Schlagwort-Archiv: sexualisierte Gewalt

#Aufschrei

Frauen* schreiben und “Das habe ich nicht gewusst.”
Frauen* schreiben und “Das ist ja furchtbar.”
Frauen* schreiben und “Da muss doch wer etwas gegen tun!”
Frauen* schreiben und “Das hast du dir ausgedacht!”
Frauen* schreiben und “So etwas passiert doch nur dir.”
Frauen* schreiben und “Hättest du nur mal…”
Frauen* schreiben und “Männer* werden aber auf der Straße verprügelt.”
Frauen* schreiben und lasst uns ihre Schreie unterdrücken.
Frauen* schreiben und lasst uns darüber lachen.
Frauen* schreiben und “Nimm das doch nicht so ernst.”
Frauen* schreiben und “Das erzählst du erst jetzt?”
Frauen* schreiben und “Mir ist so etwas noch nie passiert.”
Frauen* schreiben und “Warum hast du dich nicht gewehrt?”
Frauen* schreiben und wir erkennen kein Problem.
Frauen* schreiben und irgendwer muss doch den Männern* helfen.
Frauen* schreiben und alles bleibt, wie es ist.

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[TW] You can stop r**e: Schritt 6 – Diskriminierung bekämpfen

Auch erschienen auf High on Clichés

<< Schritt 5

Schlagwörter: r**e culture – sexualisierte Gewalt – Diskriminierung – Intersektionalität

Wie ich damals in Teil 1 recht planlos schrieb, kann man sexualisierte Gewalt bekämpfen, indem man sexistische Schimpfwörter nicht mehr nutzt. Ich möchte auf diesem Punkt aufbauen und ihn erweitern:

Wenn du sexualisierte Gewalt bekämpfen willst, ist der Kampf gegen Diskriminierung an sich unumgänglich.

Sexismus

Sexismus ist hier vielleicht das offensichtlichste Beispiel: wenn die Meinung und Selbstbestimmung von Frauen* als zu vernachlässigen wahrgenommen wird, wenn Menschen mit Gebärmutter nicht alleine über ihren Körper verfügen dürfen, wenn man durch Werbung glauben könnte, Brüste existieren als eigenständige Lebensform, weil so selten ein zugehöriger Kopf gezeigt wird, hat das einen Effekt darauf, wie wir weiblich gelesene Menschen wahrnehmen und behandeln.
Die daraus entstehende herablassende Haltung wird nicht vor der Wohnungstür abgestreift, sondern in Beziehungen und Familien hineingetragen. (Wir erinnern uns: sexualisierte Gewalt wird zu einem großen Prozentsatz von Menschen verübt, die den Betroffenen bekannt sind.)
Genauso werden sexistische Haltungen zementiert und in die nächste Generationen getragen, indem sie von der Werbung, den Medien, Institutionen und auf der Straße (Stichwort Street Harassment) wieder und wieder abgespult werden.
Dieser für weiblich gelesene Menschen bedrohliche Gesamtzustand lässt sich nicht (nur) dadurch auflösen, dass wir alle fleißig Consent praktizieren, denn nur ein kleiner Prozentsatz aller Menschen weiß überhaupt um das Konzept. Wir brauchen stattdessen ein entschlossenes Vorgehen gegen jede Form von Sexismus, vor allem auch mit Unterstützung der Menschen, die nicht täglich davon betroffen sind.

Aber da hört es nicht auf

Es reicht nicht, sich nur gegen Sexismus stark zu machen.
Sexualisierte Gewalt wird immer dort begünstigt, wo Menschen Menschenrechte vorenthalten werden. Das ist bei jeder Form von Diskriminierung der Fall.

Sehen wir uns an, was passiert, wenn Rassismus Sexismus trifft: wer hat nicht von den rassistischen Stereotypen der feurigen Südländerin, exotischen Asiatin oder osteuropäischen Sexarbeiterin* gehört? Frauen* werden dabei schon schlicht durch die (vermutete) Herkunft ihrer Vorfahr*innen in einen sexualisierten Kontext gerückt. Aber nicht nur die damit verbundenen Anfeindungen und Übergriffe sind ein gefährlicher Faktor, vor allem auch rassistische Mechanismen in der Gesellschaft selbst.
Frauen* of Color werden häufiger als weiße Frauen* in Ausbildungsstätten, Ämtern und bei der Arbeit diskriminiert, wodurch sie es u.a. schwerer haben, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Finanzielle Unabhängigkeit ist jedoch wichtig, um sich z.B. von einer*m gewalttätigen Partner*in zu trennen. Für einige Frauen* sind Sprachbarrieren und der Aufenthaltsstatus selbst ein Hindernis dabei Hilfe oder rechtlichen Beistand zu erhalten; Entsprechend hoch (sh. PDF) ist der Anteil von Migrantinnen* und Frauen* of Color in Frauen*häusern.
Nicht zuletzt die Absurdität sich an einen rassistischen Polizeiapparat wenden zu müssen, der bei sexualisierter Gewalt ohnehin unzuverlässig arbeitet, verschlechtert die Lage weiter.

Diese Gedanken lassen sich aber, wie gesagt, für jede Form von Diskriminierung durchspielen.
Menschen mit Behinderung sind wesentlich gefährdeter, als Menschen ohne Behinderung. QUILT*BAG-Menschen sind Belästigung auf der Straße und menschenrechts-verletztendem Verhalten der Polizei ausgesetzt. Es fehlt selbst das grundlegende gesellschaftliche Verständnis, dass sexualisierte Gewalt nicht einfach aus der Formel “Cis-Mann greift Cis-Frau an” besteht.
Kinder und Jugendliche stehen häufig in einer Abhängigkeits-Beziehung zu den Täter*innen. Dazu kommt noch einiges: Sie gelten als wenig glaubwürdig, oft haben sie keinen Vergleich für die Behandlung, die ihnen widerfährt. Woran eine (emotional, körperliche, sexualisiert) gewalttätige Behandlung erkennen, wenn die Hauptbezugsperson erklärt, dass alles seine Richtigkeit hat?

Am Ende ist es so, dass jede Form von Diskriminierung die Betroffenen angreifbarer für sexualisierte Gewalt macht. Willst du sexualisierte Gewalt bekämpfen, dann lerne diskriminierendes Verhalten zu erkennen und greife ein – bei dir selbst und bei anderen.

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Warum f***en Leute sich nicht selbst?

Zuerst erschienen auf High on Clichés

Trigger Warnung emotionale Gewalt, sexualisierte Gewalt. Gilt auch besonders für den Link
Thema: Manipulation in (sexuellen) Beziehungen.

Diese Frage stelle ich mir immer wieder: Warum gibt es Menschen, die ihre*n Partner*in anbetteln, bedrängen, umgarnen, beknien, traurig ansehen, anschweigen, anschmollen oder beschimpfen, weil diese*r momentanes Desinteresse an Sex bekundet hat, statt es sich einfach selbst zu machen? (Nun gibt es einige, die das aus körperlichen Gründen nicht können, aber eine*n zu sexuellen Handlungen zu zwingen, wird dadurch nicht besser. Sie sind lediglich vom zweiten Teil meiner Frage ausgeschlossen.)
Warum erscheint es diesen Menschen als vorteilhaft, mit einem*r zu schlafen, di:er es folgerichtig nicht genießen wird? Es kann unmöglich daran liegen, dass der “Sex” besser wird, denn die andere Person hat keine Lust. Das Einzige, was hier Sinn macht, ist eine nicht Einverständnis-basierte sadistische Motivation und the hell, da kann ich nur sagen: Lauf so schnell du kannst. (Gut, das tue ich generell, wenn deine Partner*in/nen ein Nein, auch und vor allem im Bett, nicht anstandslos akzeptieren.)

Die einfache Antwort lautet natürlich: sie glauben, ein Recht darauf zu haben. Dieser Thread zeigt ganz gut, mit welchen Ausreden, die Aggressor*innen das rechtfertigen: ungleicher Sexdrive, “früher haben wir doch so viel”, “ich will aber” … in Realität ist es immer das gleiche: meine Bedürfnisse > dein Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Und wenn das mal nicht abgefuckte sexistische Scheiße ist (wie ihr wahrscheinlich erraten habt, handelt es sich oft um eine Hetero-Beziehung, in der der Mann* Stress macht. Es stehen unzählige traurige Beispiele in dem Thread).
Wie hinter dem Link diskutiert wird, kommen noch einige andere Aspekte unserer patriarchalen rape culture hinzu: “Frauen* wollen ja eh nie”, “Frauen* haben ja generell eine geringere Libido” (was für ein abgefuckter Grund, um sie gegen ihren Willen zu zwingen) oder einfach der Fakt, dass uns Nein sagen und die Relevanz der eigenen Bedürfnisse vs. der anderer nicht im gleichen Maße beigebracht wird.

Eine Beobachtung aus dem Thread, die auch nicht vergessen werden sollte, lautet: wer ein Nein ignoriert, diskutiert, in Frage stellt, tut das nicht nur im Bett. Das Missachten der*s Partner*in erstreckt sich meist auch auf den Rest der Beziehung, in kleinen oder großen Formen. Oft geht dies einher mit gaslighting. Dieser Begriff bedeutet etwa, dass man einer Person so häufig die Realität und Legitimität ihrer Wahrnehmung/Gefühle abspricht, dass sie zunehmend an ihnen zweifelt und sich immer mehr an die Wünsche der*s Partner*in anpasst – meist um Auseinandersetzungen zu vermeiden. Oft wird dies auch davon begleitet, dass di:er Täter*in versucht, sire Partner*in von desren Freund*innen/Familie/unterstützendem Netzwerk zu entfremden.

Wie Gavin de Becker in seinem (victim-blamenden) Buch The Gift of Fear sagt: Nein, ist ein vollständiger Satz. (“No is a complete sentence.”) Dies bedeutet, dass eine Person, die ein Nein nicht respektiert, versucht dich zu manipulieren. “Nein” ist nicht missverständlich. Ablehnung ist, auch in Körpersprache, eindeutig.¹ (Mit der Ausnahme von Menschen, die Körpersprache schlecht lesen können.) Menschen, die eine Absage nicht stehen lassen, tun dies mit voller Absicht, weil sie dein Recht auf Selbstbestimmung nicht respektieren. This way lies doom.

1 (Übersetzung auf Anfrage)

Especially since nine times out of ten, the creepers I’ve seen can readily identify social cues from the other men, but flat out ignore them from women because it’s more fun to watch us get uncomfortable.

katyisbutthurt

I used to react to unwanted attention from a guy at a social event by going all small and uncomfortable and nonresponsive and “please just go away”, and that this left me with the impression that only about 40% of all guys are any good at reading social cues — and then I changed my body language to “go away now or I will reject you loudly and embarrassingly in front of everyone” and, hey, wow, what do you know, there are practically NO boys out there who can’t read body language, after all.

gemmaem

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Handelt es sich dann wirklich um…

Zuerst erschienen auf High on Clichés

Potenziell stark triggernd Sexualisierte (,körperliche, emotionale) Gewalt. Triggerwarnung gilt auch für Links.

cute otters
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“Wenn die Situation wie folgt aussah, ist es dann wirklich eine Vergewaltigung?”
Diese Fragestellung wurde schon eingehend behandelt, letztens verlinkte ich zum Beispiel auf diesen lehrreichen Text. Dennoch möchte ich sie noch einmal aufgreifen, weil diese Art von Fragen relevant ist und bleibt, wie mir dieser Thread bei Captain Awkward in Erinnerung rief, mal ganz von der Berichterstattung der letzten Zeit abgesehen.

Ist es wirklich eine Vergewaltigung, obwohl sich die Beteiligten in einer Beziehung befanden? – Ja.

Ist es wirklich … , obwohl die Beteiligten verheiratet waren? – Ja.
Ist es wirklich … , obwohl die Partner*innen schon einmal einvernehmlichen Sex hatten? – Ja.

Ist es wirklich … , obwohl keine körperliche Gewalt im Spiel war? – Ja.
Ist es wirklich … , obwohl am Anfang noch beide Lust drauf hatten? – Ja.
Ist es wirklich … , obwohl es sich bei Täter*in und oder Betroffenem*r nicht um cis, heterosexuelle Menschen handelt? – Ja.

Ist es wirklich … , obwohl es nach dem Gesetz keine wäre? – Hell ja.
Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene aus Angst zugestimmt hat? – Ja.
Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene sich nicht gewehrt hat? – Ja.
Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene an irgendeinem Punkt Erregung gespürt hat? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene sich danach nicht traumatisiert gefühlt hat? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene danach bei einvernehmlichen Sex keine Probleme hatte? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn es nicht zur Anzeige gebracht wurde? – Ja.
Ist es wirklich … , wenn es keine Verurteilung gab? – Ja.
Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene danach mit der gleichen Person nochmal einvernehmlichen Sex hatte? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn ein Teil des Szenarios geplant war, aber die Absprache gebrochen wurde? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene betrunken war oder unter Drogen stand? – Natürlich.

Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene sich nicht mehr erinnert? – Ja.
Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene keine Alternative dazu hatte, “Ja” zu sagen? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene erst viel später verstanden hat, was passiert ist? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn di:er Betroffene dafür bezahlt wurde, aber etwas gegen siren Willen getan wurde? – Ja.

Ist es wirklich … , wenn nicht auf die gewünschte Art verhütet wurde? – Ja.
Ist es wirklich … , obwohl keine Penetration stattfand? – Ja.
Ist es wirklich … , obwohl irgendwer auf der großen weiten Welt meint, es besser zu wissen? – Ja.

Ist es wirklich … , obwohl di:er Täter*in das Gegenteil behauptet? – Ja.
Ist es wirklich … , obwohl es im Rahmen einer medizinischen oder anderweitigen Untersuchung stattfand? – Ja.

Ist es wirklich … , obwohl Außenstehende die Situation anders eingeschätzt haben? – Ja.

Ich hasse es, dass es Gründe gibt, warum mir jeder dieser Punkte eingefallen ist. Und es schert mich kein bisschen, dass die Gesetzeslage einige der Punkte überhaupt nicht abdeckt. Das heißt, dass die Gesetzeslage falsch ist und die Kyriarchie widerspiegelt, in der wir leben. Mehr nicht.

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Solidarität mit “AZ Wuppertal – Es reicht!”

Triggerwarnung: Debatte zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der radikalen Linken

Auf diesen Streit bin ich durch einen Link von Kommentator_in Nelo bei der Mädchenmannschaft aufmerksam geworden.

Eine Gruppe von Besucher_innen des AZ Wuppertal (im Folgenden nach ihrem Blogtitel “Antisexismus Wuppertal” genannt) beschreibt in einem ausführlichen Text das in ihrer Erfahrung von Sexismus und sexualisierten Übergriffen geprägte Klima dort. Ich weiß nichts über diese Szene, ich weiß nicht einmal, wo Wuppertal liegt, aber ich werde solche Erfahrungen niemals anzweifeln. Auslöser für die Intervention war der Umgang mit einem aktuellen Vergewaltigungsfall im AZ.

Die AZ-Leute sehen sich in ihrer Stellungnahme als Opfer einer Schmutzkampagne politischer Gegner_innen, die eine “Vergewaltigung instrumentalisieren” würden, um dem AZ zu schaden. Sie verbitten sich die radikale Formulierung “AZ dichtmachen” mit dem Hinweis, das AZ stehe durch Naziterror ohnehin ständig unter Beschuss. Bei der Gelegenheit werden die Kritiker_innen auch gleich in die Nähe der Nazis gerückt.

Diese Art der Prioritätensetzung kommt mir allzu bekannt vor: Weiße Feminist_innen bügeln mit der gleichen Logik die Kritik von WoC an der Bewegung ab, Pro Choice-Aktivist_innen schweigen aus “taktischen Erwägungen” zur Ableismus-Problematik oder vertreten sie gleich selbst, Kämpfer_innen für die gesetzliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare wollen von Poly-Anliegen nichts hören. Und das ist nur eine kleine Auswahl.

Das AZ scheint die Sache jedenfalls für eine Art Polit-Privatangelegenheit zu halten. Neben einem “offenen Austausch” fordert es allen Ernstes strikte Geheimhaltung, was das Internet betrifft:

Uns ist es wichtig Strukturen und Probleme offen (in gewissem Rahmen) anzusprechen und zu diskutieren. Wir bitten darum, mit dem Papier verantwortlich umzugehen, um eine von Nazis und Behörden kommentierte Debatte im Netz zu verhindern. Das schließt für uns das Posten auf öffentlichen Plattformen mit offener Kommentarfunktion (Facebook, Indymedia, diverse offene Foren ect.) aus.

Dem haben sich die Leute von Antisexismus Wuppertal widersetzt, und ich tu es ihnen gleich. Ohne das Internet blieben solche Debatten lokal begrenzt. Ohne das Internet hätte ich wahrscheinlich erst viele Jahre später vom Konzept der Definitionsmacht gehört. All das kann niemand wollen, der_die nicht bemüht ist, Täter zu schützen. Ich akzeptiere nicht, dass es “Nazis und Behörden” tatsächlich geschafft haben sollen, uns in die Lage zu bringen, uns nicht mehr politisch austauschen zu können. Es ist eine traurige Banalität, dass in vielen linken Zusammenhängen erst über Sexismus und sexualisierte Gewalt gesprochen wird, wenn eine Vergewaltigung öffentlich gemacht wird. Klarnamen u.Ä. haben natürlich trotzdem nichts im Internet verloren!

Ich gebe zu, mit der einleitenden Behauptung – wahr oder unwahr ist hier gleichgültig – die Kritiker_innen seien lediglich eine “kleine antideutsche, dogmatische Fraktion”, die eine “autoritäre Politik” betreiben würde, hätten sie mich fast gekriegt. Zum Glück habe ich den ganzen Text gelesen. Ohnehin hat die Haltung von Antisexismus Wuppertal zum israelischen Nationalismus in diesem Kontext keine Relevanz. Selbst wenn es sich bei den Leuten um einen ganz widerlichen Haufen antimuslimischer Rassist_innen handeln sollte, täte das der Richtigkeit ihrer Kritik in dieser Frage keinen Abbruch.

Ein nicht unwichtiges Detail ist die Tatsache, dass die Replik der AZ-Leute offenbar eine Beschreibung der Tat enthielt. Danke an Antisexismus Wuppertal für das Löschen derselben.

Wenn ihr dieses AZ erhalten wollt, AZ-Leute, stellt euch doch einfach der Diskussion. Unterdrückt die Abwehrreflexe und geht ernsthaft auf die Kritik ein. Äußert euch zu jeder einzelnen von Antisexismus Wuppertal geschilderten Situation, nicht nur zu der einen. Und tut es öffentlich. Tut es am Besten auch gleich: im Internet.

Hier nochmal die Links:

Kritik von Antisexismus Wuppertal

Stellungnahme der AZ Wuppertal-Leute

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