Schlagwort-Archiv: Sex

Trifft mensch sich nicht in dieser Welt – trifft mensch sich in Bielefeld

TOP 1

“Politische Prostitution” ist ein Kompliment. (Stephanie)

Deshalb bin ich eine Wölfin. (long_way_up)

 

Dr. autistic Summer und long_way_up hatten schon mal Sex.

Könnten wir diese Unterhaltung, bitte halal halten? (Nadia)

Aber koscher ist sie doch. (Stephanie)

Ich importier mir irgendwann nen Mann. Aber das darf nicht ins Protokoll! (Nadia)

 

TOP 2

Du wartest also auf den Messias für die Revolution? (Nadia)

Nein, ich warte auf den Mechatron. (Stephanie)

“Der Prophet predigt nur bereits Bekehrten” – Pierre Bourdieu (long_way_up)

Prophet, Mechatron, Messias leiden alle unter RPS. (Dr. autistic Summer)

 

TOP 3

Ich will alles oder ich will nichts – Antigone flowt. (long_way_up)

Ist Sexentzug ein feministisches Mittel? (Stephanie)

Stephanie versucht ihr Abitur vor uns geheim zu halten. (Nadia)

Stephanie wählt den Telefonjoker:

Kennst du die Telefonnummer auswendig? (Nadia) – Sie wohnt bei mir. (Stephanie)

Sexentzug war bei Lysistrata. (Happy Kay)

 

TOP 4

Stephanie liest gerade einen Vampirroman von Alexandra Ivy.

Nadia liest Siri Hustvedt – Die unsichtbare Frau.

Und long_way_up hat alle drei Bände von “Fifty Shades of Grey”.

 

TOP 5

Heterosexualität ist ein Problem, und zwar ein teures. (Nadia)

Ich wollte immer ein Sachbuch schreiben, das heißt “Was Lesben wirklich über uns denken”. (Dr. autistic Summer)

Ich weiß nicht, was du falsch machst, Nadia: Heterosexualität ist doch ne Einkommensquelle (long_way_up)

Heute ist alles anders! Das war ein Krisenexperiment! (Nadia)

Diese Unterhaltung ist fast so spannend wie Twilight. (Stephanie)

Anna Karenina war Twilight für Bildungsbürger_Innen. (long_way_up und Nadia)

 

 

 

 

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Warum f***en Leute sich nicht selbst?

Zuerst erschienen auf High on Clichés

Trigger Warnung emotionale Gewalt, sexualisierte Gewalt. Gilt auch besonders für den Link
Thema: Manipulation in (sexuellen) Beziehungen.

Diese Frage stelle ich mir immer wieder: Warum gibt es Menschen, die ihre*n Partner*in anbetteln, bedrängen, umgarnen, beknien, traurig ansehen, anschweigen, anschmollen oder beschimpfen, weil diese*r momentanes Desinteresse an Sex bekundet hat, statt es sich einfach selbst zu machen? (Nun gibt es einige, die das aus körperlichen Gründen nicht können, aber eine*n zu sexuellen Handlungen zu zwingen, wird dadurch nicht besser. Sie sind lediglich vom zweiten Teil meiner Frage ausgeschlossen.)
Warum erscheint es diesen Menschen als vorteilhaft, mit einem*r zu schlafen, di:er es folgerichtig nicht genießen wird? Es kann unmöglich daran liegen, dass der “Sex” besser wird, denn die andere Person hat keine Lust. Das Einzige, was hier Sinn macht, ist eine nicht Einverständnis-basierte sadistische Motivation und the hell, da kann ich nur sagen: Lauf so schnell du kannst. (Gut, das tue ich generell, wenn deine Partner*in/nen ein Nein, auch und vor allem im Bett, nicht anstandslos akzeptieren.)

Die einfache Antwort lautet natürlich: sie glauben, ein Recht darauf zu haben. Dieser Thread zeigt ganz gut, mit welchen Ausreden, die Aggressor*innen das rechtfertigen: ungleicher Sexdrive, “früher haben wir doch so viel”, “ich will aber” … in Realität ist es immer das gleiche: meine Bedürfnisse > dein Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Und wenn das mal nicht abgefuckte sexistische Scheiße ist (wie ihr wahrscheinlich erraten habt, handelt es sich oft um eine Hetero-Beziehung, in der der Mann* Stress macht. Es stehen unzählige traurige Beispiele in dem Thread).
Wie hinter dem Link diskutiert wird, kommen noch einige andere Aspekte unserer patriarchalen rape culture hinzu: “Frauen* wollen ja eh nie”, “Frauen* haben ja generell eine geringere Libido” (was für ein abgefuckter Grund, um sie gegen ihren Willen zu zwingen) oder einfach der Fakt, dass uns Nein sagen und die Relevanz der eigenen Bedürfnisse vs. der anderer nicht im gleichen Maße beigebracht wird.

Eine Beobachtung aus dem Thread, die auch nicht vergessen werden sollte, lautet: wer ein Nein ignoriert, diskutiert, in Frage stellt, tut das nicht nur im Bett. Das Missachten der*s Partner*in erstreckt sich meist auch auf den Rest der Beziehung, in kleinen oder großen Formen. Oft geht dies einher mit gaslighting. Dieser Begriff bedeutet etwa, dass man einer Person so häufig die Realität und Legitimität ihrer Wahrnehmung/Gefühle abspricht, dass sie zunehmend an ihnen zweifelt und sich immer mehr an die Wünsche der*s Partner*in anpasst – meist um Auseinandersetzungen zu vermeiden. Oft wird dies auch davon begleitet, dass di:er Täter*in versucht, sire Partner*in von desren Freund*innen/Familie/unterstützendem Netzwerk zu entfremden.

Wie Gavin de Becker in seinem (victim-blamenden) Buch The Gift of Fear sagt: Nein, ist ein vollständiger Satz. (“No is a complete sentence.”) Dies bedeutet, dass eine Person, die ein Nein nicht respektiert, versucht dich zu manipulieren. “Nein” ist nicht missverständlich. Ablehnung ist, auch in Körpersprache, eindeutig.¹ (Mit der Ausnahme von Menschen, die Körpersprache schlecht lesen können.) Menschen, die eine Absage nicht stehen lassen, tun dies mit voller Absicht, weil sie dein Recht auf Selbstbestimmung nicht respektieren. This way lies doom.

1 (Übersetzung auf Anfrage)

Especially since nine times out of ten, the creepers I’ve seen can readily identify social cues from the other men, but flat out ignore them from women because it’s more fun to watch us get uncomfortable.

katyisbutthurt

I used to react to unwanted attention from a guy at a social event by going all small and uncomfortable and nonresponsive and “please just go away”, and that this left me with the impression that only about 40% of all guys are any good at reading social cues — and then I changed my body language to “go away now or I will reject you loudly and embarrassingly in front of everyone” and, hey, wow, what do you know, there are practically NO boys out there who can’t read body language, after all.

gemmaem

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Vampire Diaries: Elena und Damon

Am Donnerstag kam auf Sixx die neue Folge von Vampire Diaries (Spoilerwarnung also für alle, die die Serie auf Pro Sieben verfolgen). In dieser erfolgte die bisher beste „Wie kommt’s zum Kuss“-Szene, die ich je gesehen habe. Gleichzeitig belegt diese eine These, die ich gleichermaßen gegenüber True Blood (Spoiler: Behandele auch Kram aus der 4. Staffel) und Vampire Diaries vertrete:

In beiden Serien ist die weibliche Hauptfigur (Sookie, Elena) an zwei Männern interessiert: Einen scheinbar bemüht moralisch Integeren (Bill, Stephan) und einem „Halunken“ (Eric, Damon). In beiden Fällen ist der scheinbare Integere bemüht, für sich und die weibliche Hauptfigur die richtige Entscheidung zu treffen und der „Halunke“ auf der ersten Interpretationsebene übergriffig. Diese Übergriffigkeit ist aus meiner Interpretation so ausgelegt, dass er zwar darauf scheißt, was die weibliche Hauptfigur will, aber beständig daran interessiert ist, dass die weibliche Hauptfigur weiß, was sie will. Sie muss sich gegen den Willen des „Halunken“ durchsetzen, während der Integere den Willen anerkennt/fördert, den er gut findet: Sie muss und kann sich nicht gegen den Integeren durchsetzen, es geht ihm nicht um ihre Stärke.

Aus diesem Grund bin ich sehr parteiisch gegenüber den „Halunken“, ich hoffe immer drauf, dass sich die weibliche Hauptfigur – falls sie findet, sich entscheiden zu müssen – sich für den „Halunken“ entscheidet.

In Vampire Diaries kam es also in der im deutsprachigen Fernsehen aktuellen Staffel zur 2. Kussszene zwischen der weiblichen Hauptfigur Elena und dem „Halunken“ Damon. Und dies geschah auf die wohl unübergriffigste, zustimmungsbasierteste und ungewaltätigste Weise, die ich je im Film gesehen habe:

Elena und Damon befinden sich auf einer Reise, die Elena u.a. deswegen mit ihm unternimmt, um herauszufinden, wie sie für Damon fühlt (Elena weiß bereits von Damon, dass dieser an ihr emotional und sexuell interessiert ist). Es ist Nacht, Elena liegt im Bett und Damon vagabundiert durch das Zimmer. Elena beobachtet auf der Seite liegend Damon – der dank offenem Hemd und so wohl anziehend wirken soll – mehr oder minder heimlich. Als Damon ihren Blick bemerkt, schließt sie zunächst wieder die Augen. Kurze Zeit später öffnet sie Augen wieder und schaut ihn weiter an. Darauf geht Damon zu ihr hinüber und legt sich neben sich auf dem Rücken liegen zu ihr ins Bett, ohne sie zu berühren. Sie führen ein kurzes Gespräch, über was Persönliches, jedoch nicht über die Situation an sich. Erst als Elena ihre Hand „aus Versehen“ neben Damon legt, beginnen sie Händchen zu halten und Damon streichelt Elenas Hand. Daraufhin wird Elenas Atmung unregelmäßig, doch Damon nimmt dies nicht zum Anlass, über das Händchen halten hinaus zu gehen. Elena flieht trotzdem aus dem Bett und geht aus dem Zimmer. Damon folgt ihr langsam und mit Abstand. Als Elena draußen stehen bleibt, bleibt auch Damon mit Abstand stehen, noch bevor Elena „Nicht/Don’t“ sagt. Während also Elena davon ausgeht, dass er ihre Grenzen nicht respektiert, tut dies Damon wohl aus Erfahrung bereits. Nach seiner Antwort „Warum nicht?/ Why not?“ geht Elena auf ihn zu, sie beginnen sich zu küssen und erst ab diesem Zeitpunkt wird Damon gegenüber Elena auf explizit sexuelle Weise aktiv.

Was mich an dieser Szene so unfassbar fasziniert, ist das – schätzungsweise – jeder anderen Storyline, dass Augen wieder aufmachen gereicht hätte, für die Kussszene. Ich habe noch nie im Film diese langsame, Grenzen respektierende und auslotende Handlungen gesehen. Soviel zum Thema “der “Halunke” will, dass die weibliche Hauptfigur, weiß was sie will”.

Kurz überflogen, finde ich die “Halunken”-Figur nur in Vampierserien, ist es also eher so, dass die “Schnelligkeit” der anderen Filme und Serien dem “Integeren” geschuldet ist? Oder ist das Drehbuch von Vampire Diaries wirklich so genial geschrieben und all die anderen Filme und Serien so unglaublich schlecht?

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