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Lesben*filme

Vor ein paar Jahren durfte ich die Laudatio für Mirjam Müntefering (leider inkl. ableistischer Sprache) bei der Augspurg-Heymann-Preisverleihung halten und habe dabei ungeplant die anwesenden Heten geoutet. Ich berichtete von meinen ersten Versuchen, mich im Sub zu Recht zu finden, u.a. mit dieser Geschichte:

Also nächster Versuch: Filme! Das konnte doch nicht so schwer sein! Bei Amazon dann schnell nach Lesben gesucht und den ersten finanzierbaren Film gekauft. Meine Wahl traf auf „High Art“ – wie ich heute weiß, ein im Ausgang typischer Lesbenfilm der 80er – am Ende steht Tod oder Elend. Der zweite Versuch war auch nicht viel besser… „The Girl“… Das sollte mein Leben sein?

Als ich „High Art“ sagte, brachen die anwesenden (älteren) Lesben* in Lachen aus. Von der Bühne war deutlich zu sehen, welche Frauen sich das nicht erklären konnten. Dieser Bildungsunterschied ist einer der Gründe, warum es schwierig ist, insbesondere mit Heten Lesben*filme zu gucken.

Ich bin heute froh darum, dass ich versehentlich mit den tragischen 80er-Jahre Lesben*filmen meine Reise in den lesbischen Filmsub begann, denn durch dieses Versehen entspricht – trotz meiner Jugend – meine lesbische Filmerfahrungsgeschichte in etwa der lesbischen Filmgeschichte. Es fällt mir dadurch leicht, Filme einzuordnen, da ich sie nicht nur „akademisch“ historisch, sondern auch persönlich einordnen kann: Ich bin dankbar um jeden Film, in dem Lesben* am Ende glücklich sind oder zumindest nicht tot. Ich bin völlig fasziniert von jedem Film, in dem „lesbisch* sein“ nicht den Spannungsbogen ausmacht. Ich bin von jedem Film begeistert, der lesbische* Geschichten erzählt, welche „Hollywood“ für Heten in horrenden Mengen auf den Markt bringt.

Das Problem mit Heten ist, dass sie die zugrundliegende Erfahrung nicht kennen und eben auch nicht diese Bildung errungen haben. Sie kommen auf die Idee „The L-Word“ mit „randomhetenserie“ zu vergleichen, z.B. weil in beiden Serien irgendwie „alle“ schlank sind und selten arbeiten müssen. Die lesbischen* Produktionen haben eine komplett andere Filmgeschichte – eine Filmgeschichte übrigens, die mit verursacht, warum Mehrfachdiskriminierungsthemen im lesbischen Filmsub viel leichter zu finden sind, als auf dem Hetenfilmmarkt.

Obwohl es mir ein Anliegen ist, dass sich Heten mit „Nicht-Heten“ auseinandersetzten, rede oder schaue ich mit Heten nur ungern (über) lesbische Filme, weil‘s meistens in einem „Fuck off“-Gefühl meinerseits endet. Weil sie versuchen die Filme mit ihrer Erfahrung zu analysisieren und da gehört’s nicht hin. Doch damit Heten genau das lernen, sind lesbische Filme zu gucken, kein schlechter Weg. Es wäre also genial, wenn Heten schlicht einen „Fuck off/Aus“-Schalter für Filmanalysen von lesbischen Filmen haben, dann können wir auch gerne gemeinsam Filme gucken.

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Aus der Reihe “betrunkene Blogposts”: Liebe Heten

Liebe Heten*,

ich bin unbestritten froh, dass ich Eure „Entscheidung“ nicht treffen muss. Aber mal ehrlich: Ist es der Sex allein wirklich wert? Nix für ungut.

Wenn ich aber Euer Leid durchaus erahnen kann und mich gerne allzeit mitfühlend zeige, könntet ihr trotzdem aufhören, dieses als allumfassend und normgebend zu *tadaa* inszenieren.

kiturak (vorher: monosexistischer Begriff) beschwert sich, na gut schreibe ich es anders.

Worauf wir uns ja schon mal einigen können, ist, dass es eine richtige und mindestens eine falsche Inszenierung gibt. Kommen wir also gleich zur Richtigen. So hört mich an, oh meine Knapp_innen:

Den Heten ist ab nun verboten, zu knutschen, ohne sich der Umgebung bewusst zu sein.
Befehl ist auch, das gilt ab nun, zu knutschen, wenn Homo*s in einem Umkreis von 200m knutschen.

So, macht das Radio etwas leiser, ich will jetzt schlafen, Eure Kaiserin.

Seltsame Passagen diesem Nonsens-Gedicht.

Echt mal, kiturak hat den Text im nüchterneren Zustand durchgewunken.

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