, like, I get paid to do it now for real, that’s what it says on my taxes and everything and why would you even bring that up? YOU DON’T KNOW ME!

JenniferP/Captain Awkward

In dem Zusammenhang fand ich die Unterhosen-Regel ganz toll, von der ich letztens las: du bist di:er Chef*in deiner Unterhosen und anderer Leute sind ihr*e eigene*r Chef*in. Das bedeutet grob gesagt: vermeide Allaussagen. Denn wenn “alle” etwas tun sollen, schließt das zwingend mehr Unterhosen ein als deine eigenen.
Wenn du mit “Man sollte…”, “Wenn nur jede*r…” usw. anfängst, kommt daher meist Mist heraus.

Das eigene Leben kennt man am besten, also geht man bei allen Überlegungen von der eigenen Situation aus. Und dann sagt man, dass Leute, die nicht joggen gehen, einfach nicht auf ihre Gesundheit achten. Und eine fragt, wie sie mit ihrem verstauchten Knöchel joggen gehen soll. Und du merkst: du hast abgefuckt. Da war doch was, namentlich Ableismus (um ein Gegenargument von vielen zu nennen).
Es scheint also keine Idee zu sein, eine einzige Idee für eine Vielzahl von verschiedenen Lebensrealitäten vorzuschlagen.

Ein Weg zur Consent-Gesellschaft

Wofür ich mich aber einsetze, ist nicht nur die Abschaffung von Allaussagen. Die vielen kleinen Einmischungen sollen weg.

Ein Frage, die man sich stellen sollte, bevor man Ratschläge verteilt, lautet: Handele ich gerade im Sinne einer Consent-Gesellschaft (Trigger-Warnung für Link: Erwähnung von sexualisierter Gewalt)? Unterstütze ich mit dem, was ich vorhabe, eine Gesellschaft, in der alle über ihre (quasi sprichwörtlichen und echten) Unterhosen herrschen? – Unerbetene Tips oder das Drängen zu “nur einem Bissen”/”einem Schlückchen” sind Grenzüberschreitungen. Die einen mögen sie als nervig wahrnehmen, die anderen als unhöflich, aber selten hält man inne, um zu prüfen, warum sie ärgerlich stimmen: Eine andere Person greift in die eigene Autonomie ein und ignoriert deinen Willen in einer Sache, die einzig deiner Entscheidungsmacht unterstehen sollte. Eine verärgerte Reaktion hilft dir dabei, vor einer erneuten Grenzüberschreitung solcher Art auf der Hut zu sein.
Wozu solcher Ärger aber selten führt, ist zur Forderung nach neuen Regeln für den Umgang miteinander. Es liegt einfach nicht nahe, Verhalten in Frage zu stellen, dass offensichtlich keine*n sonst stört, sonst würden die anderen ja etwas dagegen sagen, wenn man ihnen Häppchen aufdrängt…?

Wir brauchen aber neue Regeln. Dass wir neue Regeln brauchen, wird nicht nur durch die hohe Rate an (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen* und Minderheiten deutlich. Eine gut durchdachte Praxis von Consent macht es auch möglich, wie Cliff Pervocracy oft wiederholt, einer Situation “an der Nasenspitze” (RW) anzusehen, ob hier Einverständnis vorliegt oder man eingreifen muss.

One of the major steps toward creating a consent culture is making consent look different from coercion.

Cliff Pervocracy

Das Ziel ist es Übergriffe und freundschaftliches Verhalten auf den ersten Blick (RW) unterscheidbar zu machen.

Wo anfangen…

Wenn man nun vermeiden möchte, selbst eine von diesen pushy (aufdringlichen, fordernden) Personen zu sein, muss man leider gegen die eigene Erziehung ankämpfen. Je nach Kultur bist du auch ein*e schlechte*r Gastgeber*in, wenn du nicht mindestens drei Mal fragst, ob deine Gäste wirklich nichts essen möchten.
Und wenn man Freund*innen oder Familie anspricht, möchte man ihnen oft nur helfen bzw. einfach sicherstellen, dass es ihnen gut geht.
Aber selbst in diesem Zusammenhang ist intent halt nicht magic: Gutes wollen und Gutes tun ist nicht das Gleiche.
Diesem Problem kann man sich auch nicht entziehen, wenn man irgendeine Form von Aktivismus ausführt. Es geht halt nicht drum irgendetwas zu tun, sondern etwas Hilfreiches. Deswegen braucht man immer wieder Rückversicherungen und Absprachen, was die Personen, denen man helfen will, denn überhaupt möchten. Und, ganz wichtig, ob sie überhaupt Hilfe brauchen. Hilfe kann nicht als Einbahnstraße verstanden werden, wo man einfach das tut, das man für gut hält und am Ende der Straße kriegt man die Medaille “ich war ein guter Mensch”. Auch wenn eine consent-basierte Form des Helfens schwerer umzusetzen ist: Hilfe ist es erst a) wenn du mit der zu behelfenden Person gesprochen hast b) dich versichert hast, dass sie Hilfe braucht und möchte und c) gefragt hast, was tatsächlich hilfreich wäre. Es gibt keinen kurzen Weg um die Rücksprachen und Kursänderungen, wenn man Hilfe tatsächlich für die anderen anbieten will und nicht als Abkürzung nutzen, um das eigene Ego zu stärken.

Wer nun otterly (das ist ein Wortspiel aus utterly = völlig und “Otter”) verwirrt ist, was nun tun, eine erste Idee: How not to talk to people who tell you something sad.

Übersetzung der englischen Stellen auf Anfrage

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Berliner Bäder-Betriebe schützen diskriminierende Mitarbeiter*innen

Vor einer Weile erreichte uns ein Text, den wir gerne weiterverbreiten möchten.
Inhaltswarnung: Ableismus und im folgenden Absatz genannte Formen der Diskriminierung

Ehemalige Mitarbeiterin der Berliner Bäder-Betriebe berichtet von rassistischen, hetero-sexistischen¹ und anderen menschenverachtenden Äußerungen der Kolleg_innen während der Arbeitszeit

Im Juli 2012 lag mehrere Stunden lang auf dem Tisch der Schwimmmeister_innenkabine im Hallenbad der SSE Schwimm- und Sprunghalle im Europa-Sportpark ein (Nach-)Druck der „Zeitung“ „Der Völkische Beobachter“. Diese wurde von einem Mitarbeiter dort hingelegt. In der Kabine halten sich regelmäßig Mitarbeiter_innen auf, sie ist aus Glas und dadurch auch einsehbar. Einen Mitarbeiter darauf angesprochen wurde der dort neuen Mitarbeiterin mitgeteilt, dass die „Zeitung“ gelesen werde „um sich zu informieren“ und „Es war ja nicht alles schlecht damals…“. Dieser Vorfall reiht sich ein in einen Arbeitsalltag, in dem viele Mitarbeiter_innen untereinander Badegäste abwertend mit der (von ihnen willkürlich) zugeschriebenen Herkunft bezeichneten. Es wurde auch das Roma- und Sinti-feindliche Z-Wort benutzt. Im Gegensatz wurden Badegäste, denen (ebenso willkürlich) eine „deutsche Herkunft“ zugeschrieben wurde, als „der Mann “ und „die Frau“ beschrieben. Zudem wurde die o.g. Mitarbeiterin explizit auf ein vermeintliches „Ausländer“problem im Bad hingewiesen.
Am Tag nach dem „die Zeitung“ auslag verweigerte die Mitarbeiterin die Arbeit und setzte das Personalbüro der Berliner Bäder-Betriebe persönlich darüber in Kenntnis und forderte Maßnahmen dagegen. Auf ihren Wunsch hin wurde die Mitarbeiterin dann in ein anderes Bad versetzt.
Auch am neuen Einsatzort, dem Kombibad Seestraße, kam es nach sehr kurzer Zeit zu weiteren menschenverachtenden Aussagen. Ein ebenfalls u.a für die Badeaufsicht zuständiger Mitarbeiter sprach sich dafür aus, dass „kriminelle(n) Ausländer hier in Deutschland direkt in den Zug gepackt werden und dieser Zug wird dann von außen mit einem Schloss verriegelt. Im Zug ist dann ein Loch im Boden, dort können sie ihr Geschäft verrichten.“ Und dann würden sie, wenn es nach ihm gehen würde, dort angekommen, ausgeladen werden um dann direkt ins Gefängnis zu kommen. Ein weiterer Mitarbeiter fügte lachend hinzu: „Sie können ja noch Stroh zum drauflegen bekommen.“
Bei einem anderen Gespräch erzählte die Mitarbeiterin sie sei pansexuell, was für sie heiße, dass sowohl Frauen als auch Männer als auch Menschen, die sich nicht in eine Geschlechtskategorie einordnen wollen und/oder können als potentielle Partner_innen in Frage kommen. Daraufhin erwiderte ein ebenfalls u.a. für die Wasseraufsicht zuständiger Mitarbeiter, dass Menschen, die sich nicht in eine Geschlechtskategorie einordnen lassen „behindert“ seien. Der Mitarbeiterin wurde entgegengebracht, alles was von der heterosexuellen Norm abweiche sei „krank“ und „verdient die Todesstrafe“. Weiter: „Ich finde bis jetzt warst du eine nette Kollegin, aber aufgrund dieser Charaktereigenschaft musst du getötet werden.“

Alle beschriebenen Vorfälle wurden von der Mitarbeiterin dem Betrieb gemeldet. Ihr sind -bis auf Anhörungen – keine unternommenen Maßnahmen bekannt, die Bäder-Betriebe geben in einem Schreiben vom 17.12.2012 an, dass die dargestellten Vorfälle nicht bestätigt werden könnten.

1 Geändert wegen unserer Kommentarrichtlinien

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Die letzten Geheimnisse von Twitter

Auch erschienen auf High on Clichés

Schlagwörter: Twitter – Bedienungsanleitung – Insider

Für Twitter-Anfänger*innen stellt sich neben den Fragen: “Warum stehen die alle so auf das hier?” und “Warum glaubst du, mich interessiert dein Essen?” eine weitere Frage: “Was muss ich tun?!”

Ich werde kurz auf die Funktionen eingehen, die man wahrscheinlich schnell alleine findet. Dann komme ich zu dem Wissen, das man nicht so schnell mitbekommt und weswegen ich diesen Artikel eigentlich geschrieben habe.

Da ich Twitter fast nicht anders benutze, beziehen sich alle Beschreibungen auf die übliche Weboberfläche von Twitter – was man also im Browser zu sehen bekommt. Es gibt darüber hinaus Programme, die weitere Anpassungen und Erleichterungen erlauben. Für mich hatten sie bis jetzt aber zu viele Nachteile, um zu wechseln. Viele Menschen benutzen Twitter natürlich über Smartphones. Die meisten Punkte gelten aber für Twitter allgemein, eher unterscheidet sich die Menüführung.

Inhalt:

  1. Grundlagen
  2. Mentions und andere Nachrichten
  3. Tags, Links und Retweets, Favoriten
  4. Blocken, Privacy

1. Grundlagen

Tweets schreiben kannst du links oben, wo Verfasse einen neuen Tweet im Textfeld steht. Der Text darf maximal 140 Zeichen lang sein. Wenn dein Account nicht privat ist, kann dieser Tweet von allen Menschen gelesen werden, die auf Twitter sind. Es ist allerdings mühselig, Tweets von Personen herauszusuchen, denen man nicht folgt. Also könnte man sagen, er wird von allen deinen Follower*innen gelesen. (Ausnahmen folgen unter “Mentions und andere Nachrichten”.)

Rechts ist die “Timeline”. Dort siehst du alle deine eigenen Tweets, die von Menschen, denen du folgst und gesponsorte Tweets (d.h. Werbung), gegen die du nicht viel machen kannst.
Twitter ist dabei immer von unten nach oben zu “verstehen”, weil neueste Tweets ganz oben erscheinen.

Wenn du in der obersten angezeigten “Zeile” der Twitter-Website auf @Verbinden gehst, siehst du alle Nachrichten gesammelt, in denen du erwähnt (auch “Mentions” genannt) oder angesprochen wurdest. Auf den Unterschied gehe ich unter der folgenden Überschrift ein.

Eine weitere Art der Kommunikation sind Direkt-Nachrichten (“Direct Messages” oder kurz “DM”). Zu denen gelangst du, wenn du in der obersten Zeile auf das Rädchen fast ganz rechts klickst und den ersten bzw. zweiten Menüpunkt Direktnachrichten auswählst.

2. Mentions und andere Nachrichten

Personen ansprechen

Man kann Personen (öffentlich) direkt ansprechen, indem man ihren Twitter-Namen (der wo das “@” davorsteht) direkt an den Anfang des Tweets schreibt. Also z.B.

@HighOnCliches Du schreibst die besten Artikel.

Wofür ich mich herzlich bedanken würde.

Diese an dich gerichteten Nachrichten kann man/du, wie oben erwähnt, unter @Verbinden ansehen.
Jetzt kommt das Spezielle: Wenn du einer Person folgst, die dich direkt anspricht, kannst du die Nachricht auch in deiner Timeline sehen (wenn du dann gerade online bist). Wenn du der Person nicht folgst, wirst du nur unter @Verbinden mitbekommen, dass du angesprochen wurdest. Das verhindert, dass du unmittelbar mit Nachrichten vollgespammt wirst, die dich vielleicht nicht interessieren.

Tip: Eine weitere Besonderheit. Sagen wir, du folgst @BestEmanzeEver und @QueerIsTheNewShit. Nun sendet @BestEmanzeEver einen solchen “direkten” Tweet an @QueerIsTheNewShit. Dann wirst du diesen Tweet und eventuell folgende Antworten in deiner Timeline sehen, obwohl du nicht angesprochen wurdest. Twitter geht hier davon aus, dass du, wenn du an beiden interessiert bist, wahrscheinlich auch an Unterhaltungen zwischen ihnen interessiert sein wirst.
Solltest du aber nur einer der beiden Personen folgen, wirst du die Unterhaltung nicht in der Timeline sehen. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie für dich nicht von Interesse ist.

Mentions

Man kann Personen auch “erwähnen” oder denglisch “mentionen”. Dann schreibt man ihren Namen (Twitter-Namen! Also wieder mit @…) nicht direkt an den Anfang eines Tweets, sondern setzt mindestens ein Zeichen davor. Die Person kann dann wieder unter @Verbinden sehen, dass sie erwähnt wurde. Der Tweet ist jedoch ein ganz normal sichtbarer Tweet. Das heißt, damit Leute den Inhalt sehen, müssen sie nicht euch beiden folgen.
Tip: Oft kommt es vor, dass Menschen zwar eine direkte Unterhaltung mit einer Person führen, aber möchten, dass andere mitbekommen, was sie sagen. Es ist üblich, in dem Falle “.@QueerIsTheNewShit …” zu schreiben, also einen Punkt vor den Namen zu setzen.
Ich bin mir nicht sicher, ob damit noch weitere Geheimnisse von Twitter verbunden sind oder sich das User*innen einfach ausgedacht haben. Welche*r weitere Infos hat, immer her damit.

Antworten

Wenn man Leuten antworten möchte, kann man mit der Maus über ihren Tweet fahren und antworten erscheint u.a. darunter. Dort draufklicken. Ihr Name wird dann automatisch an den Anfang der Antwort gesetzt.
Tip: Wenn du auf antworten klickst, entsteht eine Konversation. Die kannst du ansehen (so vorhanden), wenn du unter einem Tweet auf Öffnen klickst und unten dann auf Details. Leider entsteht die Konversation nicht, wenn du als Antwort selbst einen Tweet links oben verfasst und einfach den Namen der betreffenden Person an den Anfang setzt.
Tip: Sollten in einem Tweet mehrere Personen hintereinander erwähnt werden (“@BestEmanzeEver @QueerIsTheNewShit Ich liebe euch!!”), wird nur die erste Person als Empfänger*in eines direkten Tweets behandelt, die zweite Person als “erwähnte” Person. Das lässt sich leider nicht umgehen.

Direktnachrichten

Als letztes gibt es noch Direktnachrichten (DMs). Diese kann man, wie zuvor erwähnt, unter dem Zahnrädchen ganz oben finden. Wenn man neue Direktnachrichten hat, ist auch das Wort Account ganz oben blau unterlegt.
Tip: Du kannst Direktnachrichten von Personen erhalten, denen du folgst. Du darfst Menschen Direktnachrichten schreiben, die dir folgen. Eine richtige Konversation ist also nur möglich, wenn ihr euch gegenseitig folgt.

Direktnachrichten sind nicht öffentlich. Sie können natürlich wie immer vom Dienst selbst, also Twitter, eingesehen werden, aber wenn ihr sie nicht aus Versehen als normalen Tweet schickt, kann sie niemand anderes als di:er Empfänger*in lesen.*
Das Problem mit DMs ist, dass sie in letzter Zeit oft nicht richtig funktionieren. Die Benachrichtigung über neue DMs funktioniert öfter nicht und ihre Anzeige ist häufig mangelhaft (z.B. muss F5 gedrückt werden, weil nicht von selbst aktualisiert wird). Das macht die Sache etwas anstrengend zu benutzen und hat dazu geführt, dass sich Leute oft Tweets schreiben, in denen nur “@HighOnCliches DM” steht.

Als letztes: wenn du z.B. “HighOnCliches” (ohne “@”) in einem deiner Tweets verwendest, wird das Wort als ganz normales nichts-sagendes Wort behandelt, ich werde also nicht speziell benachrichtigt.

3. Tags, Links und Retweets, Favoriten

Tags

Ein Tag setzt einen aus Platzgründen knappen Tweet oft in den Kontext, z.B. “Kommt morgen alle zur Demo #Hamburg #scheißNazis”.
Tip: Tags wird ein “#” vorangestellt und es dürfen keine Leerzeichen oder Sonderzeichen eingefügt werden, sonst versteht Twitter das Wort danach als normales Wort. Richtig: #ichHasseHitze Falsch: #juhu Hitze-Frei”. Nur “juhu” wird als Tag verstanden. Wenn danach kein Leerzeichen stünde, würde auch der Bindestrich ein Problem darstellen.

Nach Tags kann gesucht werden durch Draufklicken. So kann man schnell viele Tweets zu einem Thema finden. Auch sieht man links unten die “Trends”, also Tags, die häufig verwendet werden.
Ich benutze sie eigentlich nur zum oben genannten Zweck: um kürzere verständliche Tweets zu schreiben.

Links

Twitter wird gerne benutzt, um Links zu teilen. Aus Platzgründen sind sie aber oft unhandlich. Zu diesem Zweck gibt es “Link-Shortener”, die dir einen neuen, kürzeren Link ausspucken. Wenn du Twitter im Browser benutzt, ist das aber nicht notwendig; Twitter kürzt die Links intern von selbst. Wenn du also einen Tweet schreibst, einfach den Link ‘reinkopieren und schauen, wie viele Zeichen du noch hast. (Damit das funktioniert, muss zwischen dem Link und deinem Text ein Leerzeichen stehen!)
Tip: Wenn du den Link durch eine Person gefunden hast, die auch auf Twitter ist, besagt die Twitter-Etikette (der ich so folge), dass du (meist ans Ende des Tweets) via @SupahEmanze schreibst, um der Person Anerkennung fürs Finden zu zollen.

Retweets

Ach, die Retweets (RT). Auf Twitter liest und teilt man Nachrichten, witzige Gedanken, Sinnlosigkeiten. Was dem Facebook (buuuuh) das Teilen, ist Twitter das Retweeten.
Wenn du einen Tweet gut findest und ihn weiterverbreiten möchtest, kannst du mit der Maus über den Tweet fahren und unten erscheint Retweet. Wenn du das nun ausführst, erscheint der Tweet für Menschen, die dir folgen, in ihrer Timeline (mit einer kleinen Notiz unter dem Originaltweet, dass er von dir retweetet wurde).
Tip: Für Menschen, die nicht direkt Twitter benutzen, sondern “Hilfsprogramme”, werden mitunter keine Retweets angezeigt. Also nicht verwundert sein, wenn du den Retweet noch kommentierst und Menschen dich verwirrt ansprechen, wovon du redest.

So weit ich weiß, hat Twitter die Retweet-Funktion eingeführt, nachdem Menschen angefangen haben per Hand zu “retweeten”, weil sie andere Tweets gut fanden. Das ist noch recht verbreitet, besonders, wenn man etwas im gleichen Tweet dazuschreiben will. Also eine kurze Twitter-Ettikette:
Tip: Wenn du einen Retweet per Hand erstellen willst, geht das wie folgt

Finde ich schnieke RT @QueerIsTheNewShit Eis! So lecker!!

Also zu Beginn deine eventuelle Bemerkung, dann “RT”, anschließend den Namen der Person, die’s geschrieben hat und dann ihren Text. Inwiefern Anführungszeichen benutzt werden, ist dir überlassen.
Tip: Wenn du den Inhalt veränderst (meist kürzen), ist es besser, nicht “RT” sondern “MT” zu schreiben. Das steht für “modified tweet”, also bearbeiteter Tweet. (Ist zugegebenermaßen nicht so weit verbreitet wie “RT”, aber ich finde es deutlicher.)

Favoriten

Letztendlich bleiben noch die Favoriten, kurz “Favs”. Diese Option findet sich auch wieder beim Drüberfahren über einen Tweet.
Deine Follower*innen sehen generell nicht, was du favst (außer wenn sie sich gerade die Details eines Tweets ansehen, den du gefavt hast).
Das gilt allerdings nicht für die “gefavte” Person. Denn, genauso wie Retweets, wird dir unter “@Verbinden” auch angezeigt, wenn eine Person einen Tweet von dir favorisiert hat.

Die Lager sind relativ gleich verteilt: Menschen benutzen das Faven einerseits um auszudrücken, dass sie einen Tweet mochten, aber auch als Lesezeichen. Denn unter Account (ganz oben) und dann, links in der Liste, unter Favoriten kannst du dir alle favorisierten Tweets relativ bequem anzeigen lassen. Eine bessere Möglichkeit für Lesezeichen bietet Twitter nicht.

Nun das Unvermeidliche.

4. Blocken, Privacy

Wenn ihr mich fragt, zeichnet sich eine Internetseite auch dadurch aus, inwiefern sie es zulässt Menschen vollständig zu blocken. Twitter würde ich eine 7/10 geben.

Blocken

Ihr könnt Menschen blocken, indem ihr auf ihren Account geht (entweder die kurz-Version, die man durch klicken auf ihren Namen [den ohne "@"] angezeigt bekommt oder mit Hilfe der Suche erreicht). Auf der rechten Seite werdet ihr links neben dem folgen/entfolgen-Button eine menschliche (eher “männliche”) Silhouette sehen. Unter diesem Menüpunkt finden sich zwei verschiedene Optionen zum Blocken, der abkürzend genannte “Spam-Block” und das “normale” Blockieren. Der Unterschied ist, dass beim Spam-Block der Account an Twitter gemeldet wird. Nur passiert nichts. Also … es gibt eigentlich keinen Unterschied, meiner Erfahrung nach.
Ich halte es so: wenn ich die Person richtig scheiße finde oder es sich um einen Spam-Account handelt, (davon gibt es viele auf Twitter), Spam-blocke ich. Sonst den “normalen” Block.

Der Effekt sieht so aus, dass die Person keine Nachrichten mehr schreiben kann, denen dein Name vorangestellt ist und wenn sie dich erwähnt, wirst du unter @Verbinden nicht darüber informiert. Weiterhin kann sie deine Tweets nicht einsehen.
Tip: Sobald sie sich ausloggt, kann sie jedoch deinen Account aufrufen und auch die Tweets lesen, sofern du keinen privaten Account hast.

Direktnachrichten (also DMs) kann sie dir ohnehin nicht senden, wenn du der Person nicht folgst.

Was du allerdings noch siehst, ist wenn andere die Person in ihren Tweets erwähnen. Retweets von ihr werden, glaube ich, jedoch nicht angezeigt (also wenn eine Person, der du folgst, die Person retweetet).
So viel ich weiß, lässt sich das nur umgehen, wenn du Twitter mit einem externen Programm benutzt und dann Tweets dieser Person/mit Schlagwörtern filtern lässt. Ist bei Vielen allerdings weniger beliebt, weil du der Person dafür mitunter folgen musst.

Privater Account

Eine andere Möglichkeit deine Ruhe zu haben oder zu bekommen, ist einen privaten Account anzulegen. In dem Falle können nur Menschen deine Tweets lesen, die dir folgen. Damit sie dir folgen dürfen, müssen sie auf den Follow-Button klicken. Dann wird eine Anfrage an dich gesendet, die du annehmen oder ablehnen kannst. Erst wenn du sie zugelassen hast, können sie deine Tweets lesen.
Bei einem privaten Account sind Tweets automatisch nicht retweetbar. Allerdings solltest du deinen Follower*innen vertrauen können, da natürlich ihr Inhalt kopiert werden kann.
Tip: Wenn du einem privaten Account folgst, sei extra vorausschauend, wie du mit dem Gelesenen umgehst. Es ist nicht in Ordnung, die Inhalte ohne Rückfrage weiterzuverbreiten.

Du kannst deinen Account nach Belieben von privat in öffentlich oder andersherum umwandeln (so viel ich weiß).

☆☆☆☆☆

Ich hoffe, diese Beschreibung war hilfreich. Für Korrekturen und weitere Fragen bin ich offen.

*Ja okay, da müsste ich jetzt auch noch durchgehend verschlüsselte Datenübetragung voraussetzen, ein sicheres Passwort etc. damit niemand deinen Internetverkehr abfängt und so. Worauf ich hinaus will: DMs können twitter-intern nicht von User*innen eingesehen werden, an die sie nicht gesendet wurden.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2013/01/die-letzten-geheimnisse-von-twitter/

Mord ist kein “Familiendrama”

Auch erschienen auf High on Clichés

Schlagworte: Frauenhass – Mord – Gewalt in Beziehungen – Mysogynie – Sexismus

Das Jahr 2012.

Januar:
·Nordrhein-Westfalen: 52-jähriger Mann ersticht 50-jährige Ehefrau.
Quelle

Juni:
·Bayern: 45-jähriger Rechtsanwalt ersticht seine 37-jährige Ehefrau.
Quelle

August:
·Berlin: 69-Jähriger bringt 28-jährige Ehefrau und die zwei kleinen Söhne um.
Quelle

November:
·Rheinland-Pfalz: 47-jähriger Mann bringt 43-jährige Ehefrau und ihre zwei Söhne um.
Quelle

Weihnachten:
·Brandenburg: 78-Jähriger tötet 77-jährige Lebensgefährtin und anschließend sich selbst.

·Niederbayern: 66-Jährige tot aufgefunden. Mutmaßlich von ihrem 68 Jahre alten Ehemann getötet.

·Thüringen: 50-Jähriger prügelt 52-jährige Lebensgefährtin zu Tode.

·Duisburg: Mann ersticht Schwager. Auslöser: Die Frau des Angreifers wollte mit den vier Kindern ausziehen und ihr Bruder half beim Umzug, als ihr Mann gewalttätig wurde.
Quelle via @maedchenblog

Alle Artikel, bis auf den letzten, habe ich durch das Schlagwort “Familiendrama” auf der ersten Google-Seite gefunden. Nicht durch “Mord” oder “bedenkliche Häufung von Gewalt-Verbrechen gegen Frauen”.
Bei den Artikeln fällt auf, dass das Wort “Mord” nur da fällt, wo eine Mutter ein Kind umgebracht hat. (Quelle). Die Taten wurden jedoch zum überwiegenden Teil von Männern verübt.
In jedem Falle wird die Berichterstattung der Situation nicht gerecht. Es ist die Rede von “Familiendramen”, “Beziehungsdramen” oder “Familienstreitigkeiten”. Ein “Familiendrama” ist es jedoch, wenn eine Familie durch unglückliche Umstände bei einem Brand umkommt. Wenn ein Mensch umgebracht wird, ist das Mord (oder, je nach Rechtslage, Totschlag oder Notwehr). Die örtliche Presse sieht sich aber nicht dafür verantwortlich, dem Ernst der Lage durch eine angemessene Wortwahl gerecht zu werden. Oder gar zu analysieren, wie es zu so vielen Morden an Frauen kommen kann. Jeder Artikel wird als Einzel”drama” dargestellt und ausgeschlachtet.

Es gibt sie jedoch, die Erklärung für diese Taten. Einer der Artikel erwähnt, dass Gewalt häufiger im familiären Umfeld erfahren wird als auf der Straße. Und weiter geht’s mit dem Tathergang.
Diese Gewalttaten sind aber, genau so wie die Massenmorde an Schulen, kein Zufall. Sie sind nur ein Symptom für den allgegenwärtigen Frauenhass. Dafür, dass es nicht genug Strukturen für Menschen gibt, die eine gewalttätige Beziehung verlassen müssen. Und dafür, dass strikte Geschlechter-Rollenbilder schlicht eine Gefahr darstellen.
Wut darf nicht als einzige und normale männliche Reaktion auf Schmerzen oder Kränkungen akzeptiert werden. Gewalttätigkeit gegen andere ist keine hinnehmbare Reaktion auf Konflikte. Und wenn es so viele Morde an Frauen durch (Ex-) Lebensgefährten gibt, ist das ein Zeichen dafür, dass gegen die Ursachen vorgegangen werden muss. Es ist keine “unglückliche Häufung von Familiendramen”.

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Von Limbo bis Dead Space 2 [---o-]

Zuerst erschienen auf High on Clichés

<< Limbo

Schlagwörter: Videospiele – Bioshock 2 – Tiefsee

Finally, bevor ich es ganz vergessen habe, komme ich zu

Bioshock 2

Wir befinden uns erneut in Rapture, einer Unterwasserstadt, die es grob gesagt Reichen ermöglichen sollte, sich dem staatlichen Zugriff zu entziehen. Inzwischen ist das Ganze allerdings schon völlig den Bach (haha, viel Wasser … *räusper*) ‘runtergegangen (RW). Wir bewegen uns durch mal mehr mal ein biiisschen weniger verfallene Räume, denen man den zunehmenden Einbruch von Wasser ansieht. Oft sind Boden und Wände schon von Wasserpflanzen überwuchert. Die Elektronik funktioniert allerdings noch erstaunlich gut, weswegen wir uns an diversen Automaten Gesundheit, Munition, Waffenupdates und Plasmide kaufen können.

Obwohl ich diesmal tatsächlich (Ton-) Dokumente zur Story konsumiert habe, die man entlang des Weges findet, vertraue ich nicht ganz darauf, dass ich die Story richtig wiedergebe. Wir (d.h. die spielende Person) sind ein Big Daddy. Wir wurden zwar vor einigen Jahren von der einflussreichen Therapeutin Lamb erschossen (bzw. zum Selbstmord gezwungen), aber Magic oder was auch immer.

Kleine Ausführung für nicht-Bioshock-Menschen: Iiiiin Rapture kann man sich “splicen”. Mithilfe von “Adam”, einer Flüssigkeit (?) – im Spiel ist es eher eine Währung, kann man sich bestimmte Fähigkeiten kaufen, Plasmide. Dies sind Fähigkeiten, die dich selbst zur Waffe machen. Man hat unter anderem die Auswahl zwischen Blitze aus der Hand schießen, Feuer, Telekinese, Bienen (voll cool, später mehr!) und Hypnose. Um sich eine bestimmte Fähigkeit kaufen zu können, braucht man also Adam. Um sie nutzen zu können, Spritzen voll Eve. (Adam und Eva versteht ihr?!)
Das macht Adam und Eve recht wertvoll und inzwischen dient es dem Überleben. Sogenannte Splicer – Leute, die krank davon geworden sind, dass sie Plasmide zu häufig benutzt haben – laufen natürlich durch Rapture und greifen dich an.
Daaann gibt es noch Little Sisters. Diese kleinen Mädchen wurden gehirngewaschen, um Adam zu sammeln. Meist tun sie das bei Leichen. Big Sisters – erwachsen gewordene Little Sisters – machen das mitunter auch bei noch lebendigen Splicern. Damit die Little Sisters nicht ungeschützt sind, hat man ihnen Big Daddies mitgegeben. Das sind gehirngewaschene erwachsene Männer (vergessen, ob das noch weiter erläutert wurde), die die Little Sisters in einer Art gepanzertem Taucheranzug begleiten und vor Splicern und Menschen allgemein beschützen, während diese Adam sammeln. Also wird sind ein solcher, alles klar?
Die Besonderheit ist, dass wir einen eigenen Willen haben. Das führt anscheinend leider dazu, dass man andauuuuuernd von irgendeiner*m vollgequatscht wird.

Während man also von diversen mehr oder weniger (un-) durchsichtigen Personen durch die Gegend geschickt wird, tötet man Splicer, sammelt Tonbänder ein, bekommt zunehmend Waffen und Plasmide und kann vor allem Little Sisters adoptieren, beim Adam-Sammeln beschützen und so selbst an mehr Adam gelangen.

Man hat sehr … viele … Waffen. Waffen selbst (nicht Plasmide) kann man nur einsammeln, nicht kaufen. Also sollte man die Augen ein wenig offen halten (RW). Am Ende hat man … 8 oder so. Munition liegt natürlich herum, weil is so, man kann sie aber auch an Automaten kaufen. Überhaupt liegt sehr viel herum; Eve-Spritzen, Nahrungsmittel, Alkohol, Trinkwasser, Munition, Tonbänder, Geld, …
Welche Waffen man vorzieht, muss man selbst herausfinden. Der Bohrer ist sehr stark, verbraucht aber Treibstoff recht schnell. Die Nietenpistole mag ich sehr. Sie schießt zwar nicht sehr schnell, aber macht auch auf Distanz großen Schaden. Das Maschinengewehr (?) ist eher auf den Nahkampf (also näheren Kampf) ausgerichtet und dessen panzerbrechende Munition hilft besonders gegen starke Gegner*innen, wie Big Daddies und wahrscheinlich auch Big Sisters.
Einige Waffen müsste man allerdings eher als “Gerät” bezeichnen. Man findet recht am Anfang ein Tool, mit dem man Hackpfeile verschießen kann, wenn man Geräte aus der Entfernung hacken muss.
Später erhält man auch eine Forschungskamera, die ein recht interessantes, wenn auch anstrengendes Konzept verfolgt: wenn man Bilder von toten Gegner*innen macht (wenig Punkte) oder sie während eines Kampfes aufzeichnet (mehr Punkte), erforscht man sie und erhält Informationen über die beste Art sie anzugreifen und die Angriffe gegen sie werden im Verlaufe der Forschung stärker. Die Koordination ist allerdings schon eine Herausforderung, weil die Kamera wie gesagt unter den Waffen eingeordnet ist und die Gegner*innen auf eine*n aufmerksam werden, wenn man beginnt sie aufzunehmen. Das heißt, dass man unmittelbar zu einer richtigen Waffe wechseln und einen Angriff abwehren muss.

Plasmide. Die zugegebenermaßen auch Waffen sind. Ich sprach bereits von Strom, Feuer, Hypnose, Bienen (hihi) und Telekinese. Hypnose bringt di*en beworfene*n Gegner*in dazu für einige Zeit auf deiner Seite zu sein und andere Gegner*innen anzugreifen. Bienen fallen Gegner*innen an, lenken sie ab, so dass du sie ohne Gegenwehr angreifen kannst und machen erstaunlich viel Schaden. Besonderheit: wenn du sie einfach so losschickst, suchen sie selbstständig Gegner*innen in deiner Nähe, auch wenn du die noch gar nicht gesehen hast und greifen sie an.
Telekinese ist einerseits nützlich, um explosive Gasflaschen auf Splicer zu schleudern (ich neige dazu, mich selbst in die Luft zu jagen, deswegen vermeide ich das), bei einem späteren recht starken Splicer Gegenstände aufzufangen, die auf dich geschleudert werden und sie zurückzuschleudern und entfernte Gegenstände aufzuheben, an die man sonst nicht herankommt.
Dann gibt es noch Sicherheitsalarm, das Sicherheitskameras und -bots auf Splicer loslässt und später ein Plasmid, um die Big Sister zu rufen.
Wie gesagt, um Plasmide zu erwerben, braucht man Adam – manche findet man aber. Um sie zu nutzen braucht man Eve-Spritzen. Man kann auch nur eine bestimmte Menge Plasmide gleichzeitig nutzen. Sehr nervig: wenn man ein neues in einen Plasmid-Slot tut, also auswählt, ändert sich die Reihenfolge der Plasmide. Wenn man sich also endlich gemerkt hat, auf welcher Kurzwahl-Taste welches liegt, ist alles wieder futsch.

Das bringt mich zu Steuerung. Es handelt sich um einen First-Person-Shooter, was für mich etwas ungewohnt ist und leichte Übelkeit auslöst. Besonders, weil man sich für meinen Begriff zu schnell hin- und herdrehen kann.
Bewegen, springen, ducken und aufheben (mit der Tastatur) und umsehen (mit der Maus) sind recht gut zu steuern. Hacken mit (b) und die Auswahl von Plasmiden und Waffen mit den Zahl- und F1 bis F… -Tasten finde ich schon etwas unpraktischer. Die Plasmide kann man auch mit (q) und die Waffen mit dem Mausrad wechseln, aber schon bei 5 Stück macht das keinen Spaß mehr.
Eine fiese Besonderheit, die sich aber wenigstens von anderen Spielen unterscheidet: man kann je nach aktueller Kapazität bis 7 Medi-Packs mit sich herumtragen. Wenn man eines benutzt, hat man wieder volle Energie. Die Energie/Gesundheit sinkt aber nicht einfach bis sie alle ist, sondern nur so lange, bis ein Medi-Pack aufgebraucht ist. Das bedeutet, wenn Pack 5 fast aufgebraucht ist und man nicht schnell genug (Strg) drückt, stirbt man – Pack Nr. 4 wird nicht automatisch angefangen. Allerdings wacht man nach einem Tod in der nächstliegenden Vita Chamber auf und hat sogar die Hälfte der Gesundheit wiederhergestellt. Richtig sterben kann man also nicht. Wenn man die Gegner*innen im Kampf zuvor verletzt hat, bleiben die sogar verletzt.
Ich habe im späteren Verlauf des Spieles einfach nicht alleine gespielt und mich heilen lassen und gesagt, welche Waffen und Plasmide ich gerne hätte. Jaja.

Leichen kann und sollte man immer nach Gegenständen durchsuchen.
Dabei ist es interessant zu beobachten, was was bewirkt. Wenn man zu viel Alkohol trinkt, wird man betrunken – recht witzig. Nahrungsmittel stellen ein wenig Gesundheit wieder her, aber nicht zwingend! Während Trinkwasser Eve herstellt, schaden Zigaretten der Gesundheit, aber stellen Eve her. Usw. usf. Durch verschiedene Erweiterungen kann man im Verlaufe des Spieles auch verändern, wie man auf Alkohol, Heilen etc. reagiert (so dass man z.B. beim Heilen automatisch Eve erhält … oder beim Hacken Gesundheit. Ja, das macht total Sinn).

Da dieser Text jetzt schon sehr lang ist, lasse ich mir zu weiteren Punkten lieber Fragen stellen/höre mir eure Erfahrungen an. Allgemein: ich habe auf mittel gespielt, fand die Anforderungsstufe angemessen, nicht zu leicht. Die Story ist schön komplex, die Gegner*innen abwechslungsreich und auf gute Art zunehmend schwerer, die Räumlichkeiten und Umgebung sehr schön und wie man spielt, beeinflusst die Story. Ich bin total zufrieden.

Eigenheiten: Hier muss man beim Hacken bevor die Zeit abgelaufen ist 3 mal ein grünes oder blaues Feld treffen, wenn man eine Nadel anhält, die über weiße (= Fehlschlag, Gesundheitsenzug durch Stromschlag), rote (= Fehlschlag, Sicherheitsalarm wird ausgelöst -> massiver Angriff), grüne und blaue Felder wandert.
Die Todesschreie einiger Splicer sind wirklich theatralisch.

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