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Gendercamp ’12 die Zweite, (auch) für Nicht-Camper_innen

Voilà die neue allgemeine queerbeet-Diskussion zum Gendercamp 2012!

Zur bisherigen, und immer noch aktuellen, Diskussion zu Adultismus
hier entlang.
(Wir setzen uns unter anderem damit auseinander, ob oder warum manche Einstellungen adultistisch sind, entsprechende Warnung vor den Kommentaren!)

In Absprache mit einer Kommentatorin hatten wir uns entschlossen, eine eigene Diskussion zum diesjährigen Gendercamp zu machen – oder auch nur die Plattform dafür zur Verfügung zu stellen für die, die es interessiert. Diskutiert werden kann nun an diesem neuen Ort über alles rund um das Gendercamp 2012 und die Berichterstattung/Blogposts, die es dazu bisher schon gibt. Diskutieren können die, die teilgenommen haben, genauso wie die, die nicht da waren und sich aus anderen Gründen dafür interessieren.

Kommentare oder Teile davon aus der ursprünglichen Diskussion, die sich allgemeiner mit dem Gendercamp befassen, beziehungsweise nicht spezifisch mit dem Kinder-/Kinderbetreuungs-/Adultismus-Thema, werden hierher verschoben.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://takeoverbeta.de/2012/06/gendercamp-die-zweite/

Gendercamp ’12 (auch) für Nicht-Camper_innen

Aktualisierung 4. 6. kiturak: Die ursprüngliche Gendercamp-Diskussion hier hat sich ziemlich schnell ziemlich weit vom Thema entfernt.

Wir haben uns dafür entschieden, das zuzulassen, weil es offensichtlich mehr und grundsätzlicheren Gesprächsbedarf zum Thema Adultismus aus Erwachsenenperspektive gab als erwartet.
Die Diskussion zu anderen Themen haben wir deshalb an eine neue Stelle verlegt.
Die entsprechenden Kommentare oder Teile davon werden dorthin verschoben.

Wie angekündigt können wir zum Thema Diskriminierung von Kindern oder jungen Menschen selbst noch nicht mehr als eine “Privilegierten-Selbsthilfegruppe” bieten, im Grunde ne “wie kommen wir als Erwachsene Menschen aus der Kinder-Diskriminierungs-Sache wieder raus?”-Diskussion. Das sah in der Umsetzung so aus, dass wir uns hier unter anderem damit auseinandersetzen, ob oder warum manche Einstellungen adultistisch sind. Entgegen unserer ursprünglichen Ankündigung unten also eine entsprechende Warnung vor den Kommentaren!

Aktualisierung Ende.

Zum Artikel “unwohl” gibt es bislang einen unveröffentlichten Kommentar: Nicht, weil jemand von uns prinzipiell etwas gegen seinen Inhalt gehabt hätte. Sondern, weil er Erwachsene in den Mittelpunkt gestellt hat, und deshalb nicht unter den Post zu Adultismus, oder der Diskriminierung von jungen Menschen, gehörte.

In Absprache mit der Kommentatorin haben wir uns entschlossen, daraus nun einfach eine eigene Diskussion zum diesjährigen Gendercamp zu machen – oder auch nur die Plattform dafür zur Verfügung zu stellen für die, die es interessiert. Diskutiert werden kann über alles rund um das Gendercamp 2012 und die Berichterstattung/Blogposts, die es dazu bisher schon gibt. Diskutieren können die, die teilgenommen haben, genauso wie die, die nicht da waren und sich aus anderen Gründen dafür interessieren. [bitte für die Rund-Ums-Gendercamp-Diskussionhier entlang! kiturak]

In Adultismus-Hinsicht wird dies vermutlich eher eine “Privilegierten-Selbsthilfegruppe” werden: Das heißt nicht, dass hier junge Menschen nicht willkommen sind, oder diskriminierende Kommentare ok sind (wir achten im Rahmen unserer eigenen Beschränkungen selbst drauf, bitte sagen, falls wir was verbocken!). Das heißt, dass es z.B. für Erwachsene, die mit Kindern leben, möglich sein soll, darüber zu sprechen, dass sie deshalb Schwierigkeiten haben, am Camp teilzunehmen, oder für Erwachsene, die nicht mit Kindern leben (können oder dürfen), über Diskriminierungen zu sprechen, die ihnen das unmöglich machen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass die meisten Diskussionen über junge Menschen statt mit ihnen geführt werden. Samia hat deshalb auch den Namen “Abhilfegruppe” vorgeschlagen: Als Erwachsene sollten wir herausfinden, wie wir dafür sorgen, dass sich das auch bei uns ändert – aber wir sind eben noch ganz am Anfang.
Zum Weiterlesen: K.R.Ä.T.Z.Ä.

Eine Linkliste werden wir während der nächsten Tagen noch anfügen und erweitern – wer zusätzlich zu den schon unter “unwohl” verlinkten Posts noch Vorschläge hat, bitte gern in den Kommentaren schreiben.

Und nun der Kommentar von accalmie von stop!talking, als Eröffnung:

Hey kiturak, danke für Deinen Artikel. Ich muss sagen, ich bin etwas gespalten hier… Ich hatte Nadines post erstmal nicht so verstanden, dass sie die Anwesenheit von Kindern per se anstrengend fand, sondern die heteronormative Inszenierung mancher Familien mit Kindern auf dem Gendercamp (und die “traditionelle” Rollenverteilung der care work haben andere ja auch kritisiert)…? Ich würde Dir auf alle Fälle zustimmen, dass “kinderfreie” Räume eine Privilegs-Forderung ist; und sich “unwohl” fühlen mit Kindern Adultismus. Ich finde es aber auch fragwürdig, dass Frauen* grundsätzlich dazu angehalten werden, nicht nur die Betreuungsarbeit zu übernehmen (sowohl in “Familie” als auch einer wie immer konstruierten Öffentlichkeit), sondern sich qua “Geschlecht” besonders kinderbegeistert gerieren zu sollen; gerade wenn gewisse Diskriminierungsstrukturen manche Menschen davon abhalten, selbst Kinder zu bekommen. Ich finde Du hast total Recht, wenn Du schreibst, dass niemand für das persönliche Glück anderer Leute verantwortlich ist, aber ich fand die Reaktionen auf Nadines post schon ganz schön aggro und zum Teil auch ziemlich nervtötend, wenn weiße, deutsche, heterosexuelle Zwei-Partner_innen-ein Kind-Familien dann schrieben, wie unfassbar benachteiligt sie seien in dieser Gesellschaft.

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unwohl

Erwachsene Menschen schreiben momentan eine Reihe von Artikeln darüber, dass Kinder auf dem Gendercamp waren, und wie die erwachsenen Menschen selbst das erlebt haben. Wer Lust hat, kann sie alle lesen, eine Reihe von links dazu gibt es bei der Mädchenmannschaft und Katrin Rönicke (argh: hetero-privilege denying trollparty in den Kommentaren. Verzeihung für die verspätete Warnung).

Das sieht dann auch mal so aus:

Ähnlich, wie Melanie schreibt, sollte es für alle(!) nachvollziehbar sein, wenn Menschen sich mit Kindern unwohl fühlen, und zwar, weil ihnen der Elternstatus, das Recht auf Familie abgesprochen wird oder schlicht körperlich nicht in der Lage sind/sein dürfen, Kinder zu bekommen oder zu erziehen/zu betreuen.

Gendercamp 2012 – Review zu Reproduktionsarbeit, Medienelite

… und …

Nö.

“Nachvollziehbar”? Wenn ich mir Mühe gebe. In der selben Weise, wie Sexismus “nachvollziehbar” ist, oder Mein Rassistischer Onkel ™.
Akzeptabel? Niemals.

Kein Mensch ist in erster Linie dazu da, andere Menschen glücklich zu machen (das sollten gerade sexistisch diskriminierte Menschen wissen). Sich mit jemand “unwohl” zu fühlen, weil sie_er einer bestimmten (diskriminierten!) Gruppe von Menschen angehört? NIE in Ordnung (das sollten gerade heterosexistisch diskriminierte Menschen wissen).
Das damit zu begründen, dies besondere Glück Durch Jene Anderen Menschen stünde einer_einem selbst nicht zur Verfügung, macht es, wenn überhaupt, schlimmer. Diskriminierung von Erwachsenen, welcher Art auch immer, ist keine Rechtfertigung dafür, sich in Gegenwart von Kindern generell unwohl zu fühlen (… hallo?!). Dass so etwas auch noch einfach so öffentlich geschrieben werden kann, in einem Umfeld und über eine Veranstaltung, die sich zu einem guten Teil ausgerechnet mit Diskriminierung befasst, zeigt, wie normal Adultismus ist.

Ich fänd’s schön, zu hören, wie die Kinder das Gendercamp gefunden haben. Gibt’s da auch schon Artikel?
Ernsthaft.
 
Ein anderer, älterer Artikel aus Erwachsenenperspektive: My Child Takes Up Space, Womanist Musings.

 

disclaimer: Ich war nicht auf dem diesjährigen Gendercamp, im Gegensatz zum letzten Jahr. Gründe dafür gibt’s eine Reihe, von denen ein kleiner Teil sehr klar von accalmie und Joke in Kommentaren bei der Mädchenmannschaft zusammengefasst sind. Vielleicht hab ich noch Lust, mich in das gesamte Ding reinzuhängen, dann gibt’s aber möglicherweise erstmal den rant über das Gendercamp im letzten Jahr, Titel “Macht’s Euch Doch Selbst! oder Von Der Community, Für Die Community”. Also bitte keine entsprechenden Kenntnisse erwarten, auch nicht über die gesamte erwachseneninterne Betreuungs-Debatte.

Nachtrag für die Kommentare
: Dieser Artikel handelt von Adultismus, oder der Diskriminierung von Menschen unter 18 Jahren in unserer gesamten Gesellschaft, für die das kritisierte Zitat nur ein einzelnes Beispiel ist.
Wie es Menschen über 18 geht, ist hier nicht Thema.
Und wer von den beteiligten Erwachsenen auch nur den Versuch macht, ihr eigenes Hass-Fest gegen die Medienelite-Blogautorin wie im Rönicke-Kommentarthread hier einzuführen, fliegt schneller als eine Torte bei Laurel&Hardy. Oder eine Tomate auf SDS-Macker.

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