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Da geht’s gar nicht um Mädchen, sondern um Menschen!

kiturak und ich waren einkaufen. Während ich kurz zuvor erläuterte, warum es unbedingt zu vermeiden ist, in “Kunstläden” Postkarten anzuschauen – weil sonst entweder der Geldbeutel am Ende leer oder der Laden dank verschiedenster auf Postkarten inszenierter -Ismen unsympathisch wird – hatte kiturak ein Auge auf die Bastelbücher geworfen. Das nahm kein gutes Ende.

Wenn die langen/kurzen Haare nicht Indiz für die Geschlechtszuordnung genug waren schreibt’s sich diese am Besten gleich in den Titel: “Schminkspaß” “für Mädchen” und “für Jungen”. Für die Mädchen gilt dabei: “Von Prinzessin bis Mietzekatze ist alles dabei” und für die Jungen “Vom Fußballfan bis zum Ritter ist alles dabei”.

Jedes Buch ziert ein “Siegel” mit der Aufschrift “Kreativ- das bist Du”, was von der Autorin Birigt Hertfelder sicherlich nicht sagbar ist.

Einmal angefangen mit diesen Bastelbüchern nahm’s eigentlich kein Ende. Weiter also mit den zahlreichen Laternenbüchern, von denen scheinbar kein Einziges ohne Geschlechtszuordnung auskommt.

Auch hier gilt wieder: Es lässt sich nicht groß genug drauf schreiben, für welches Geschlecht die Laternen gedacht sind und FALLS irgendeiner Person entgeht, welche Gestaltung sich für welches Geschlecht ziemt: “SÜßE Laternen für Mädchen” und “FRECHE Laternen für Jungs”. Für Mädchen gilt wiederum “Von kinderleicht bis anspruchsvoll” und erstaunlich anders für Jungen “Fröhliche Ideen aus Papier und Pappmaché”. Vom Bild her sei noch gesagt: Was jetzt an dem Drachen bzw. der Eule weniger süß/frech sein soll, entgeht meiner Vorstellungskraft.

Die Laternen nehmen jedoch kein Ende. Diesmal erfolgt die schriftliche Geschlechtszuordnung im Untertitel, die abgebildete Prinzessin und der Drache sind eventuell Hinweis genug, doch das “Meine liebste Laterne” und “Meine coolste Laterne” im rosa bzw. blauen Kasten… ach, muss ich’s noch ausformulieren?

Gegen Ende der Laternenbücher war dann auch meine Kamera unwillig, so dass das 3. Laternenbuch für Mädchen und ein Buch für “Mädchen und Jungen”, dass von den Geschlechtszuordnungen der Laternen nach der umfangreichen Studie der restlichen Bücher jedoch auch keine Probleme mehr bereitet.

Da jedoch Laternen und Schminken beim besten Willen nicht ausreichen, Menschen Geschlechtern und Geschlechtern adäquate Beschäftigungen, Adjektive und Symbole zuzuordnen, ist es wichtig, auch den Schulstart entsprechend mit Schultüten auszustatten.


Ach Du liebe Scheiße. Aber sei’s drum: “Katzen, Herzen, Märchenfee” ist mit dem Untertitel “Schultüten für Mädchen” verstehen und “Panther, Skateboard, freche Monster” mit “Schultüten für Jungen”. Wundert sich noch irgendeine_r wie Verhalten geschlechtsstereotyp anerzogen wird?

Möchte irgendeine_r Antje Schrupps Opression Olympics im “Beim pinken Überraschungsei geht es nicht um Mädchen, sondern um Jungs” noch zustimmen? Vielleicht diesem Satz: “Mädchen können nämlich beides, Jungenkram machen und Mädchenkram.”?

(P.S: Ich habe mich in diesem Artikel auf den Sexismusformen beschränkt, sicherlich wäre es auch den “Spaß” wert, weitere -ismen darin anzugehen, z.B. dass alle abgebildeten Personen weiß sind und schlank und…)

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